Online Schach wetten in der Schweiz: zwei Veranstalter, eine Marge und viele offene Fragen

Updated Oktober 2026
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Ein hölzernes Schachbrett mit wenigen Figuren steht auf einem Tisch in einem hellen Raum, durch das Fenster fällt weiches Seitenlicht.

Stand: Oktober 29, 2026. Die Angaben zu Bewilligungen und Limiten wurden gegen die Bedingungen der beiden konzessionierten Veranstalter und die Aufsichtsinformationen der Gespa geprüft.

Die Schachweltmeisterschaft 2024 wurde vom 25. November bis 12. Dezember 2024 in Singapur ausgetragen.

Wer nach Schachwetten in der Schweiz sucht, stösst auf ein eigenartiges Marktbild. Ein uraltes Spiel mit Millionen Anhängern, ein Weltmeisterschaftskampf, der Schlagzeilen macht — und genau zwei Veranstalter, die hier überhaupt Sportwetten anbieten dürfen. Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport. Kein dritter Anbieter, keine Fussnote, keine Ausnahme.

Das ist die erste Kostenposition, und sie wird selten so genannt. Ein Markt mit zwei Anbietern ist kein Wettbewerbspreis-Markt. Wer gewohnt ist, aus einem Dutzend Buchmacherseiten die günstigste Quote herauszupicken, kann das hier nicht tun. Es gibt keine zwölf. Es gibt nicht einmal drei.

Dazu kommt die Eigenheit der Disziplin. Mehr als vier von zehn Partien unter Grossmeistern enden unentschieden. Ein Markt, in dem das häufigste Ergebnis ein Drittel des Angebots blockiert, verteuert jede Wette — nicht weil jemand mehr verlangt, sondern weil sich der Buchmacher gegen genau dieses Ergebnis absichern muss. Die Remisquote ist kein Nebenaspekt. Sie ist der Grund, warum Schachquoten auf den ersten Blick unattraktiver aussehen als Fussballquoten.

Und der dritte Kostenposten ist unsichtbarer: die Marge, die in jeder Quote steckt. Sie lässt sich ausrechnen, ohne einen einzigen Franken zu setzen — und dieses Rechenbeispiel ist der ehrlichste Blick auf das Geschäft, den eine Schachwetten-Seite liefern kann. Kein Buchmacher wirbt mit ihr. Jeder Buchmacher lebt von ihr.

Wer dazu noch das Kleingedruckte liest, trifft auf Mindesteinsätze, Höchsteinsätze, Verlustlimiten, eine Frist für die Erhöhung derselben und steuerliche Schwellenwerte, bei denen die meisten Spielenden nur den Kopf schütteln. Alles das steht im Folgenden, sortiert nach dem, was es kostet.

Die zehn Anbieter im Vergleich: was eine Bewilligung wert ist

Zehn Namen, zwei Gruppen, ein Bruch dazwischen. Auf der einen Seite die zwei Veranstalter, die nach dem Geldspielgesetz Sportwetten durchführen dürfen: Swisslos und die Loterie Romande. Auf der anderen Seite acht ausländische Marken, die hier keine Bewilligung haben und sie auch nicht haben können.

Ein Parkbank-Tisch mit eingelassenem Spielfeld unter alten Kastanien, auf den Wegen liegt Laub und die Sonne steht tief.
Im Schach erzielt Weiss im Mittel etwa 54 % der möglichen Punkte.

Diese Tabelle sortiert nicht nach Gewinnversprechen. Sie sortiert nach dem, was im Streitfall zählt: ob der Anbieter überhaupt auf Schweizer Recht verpflichtet ist.

Anbieter Schweizer Bewilligung Veranstalter Bewilligungs- oder Meldeangaben
Swisslos Sporttip Ja, Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel Bewilligung für ein Grossspiel, Aufsicht Gespa
Loterie Romande Jouez Sport Ja, Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS Société de la Loterie de la Suisse Romande, Lausanne Bewilligung für ein Grossspiel, Aufsicht Gespa
Donbet Keine Schweizer Bewilligung — Angegebene Bewilligung ohne Geltung in der Schweiz
Sportuna Keine Schweizer Bewilligung — Angegebene Bewilligung ohne Geltung in der Schweiz
AmunRa Keine Schweizer Bewilligung — Angegebene Bewilligung ohne Geltung in der Schweiz
myBet Keine Schweizer Bewilligung — Angegebene Bewilligung ohne Geltung in der Schweiz
Betscore Keine Schweizer Bewilligung — Angegebene Bewilligung ohne Geltung in der Schweiz
Gamdom Keine Schweizer Bewilligung — Angegebene Bewilligung ohne Geltung in der Schweiz
MyStake Keine Schweizer Bewilligung — Angegebene Bewilligung ohne Geltung in der Schweiz
Jackbit Keine Schweizer Bewilligung — Angegebene Bewilligung ohne Geltung in der Schweiz

Was die Spalte mit dem Veranstalter aussagt, ist mehr als eine Formalie. Nur zwei Firmen teilen sich die Schweiz geografisch auf: Swisslos bedient die deutschsprachigen Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie das Tessin und das Fürstentum Liechtenstein. Die Loterie Romande versorgt die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Ein Konto lässt sich nur dort eröffnen, wo man wohnt.

Das ist eine härtere Grenze, als sie klingt. Wer von Zürich nach Genf zieht, wechselt nicht den Anbieter, sondern die Welt — und wer in einem Kanton wohnt, den die eigene Verkaufsstellenkarte nicht abdeckt, hat kein Schweizer Onlineangebot zur Auswahl, sondern gar keines. Dreizehn Kantone und zwei halbe Gebiete bekommen Swisslos, sechs Kantone bekommen die Loterie Romande. Freiburg, Wallis und Jura liegen bei der Loterie Romande, auch wenn dort viel Deutsch gesprochen wird. Die Aufteilung folgt der Sprachgrenze, nicht der Nachfrage.

Die acht ausländischen Marken stehen hier, weil Schweizer Spielende ihnen begegnen — in Werbung, in Foren, über Umwege. Ihr Bewilligungsstatus ist der Knackpunkt: Eine ausländische Bewilligung, gleich welchen Landes, entfaltet in der Schweiz keine Wirkung. Wer dort einzahlt, hat keinen Schweizer Rechtsweg, keinen Zugang zum schweizerischen Sperrregister und keine Aufsichtsbehörde, an die er sich wenden könnte. Praktisch heisst das: Die Domain kann auf die Sperrliste der Gespa gesetzt und über die Telekom-Anbieter per DNS blockiert werden. Gemeldete Domains werden innerhalb von Stunden ersetzt — was den Nutzen einer Liste aus Sicht der Spielenden deutlich schmälert.

Zur Einordnung des Risikos gehört auch eine Zahl, die nicht oft zitiert wird: Wer Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung organisiert, macht sich strafbar; bei gewerbsmässigem Betrieb drohen bis zu fünf Jahre. Die Spielenden selbst werden nicht bestraft — der Bundesrat hat das klargestellt. Aber Einsätze und Gewinne können in Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden. Das Geld ist dann weg, ohne dass ein Gericht sich mit der Quote befasst hätte.

Was die Tabelle nicht kann: ein Wettprogramm vergleichen. Bei den acht ausländischen Anbietern steht in den Karten nichts über Schachmärkte. Also steht hier auch nichts — kein Kreuz, kein Strich, keine Behauptung. Ob eine dieser Seiten überhaupt Schach anbietet, ist eine Frage an deren eigenes Wettprogramm vor der ersten Einzahlung, nicht an diese Seite.

Was der Schweizer Rahmen erlaubt und was er kostet

Die Rechtslage ist kurz genug, um sie in einem Absatz zu erledigen, und streng genug, um jeden zweiten Satz daraus zu einem Kostenargument zu machen. Online-Sportwetten sind ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz, in Kraft seit dem 1. Januar 2019. Zuständig ist die Gespa, die Interkantonale Geldspielaufsicht in Bern — nicht die ESBK, die nur Casinos beaufsichtigt. Es braucht eine Veranstalterbewilligung und zusätzlich eine Bewilligung pro Spiel, und eine Bewilligung gilt nur in der Schweiz.

Der entscheidende Satz steht in der Zulassungsarchitektur selbst. Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter von Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt. Es gibt keine Liste weiterer bewilligter Buchmacher, weil es keine weiteren gibt. Was die Gespa veröffentlicht, ist die Sperrliste blockierter ausländischer Domains — nicht etwa ein Verzeichnis konkurrierender Anbieter.

Der Reingewinn geht an gemeinnützige Zwecke in den Kantonen. Swisslos verteilte für 2025 einen Reingewinn von CHF 562 Mio., davon CHF 506 Mio. an die kantonalen Fonds und CHF 56 Mio. an die Stiftung Sportförderung Schweiz für Swiss Olympic, Fussball, Eishockey und Sporthilfe. Aus den Sportwetten stammten CHF 109 Mio., nach CHF 122 Mio. im Vorjahr. Die Sportwetten sind also ein rückläufiger, aber substanzieller Beitrag zur öffentlichen Hand. Wer hier wettet, finanziert Sportverbände mit — ob er das will oder nicht.

nur was auf der Liste steht: der geschlossene Katalog

Ein paar Sätze zur Sport-Politik: Das ist kein Nebenaspekt des Steuer- oder Bewilligungsrechts, sondern der zweite grosse Kostenposten im Schweizer Schachwetten-Markt. Infrastruktur, Kantonsanteile, Bewilligungspraxis — all das steht in Quellen, die mit dem Suchbegriff nichts zu tun haben. Ich lasse es weg, weil es woanders hingehört.

Nur was auf der Liste steht: der geschlossene Katalog (2)

Wetten sind in der Schweiz auf Sportereignisse beschränkt. Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehsendungen sind nicht erlaubt. Das Angebot ist eine geschlossene Liste: die Liste der autorisierten Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten der Gespa in der Version vom 10. September 2026, gestützt auf das Geldspielgesetz und die Verordnung.

Und die Liste ist eng geführt. Qualifikationsrunden nur, wenn sie aufgeführt sind. Frauenwettkämpfe nur, wenn sie aufgeführt sind. Ranglistenwetten nur, wenn die Rangliste über den Einzug in einen internationalen Wettkampf oder über das Podest entscheidet. Wetten auf Trainingsläufe nie. Die Liste weist keine Eckball- oder Kartenmärkte aus und keine Esport-Sektion. Ereignisse, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind gesperrt.

Für Schach heisst das: Die Sportart muss auf dieser Liste stehen, und das Ereignis ebenfalls. Ob die Schachweltmeisterschaft, ob das Kandidatenturnier dort auftauchen, entscheidet über die Verfügbarkeit — und nicht darüber, wie gross das öffentliche Interesse ist. Ein Modus, der im Fernsehen übertragen wird, ist noch keine Zulassung.

Wie man das selbst prüft: Die Gespa veröffentlicht die Liste in der jeweils gültigen Fassung, und beide Veranstalter müssen sich daran halten. Wer vor einem Einsatz wissen will, ob ein Turnier überhaupt bewettbar ist, schaut in diese Liste und danach ins Wettprogramm von Sporttip oder Jouez Sport. Steht das Ereignis dort, ist es bewettbar.

Livewetten sind erlaubt, vor dem Spiel und während des Spiels, soweit der Veranstalter eine entsprechende Entscheidung hat. Eine gesetzliche Beschränkung auf bestimmte Live-Märkte kennt das Gesetz nicht. Cash-Out dagegen ist nicht reguliert — es ist eine Funktion des jeweiligen Veranstalters, und bei Sporttip heisst das: Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur online, nur als vollständiger Cash-Out ohne Teilauszahlung, im Betrag tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, abhängig vom Stand der Sportereignisse, jederzeit durch Swisslos änderbar, nicht für alle Wetten garantiert und ohne Rückgängigmachung. Ein ausgeführtes Cash-Out ist endgültig.

Das ist ein nützliches Fenster, aber ein Fenster mit Gitterstäben. Wer mitten in einer Partie kalte Füsse bekommt, tauscht einen möglichen Gewinn gegen einen kleineren, garantierten Betrag — und die Entscheidung lässt sich nicht revidieren.

Die Rechnung, die kein Anbieter zeigt

Nun zu dem, was in jedem Schachwetten-Angebot steckt und in keiner Werbung auftaucht. Nehmen wir einen Markt mit zwei Ausgängen zu je Quote 1,90 — ein Rechenbeispiel, keine zitierte Preisangabe. Die Auszahlungsquote ergibt sich aus eins geteilt durch die Summe der Kehrwerte der Quoten. Bei 1,90 gegen 1,90 summiert sich das auf rund 1,0526, der Kehrwert davon liegt bei etwa 95 %. Die Marge, also der Anteil, den der Buchmacher von jedem gesetzten Franken einbehält, liegt damit bei ungefähr 5 %.

Das ist die Aussage dieser Rechnung und nicht mehr. Sie sagt, was von jedem Einsatz langfristig beim Veranstalter bleibt. Sie sagt nichts darüber, ob eine Wette gewinnt.

Der entscheidende Punkt liegt in der Bedingung. Fünf Prozent gilt für einen Markt mit zwei gleich teuren Ausgängen. Verschiebt sich das Verhältnis — weil ein Spieler klar favorisiert wird, weil ein dritter Ausgang dazukommt, weil ein Live-Markt sich sekündlich bewegt —, verändert sich die Marge mit. In einem Dreier-Markt mit Sieg, Remis und Niederlage, wie ihn Schach nun einmal verlangt, liegt sie typischerweise höher: drei Ausgänge bedeuten nicht dreimal so viel Sicherheit, sondern drei Positionen, die der Veranstalter gleichzeitig absichern muss. Die Bandbreite reicht daher von etwa 5 % im ausgewogenen Zweier-Markt hinauf zu deutlich zweistelligen Werten in exotischen oder schnell lebenden Märkten. Wer wissen will, was eine konkrete Wette kostet, rechnet den Kehrwert der drei angebotenen Quoten zusammen und sieht sich das Ergebnis an.

Warum das bei Schach stärker ins Gewicht fällt als anderswo, hat einen Grund, der nichts mit Gebühren zu tun hat. Die Remisquote. Unter Schachmeistern enden etwa 43 % der Partien unentschieden, und Weiss holt im Mittel rund 54 % der möglichen Punkte. Ein Markt, dessen wahrscheinlichstes Einzelergebnis fast die Hälfte aller Fälle abdeckt, lässt sich nur mit einer entsprechenden Prämie auf dieses Ergebnis quotieren. Diese Prämie ist keine Willkür und kein Zeichen eines schlechten Anbieters. Sie ist die direkte Folge davon, dass zwei starke Spieler mit denselben Regeln und derselben Eröffnungstheorie oft nicht auseinanderkommen.

Daraus folgt eine unbequeme Beobachtung für alle, die auf eine «sichere» Favoritenwette setzen. Bei zwei gleich starken Spielern ist keine Seite wirklich Favorit — die Punktausbeute von 54 % für Weiss sagt etwas über den Anzugsvorteil aus, nicht über einen Siegzwang. Bei einem Weltmeisterschaftskampf mit einem klar stärkeren Titelträger sieht es anders aus, aber dann schrumpft die Quote auf den Favoriten und mit ihr der mögliche Nettogewinn. Die Marge bleibt, sie wandert nur.

Eine Wette auf den Aussenseiter sieht attraktiver aus und ist es nicht zwangsläufig. Der Grund ist die Kombination aus hoher Remiswahrscheinlichkeit und hoher Marge: Die seltenen Überraschungssiege müssen die vielen Unentschieden mitfinanzieren, und der Veranstalter verlangt seinen Anteil in jedem Fall. Wer eine Quote als reine Erfolgsprognose liest, übersieht genau diesen Mechanismus.

Was ein Gewinn am Ende zurückbringt, folgt der einfachen Rechnung: Rückzahlung ist Einsatz mal Quote, der Nettogewinn ist Einsatz mal Quote minus eins. 100 Franken auf 1,90 werden zu 190 Franken, davon 90 Franken Gewinn. Bei einer Kombiwette multiplizieren sich die Quoten der einzelnen Positionen zu einem Gesamtpreis — und die Marge mit ihnen. Wer drei Positionen zu je 1,90 in einem Wettschein bündelt, hat eine Quote von rund 6,86, aber auch dreimal den Abzug getragen.

Wie hoch die Marge in einem konkreten Markt bei einem konkreten Anbieter zu einem konkreten Zeitpunkt ist, geht aus keiner allgemeinen Regel hervor. Es bleibt eine Stichprobenfrage am eigenen Wettschein.

Verlustlimiten, Spielsperre und die Frage nach dem Schutz

Ein Sportereignis dauert neunzig Minuten. Eine Schachpartie dauert Stunden, in klassischen Zeitkontrollen oft sechs und mehr. Wer live auf Schach wettet, sitzt nicht vor einem kurzen Ereignis, sondern vor einem langen, in dem sich die Quoten über Stunden verschieben. Die Spielerschutzregeln der Schweiz sind auf genau dieses Problem gebaut — und sie funktionieren nicht in jeder Richtung gleich gut.

was vor dem ersten Klick festgelegt werden muss

Die Grundregel: Limiten setzt der Spielende, nicht der Staat. Der Veranstalter muss einen oder mehrere Höchstwerte für tägliche, wöchentliche oder monatliche Einsätze oder Verluste verlangen. Eine Senkung wirkt sofort, eine Erhöhung nach Gesetz erst nach 24 Stunden. Swisslos und die Loterie Romande wenden in ihren eigenen Bedingungen 72 Stunden an — ein Unterschied, der der Aufsicht bekannt ist und der Praxis entspricht.

Konkret bedeutet das: Vor der ersten Sporttip-Teilnahme müssen Spielende Verlustlimiten für einen, sieben und dreissig Tage setzen. Die Oberlimite liegt bei CHF 9’999 für alle, bei Personen unter 21 Jahren bei CHF 1’000. Eine Senkung greift unmittelbar, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich.

Die Richtung der Grenze entspricht der Logik des Schutzes: Weicher werden darf man immer, härter nur langsam. Wer die Limite aus Ärger über eine verlorene Partie erhöhen will, kann das nicht im Ärger tun. Diese Frist ist die eigentliche Schutzwirkung, nicht die Zahl.

Ein gesetzlicher fester Einzahlungsdeckel existiert in der Schweiz nicht. Die Limiten sind individuell und produktbezogen. Wer sein Konto auf drei Wetten pro Tag drosselt und dann eine davon live auf eine Partie setzt, die bis in die Nacht läuft, hat das Problem nicht gelöst — er hat nur die Anzahl reduziert.

wie die Spielsperre wirkt und wen sie bindet

Von der Limite zu unterscheiden ist die Sperre. Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in ein schweizweites Register eingetragen und gilt dann auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein.

Diese registrierte Sperre ist der stärkste Mechanismus im Schweizer System und der einzige, der über den einzelnen Anbieter hinausreicht. Eine freiwillige Sperre lässt sich erst nach drei Monaten aufheben, und dabei ist eine Fachstelle beteiligt. Eine selbst gewählte Pause von bis zu sechs Monaten muss jedem offengestellt werden. Wer von einer Sperre betroffen ist oder minderjährig, hat keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne.

Zwei weitere Regeln gehören in denselben Zusammenhang. Wetten stehen Personen ab 18 Jahren offen, Minderjährige sind online ausgeschlossen. Und wer als Wettkämpfer an einem Wettereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten — eine Regel, die im Schach mehr Gewicht hat als in den meisten Sportarten, weil Turnierteilnehmende oft in denselben Kreisen verkehren wie das Publikum.

Bei der Wirksamkeit der Kontrollen ist eine Zahl nüchtern einzuordnen. Die Gespa hat 2025 bei Testkäufen an Verkaufsstellen in 47,5 % von 200 Fällen eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft. Das ist die Quote an der Theke, nicht online, wo die Identität aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adressdatenbanken geprüft wird. Trotzdem: Wer annimmt, dass eine Verkaufsstelle oder ein Portal verlässlich filtert, täuscht sich. Die Verantwortung für die eigene Limite liegt beim Spielenden, und das ist keine Floskel, sondern eine Beschreibung der Lage.

Die Online-Registrierung verlangt mindestens 18 Jahre sowie Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Vertragsgebiet. Es darf keine Spielsperre bestehen, und jede Person darf sich nur einmal registrieren.

Spielplan, Turniere und die Frage, worauf man wirklich wettet

Schach hat eine Turnierstruktur, die sich von jedem Ligensystem unterscheidet. Es gibt keine Saison, in der jede Woche gespielt wird. Es gibt Zyklen über Jahre.

Die Weltmeisterschaft wird als Zweikampf zwischen dem Titelträger und einem Herausforderer ausgetragen, der sich in der Regel über das Kandidatenturnier qualifiziert. Zwei Ausnahmen gibt es in der Geschichte: 1948 und 2007 wurde der Titel in einem Turnier ausgespielt. Der erste Weltmeister war Wilhelm Steinitz, der 1886 den Zweikampf gegen Johannes Hermann Zukertort mit 12,5:7,5 gewann. Der Weltschachbund FIDE wurde 1924 in Paris gegründet und vergibt den Weltmeistertitel seit 1948.

Der jüngste Kampf zeigt, welche Struktur ein Wettereignis in dieser Sportart hat. Die Schachweltmeisterschaft 2024 wurde vom 25. November bis 12. Dezember 2024 in Singapur ausgetragen und im Modus Best of 14 klassische Partien gespielt; für den Sieg waren mindestens 7½ Punkte nötig. Dommaraju Gukesh gewann mit 7½:6½ gegen Ding Liren, bei 3 Siegen, 2 Niederlagen und 9 Remis. Ein Tiebreak war nicht nötig.

Diese Zahlen sind mehr als Historie. Neun Remis aus vierzehn Partien — das sind 64 % unentschiedene Spiele in einem Zweikampf um den höchsten Titel. Das ist die empirische Grundlage dafür, warum die Remisquote bei Schach nicht wegzudenken ist, und brutal deutlich. Wer bei einem solchen Kampf auf einen Sieg setzt, setzt darauf, dass genau diese Serie reisst. Wer auf Remis setzt, setzt auf die Regel.

Der Modus selbst ist eine Wette auf den Verlauf wert. Bei Gleichstand nach 14 Partien hätte ein Tiebreak entschieden: erst Schnellschachpartien, dann ein Schnellschach-Minimatch, dann Blitzpartien, zuletzt Blitz mit plötzlichem Tod. Das heisst: Eine Wette auf «Weltmeister» deckt nicht nur das klassische Schach ab, sondern je nach Wettart auch Partien in kürzeren Zeitkontrollen, in denen dieselben zwei Spieler unter anderen Bedingungen antreten. Wer den Unterschied zwischen klassischem Schach und Blitz nicht auf dem Wettschein sieht, wettet unter Umständen auf ein anderes Spiel als angenommen.

Wie eine Partie überhaupt remis wird, ist für das Quotenverständnis relevant. Remis entsteht unter anderem durch Patt — der Spieler am Zug hat keinen legalen Zug und steht nicht im Schach —, durch Einigung, durch dreifache Stellungswiederholung auf Antrag und durch die 50-Züge-Regel, ebenfalls auf Antrag. Automatisch remis ist eine Partie bei fünffacher Stellungswiederholung und nach 75 Zügen ohne Bauernzug und ohne Schlagfall, zudem bei toter Stellung, in der kein Spieler mehr mattsetzen kann.

Der Unterschied zwischen «auf Antrag» und «automatisch» ist im Livewetten-Kontext nicht akademisch. Eine Partie, die nach 60 Zügen noch läuft, ist in einem Zustand, in dem eine Einigung jederzeit möglich ist und eine Regelanwendung näher rückt. Quoten, die in dieser Phase angeboten werden, spiegeln eine Situation, die sich binnen weniger Züge vollständig umdrehen kann. Genau hier liegt die Versuchung des Livewettens und genau hier auch die Marge des Veranstalters.

Die reguläre Spielzeit ist bei Sporttip übrigens klar definiert: die reguläre Spieldauer plus Nachspielzeit; Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Was bei einer zeitlich so andersartigen Sportart wie Schach als «reguläre Spieldauer» gilt, gehört zu den Punkten, die vor dem Einsatz im jeweiligen Wettprogramm zu klären sind.

Das Schachbrett als Gegenstand des Marktes

Ein paar Grundlagen, weil sie die Quotenlogik erklären und nicht nur die Sportart.

Das Schachbrett hat 8 × 8 = 64 Felder. Zu Beginn stehen 32 Figuren darauf, je 16 pro Seite: König, Dame, zwei Türme, zwei Springer, zwei Läufer und acht Bauern. Die Aufstellung der Figuren ist vollständig symmetrisch, und die einzige Asymmetrie ist der erste Zug. Genau diese Asymmetrie ist es, die in der Statistik sichtbar wird: Weiss erzielt im Mittel etwa 54 % der möglichen Punkte.

54 % ist keine Dominanz. Es ist ein Vorteil, der über Hunderte Partien hinweg messbar ist und in einer einzelnen Partie verschwindet. Ein Wettergebnis lässt sich daraus nicht ableiten. Ein Quotenverhältnis aber schon — deshalb wird die Farbe eines Spielers in manchen Märkten nicht gleich behandelt, und deshalb ist eine Quote auf Schwarz nicht identisch mit einer Quote auf Weiss.

Der zweite Grundlagenwert ist die schon erwähnte Remisquote von rund 43 % bei Schachmeistern. Zwischen den beiden Zahlen liegt die Erklärung für das gesamte Quotenbild: Ein Drittel bis fast die Hälfte aller Partien endet ohne Sieger, und der Anzugsvorteil ist zu klein, um einen klaren Favoriten zu erzeugen. In genau dieser Gemengelage muss der Veranstalter alle drei Ausgänge bepreisen.

Für Spielende heisst das: Die Suche nach einem «Value»-Sieg ist bei Schach strukturell schwieriger als bei Sportarten mit wenigen Unentschieden. Nicht unmöglich. Aber wer gewohnt ist, Favoritenquoten in Ligen als grob treffsichere Prognosen zu lesen, bringt eine Gewohnheit mit, die hier nicht trägt.

Steuern: die Schwelle, die fast niemand erreicht

Gewinne aus Schweizer Grossspielen sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommenssteuerfrei und nur darüber steuerpflichtig. Der Bundesfreibetrag liegt ab dem 1. Januar 2026 bei CHF 1’071’000; 2025 waren es CHF 1’070’400. Der kantonale Freibetrag weicht davon ab — je nach Kanton unterschiedlich, eine einheitliche kantonale Zahl gibt es nicht.

Über der Schwelle behält der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ein, die über die Deklaration in der Steuererklärung zurückgeholt werden kann. Eine typische Wette auf eine Schachpartie liegt weit unter dieser Grenze. Keine Einkommenssteuer, keine Verrechnungssteuer auf dem Gewinn. Eine Wettsteuer auf Einsätze gibt es in der Schweiz nicht.

Der unangenehme Teil betrifft Auslandsseiten. Gewinne von ausländischen Anbietern unterliegen nicht der Verrechnungssteuer — aber die kantonale Steuerpraxis etwa des Kantons Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen unabhängig von der Höhe als voll steuerbares Einkommen. Wer dort gewinnt, kann also eine Steuererklärung schulden, die beim Schweizer Veranstalter nie angefallen wäre. Das ist keine Kleinigkeit bei einer Wette, die nur wenige hundert Franken einbringt.

Steuerfragen gehören zu einem Steuerberater oder zur kantonalen Steuerverwaltung. Das ist keine Rückversicherung, sondern die zutreffende Zuständigkeit.

Die zwei Veranstalter im Einzelnen

Zehn Namen in einer Liste sind eine Übersicht. Zehn Bewertungen sind eine Entscheidungshilfe. Die beiden Schweizer Veranstalter bekommen hier den Platz, der ihrer Rolle entspricht — ausführlich, mit den konkreten Zahlen, die sonst untergehen. Die acht ausländischen Marken folgen, und bei ihnen ist die Bewertung in wenigen Sätzen erledigt, weil die Faktenlage es so verlangt.

Swisslos Sporttip: das Programm mit den engsten Grenzen

Sporttip ist das Sportwettenprodukt von Swisslos, der Interkantonalen Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel. Durchgeführt wird es gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019, und betrieben wird es im Gebiet der Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie im Kanton Tessin und im Fürstentum Liechtenstein — zusammen das Swisslos-Vertragsgebiet.

Die Einsätze haben klare Grenzen: Mindesteinsatz CHF 1 für Einzel- und Kombinationswetten, Höchsteinsatz CHF 1’000 für eine Einzel- oder Kombinationswette und CHF 10’000 für eine Systemwette. Swisslos kann diese Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen.

Diese Spanne ist der klarste Ausdruck der Kostenstruktur. Der Mindesteinsatz von einem Franken klingt nach Offenheit; die Obergrenze von CHF 1’000 pro Einzelwette begrenzt den möglichen Gewinn einer einzelnen Position auf 1’000 Franken mal Quote. Bei einer Quote von 1,90 sind das 1’900 Franken Rückzahlung und 900 Franken Nettogewinn — das ist die Obergrenze, und sie ist mit einer Wette erreichbar, ohne dass ein Fehler passiert. Wer fünfstellig setzen will, braucht eine Systemwette, und Systemwetten sind eine andere Tierklasse, was die Kombinatorik angeht. Eine Wette über der Limite wird nicht angenommen; es gibt kein Ermessen und keine Ausnahme.

Livewetten sind möglich, und die Regel dafür ist bemerkenswert klar. Die Wette gilt unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00. Und in spielentscheidenden Situationen — Elfmeter, Rote Karte, Entscheid des Videoschiedsrichters — kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten.

Quote 1.00 bedeutet: Der Einsatz kommt zurück, ein Gewinn entsteht nicht. Für Livewettende ist das die relevanteste Regel überhaupt, weil sie in dem Moment greift, in dem man am liebsten zugreift — kurz nach dem entscheidenden Ereignis. Die Wette ist dann technisch platziert und wirtschaftlich null. Wer auf Schach live wettet, muss damit rechnen, dass ein Übergang ins Endspiel, eine Aufgabe oder eine Einigung genauso gewertet wird.

Dazu kommen die Boosts, und hier lohnt sich der genaue Blick. Quotenboosts gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage. Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Wettenden nur einmal nutzbar, in Einsatz und Erhöhung limitiert, und bei einem Cash-Out verfällt der Boost.

Das ist die übliche Verpackung eines Rabatts: attraktiv in der Beschreibung, klein in der Reichweite — eine Anwendung pro Person, gebunden an eine Einzelwette vor dem Spiel, und beim ersten Cash-Out weg. Wer einen Boost nutzt, um eine Wette abzusichern, verliert ihn in derselben Bewegung. Die Verlockung des Cash-Outs und der Wert des Boosts schliessen sich gegenseitig aus, und das ist die Sache des Veranstalters, nicht ein Fehler des Systems.

Ein Wort zum Werbeverbot in eigener Sache: Für Gratis- oder Freiwetten braucht es die vorherige Zustimmung der Gespa. 2025 erteilte sie 24 Zustimmungen an die Loterie Romande und 8 an Swisslos. Beträge und Bedingungen ergeben sich ausschliesslich aus den Bedingungen des jeweiligen Veranstalters.

Der klare Vorteil von Sporttip liegt im Schutzsystem. Verlustlimiten vor dem ersten Einsatz, eine selbst wählbare Sperre mit Registerwirkung über die Landesgrenze hinaus, ein Konto nur an den eigenen Namen. Der klare Nachteil liegt in der Enge: begrenzter Höchsteinsatz, ein geschlossener Marktkatalog, ein Livewetten-Regime, das den eigenen Einsatz in entscheidenden Momenten auf null Gewinn setzen kann. Für den geduldigen Prematch-Wettenden mit einem klaren Budget ist die Engführung ein Sicherheitsnetz. Für den, der Bewegung sucht, ist sie die Wand.

Loterie Romande Jouez Sport: dasselbe Recht, ein anderes Einzugsgebiet

Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Als Kontaktadresse nennt sie Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne; sie zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende.

Das ist die zweite Bewilligung im Land, und sie ist nicht die kleinere Kopie der ersten. Sie ist eine eigene Veranstalterin mit eigenem Vertragsgebiet, eigener Verkaufsstellenstruktur und eigenem Produkt. Was für Schweizer Spielende daraus folgt, ist eine harte Konsequenz: Der Wohnkanton entscheidet, bei welchem Anbieter überhaupt ein Konto möglich ist. Genf und Zürich liegen in verschiedenen Welten, was das Wettangebot angeht. Es gibt keinen Anbieter, der die ganze Schweiz bedient.

Wer die Wahl hat, hat sie also nicht wirklich. Wer in beiden Gebieten wohnt — praktisch niemand — hätte einen Vergleich anzustellen. Für alle anderen ist die Frage «welcher Veranstalter» identisch mit der Frage «welcher Kanton», und die Antwort entzieht sich der eigenen Entscheidung.

Die Grössenordnung ist ebenfalls eine andere. Swisslos mit seinem Vertragsgebiet von zwanzig Kantonen und dem Tessin ist ein deutlich grösserer Apparat als ein Veranstalter für sechs Kantone mit 2’350 Verkaufsstellen. Für die Qualität des Angebots bedeutet das nichts; für die Reichweite des Bewilligungs- und Schutzsystems bedeutet es, dass die Westschweiz nicht den kleineren Teil bekommt, sondern einen eigenständigen.

Wer in der Westschweiz wohnt, hat also eine reale Alternative nur im Offline-Bereich oder in der Wahl, gar nicht zu wetten. Die Deckungsgleichheit von Bewilligungsgebiet und Wohnort ist keine Nebenbedingung, sondern die erste Tatsache des Schweizer Schachwettenmarktes. Sie erklärt, warum sich die Suche nach dem besten Anbieter für einen Westschweizer bei Swisslos nicht fortsetzen lässt.

Was bleibt, ist die Konsequenz für die Schutzinstrumente: Das schweizweite Sperrregister kennt keine Kantonsgrenzen. Eine Spielsperre wirkt bei Swisslos, bei der Loterie Romande, in den Casinos und im Fürstentum Liechtenstein — unabhängig davon, welcher Veranstalter den Kontoinhaber bedient. Hier ist der Markt einmal vollständig geschlossen, und das ist die gute Nachricht dieses Abschnitts.

Donbet: eine Bewilligung, die in der Schweiz nichts bewirkt

Donbet hat keine Schweizer Bewilligung. Nur Swisslos und die Loterie Romande dürfen Sportwetten in der Schweiz anbieten; eine ausländische Bewilligung hat hier keine Geltung, unabhängig davon, von welcher Behörde sie stammt. Das Konto hängt an keinem Schweizer Sperrregister, es gibt keinen Schweizer Rechtsweg, und die Domain kann auf die Sperrliste der Gespa gesetzt werden.

Das ist die Bewertung, und sie braucht keine Verzierung. Was auf dem Spiel steht, ist nicht ein schlechteres Angebot, sondern die Abwesenheit jeder Schweizer Anlaufstelle. Wer dort Schach wetten will, sollte vorher wissen, wo er im Streitfall anruft. Die Antwort ist: nirgends in diesem Land.

Sportuna: Zugang ohne Aufsicht

Bei Sportuna liegt es wie bei Donbet: keine Schweizer Bewilligung, eine angegebene ausländische Bewilligung ohne Geltung hier, keine Anbindung an das Sperrregister, kein Schweizer Rechtsschutz. Die Domain kann über DNS blockiert werden, und blockierte Domains werden erfahrungsgemäss binnen Stunden ersetzt.

Eine blockierte Domain ist kein Schutz. Sie ist eine Hürde, und Hürden werden umgangen. Wer annimmt, die Gespa-Sperrliste schütze ihn vor dem Zugriff, verwechselt das Werkzeug mit dem Zweck.

AmunRa: der Name ist nicht das Verfahren

AmunRa trägt keinen Schweizer Bewilligungsstatus. Was gemeldet wird, entfaltet in der Schweiz keine Wirkung. Das Sperrregister kennt das Konto nicht, Schweizer Behörden sind nicht zuständig, und im Streit bleibt nur das Recht des Sitzlandes.

Marken dieser Art werben mit Aufmachung. Aufmachung ist kein Verfahren. Wer wissen will, ob eine Aufsicht im Streitfall tatsächlich anrufbar ist, prüft nicht das Design, sondern den Sitz der Aufsicht — und ob diese Aufsicht gegenüber einem Schweizer Kontoinhaber überhaupt tätig werden kann.

myBet: der Marktname sagt nichts über die Zulassung

myBet hat keine Schweizer Bewilligung, ist nicht an das Sperrregister angebunden und bietet keinen Schweizer Rechtsweg. Die Domain steht im Radius der Sperrliste.

Der Name klingt nach einem regionalen Angebot. Ein Name ist keine Zulassung. Die Frage, über die entschieden wird, lautet nicht, wie eine Marke heisst, sondern wer sie beaufsichtigt.

Betscore: Zahlen ohne Aufsicht sind Zahlen ohne Grundlage

Hier gilt dasselbe Bild: keine Bewilligung für die Schweiz, keine Geltung einer ausländischen Bewilligung, keine Anbindung an das schweizerische Sperrsystem, kein inländischer Rechtsweg.

Ein Springer aus Holz steht allein auf einem Brett neben einer Schachuhr aus Metall, im Hintergrund unscharfe Bücherregale.
Im Schach erzielt Weiss im Mittel etwa 54 % der möglichen Punkte; bei Schachmeistern liegt die Remisquote bei etwa 43 %.

Ein Livecenter mit bewegten Zahlen sieht nach Kompetenz aus. Ein Markt ohne Aufsicht kann jede Zahl anzeigen, die er will — es gibt keine Stelle, die seine Quotenstellung prüft. Die Marge, die auf einer unbeaufsichtigten Plattform steckt, ist nur durch die Plattform selbst belegt.

Gamdom: ein Casino-Name im Wettmarkt

Gamdom hat keine Schweizer Bewilligung. Die Einschätzung deckt sich mit der der übrigen ausländischen Marken: keine Wirkung einer ausländischen Bewilligung in der Schweiz, keine Sperrregister-Anbindung, kein Schweizer Rechtsschutz.

Der Name stammt aus der Casino-Welt, und das hat eine praktische Bedeutung. Wer aus einem Casino-Hintergrund kommt, findet dort eher Spielbankprodukte als Sportwetten — ob Schach überhaupt im Programm steht, ist eine Frage an das Wettprogramm vor der ersten Einzahlung. Es lohnt sich, sie vor der Einzahlung zu stellen und nicht danach.

MyStake: Domain-Wechsel als Geschäftsmodell

MyStake hat keine Schweizer Bewilligung und keine Anbindung an das schweizerische Schutzsystem. Die Domain kann auf die Sperrliste gesetzt werden.

Ein Domain-Wechsel ist für ein solches Angebot ein Betriebsausfall von Stunden, kein Hindernis. Für Schweizer Spielende heisst das, dass die Erreichbarkeit kein Indiz für Zulässigkeit ist: Erreichbar und zugelassen sind zwei verschiedene Eigenschaften.

Jackbit: wer keine Aufsicht hat, hat auch keine Einigungsstelle

Für Jackbit gilt das nämliche: keine Schweizer Bewilligung, keine Wirkung einer ausländischen, keine Registeranbindung, kein Schweizer Rechtsweg.

Wenn ein Streit über eine gewertete Wette entsteht — und bei Schach ist die Remiswertung genau das Feld, auf dem Streit entsteht —, braucht es eine Stelle, die entscheidet. Bei einem zugelassenen Veranstalter gibt es sie. Bei einem ohne Bewilligung gibt es sie nicht, und die Quote, die im Streitfall hilft, ist keine.

Was der Vergleich unter dem Strich hergibt

Zehn Namen, acht davon ohne Zulassung, und die Beobachtung, dass die Auswahl in der Schweiz nicht durch Präferenz entsteht, sondern durch den Wohnort. Wer im Swisslos-Gebiet lebt, kann bei Swisslos ein Konto eröffnen. Wer in einem Westschweizer Kanton lebt, bei der Loterie Romande. Wer beides nicht kann oder will, hat nur Angebote ohne Schweizer Schutz.

Der Vergleich der beiden zugelassenen Veranstalter fällt kürzer aus, als man erwarten würde, weil die entscheidenden Bedingungen bei beiden aus der Bewilligung folgen und nicht aus der Firmenpolitik: geschlossener Marktkatalog, Wohnsitzerfordernis, Limitenpflicht, Registeranbindung. Die Unterschiede liegen im Vertragsgebiet, in der Grösse des Apparats und in der konkreten Ausgestaltung der Produktbedingungen — etwa bei Limiten, Einsätzen und Cash-Out.

Wer im Ausland sucht, sucht nicht das bessere Angebot, sondern den Weg um die Bewilligungspflicht herum. Was er dafür aufgibt, steht in diesem Abschnitt dreimal: Rechtsweg, Registeranbindung, Aufsicht. Addiert man die steuerliche Behandlung ausländischer Gewinne je nach Kanton hinzu, ist der Preis höher als der Rabatt, den eine Quote versprechen mag.

Was der Vergleich nicht liefern kann, ist ein Quotensieger. Für Schachmärkte bei einem konkreten Turnier liegen keine belastbaren Quotenvergleiche vor. Wer diesen Vergleich will, führt ihn selbst am Wettschein.

Wie das Wettsystem in der Praxis aussieht

Vom Klick bis zur Auszahlung gibt es eine Reihenfolge, in der sich entscheidet, ob eine Wette überhaupt zustande kommt — und mehrere Stellen, an denen sie scheitern kann.

Der Weg beginnt mit der Registrierung: 18 Jahre, Wohnsitz im Vertragsgebiet, keine bestehende Spielsperre, ein Konto pro Person. Die Daten stammen aus dem hochgeladenen Ausweis und werden gegen Adressdatenbanken geprüft.

Danach folgen die Limiten. Vor der ersten Teilnahme müssen Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage gesetzt werden, bei einer Oberlimite von CHF 9’999 und CHF 1’000 für Personen unter 21 Jahren. Eine Erhöhung wirkt erst nach 72 Stunden. Wer die Limite falsch wählt, merkt das nicht beim Wettabschluss, sondern in dem Moment, in dem er die Grenze erreicht.

Der dritte Schritt ist das Ereignis selbst. Das Turnier muss in der Gespa-Liste geführt sein, und es muss im Wettprogramm auftauchen. Steht es dort nicht, hilft kein Interesse und keine Übertragung.

Dann die Wette: Mindesteinsatz CHF 1, Höchsteinsatz CHF 1’000 pro Einzel- oder Kombinationswette. Eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Bei einer Livewette ist der Markt beweglich, und in spielentscheidenden Situationen kann die Wette mit Quote 1.00 gewertet werden, also ohne Gewinn. Ein Cash-Out ist möglich, aber nur online, nur vollständig, im Betrag tiefer als der nicht vorzeitige Gewinn und nicht garantiert.

Der letzte Schritt ist die Auszahlung. Gewinne und Guthaben gehen nur auf ein Zahlungskonto auf den Namen des Kontoinhabers. Anonyme oder Krypto-Auszahlungen gibt es im bewilligten Schweizer Wettmarkt nicht. Kredite an Spielende sind nicht erlaubt. Welche Zahlungsmarken ein Anbieter akzeptiert, ergibt sich aus seinen eigenen Bedingungen.

Wer diesen Weg einmal durchgeht, kennt die Kosten: eine Bewilligungsgrenze beim Ort, eine Limite beim Betrag, eine Quote 1.00 beim Livewetten im entscheidenden Moment und ein Konto beim Auszahlen. Das ist mehr Bürokratie als auf einer ausländischen Seite. Es ist auch der Unterschied zwischen einer Wette und einer Vereinbarung ohne Zeugen.

Häufige Fragen zu Schachwetten in der Schweiz

Darf man in der Schweiz auf Schach wetten?

Grundsätzlich ja, aber nur bei einem der beiden bewilligten Veranstalter und nur, wenn die Sportart und das Ereignis in der Liste der autorisierten Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten der Gespa geführt werden. Swisslos und die Loterie Romande bedienen geografisch getrennte Gebiete; ein Onlinekonto setzt Wohnsitz im jeweiligen Vertragsgebiet voraus.

Wie prüft man, ob ein Schachturnier überhaupt bewettbar ist?

Die Gespa veröffentlicht die Liste der zugelassenen Sportarten und Wettarten in der gültigen Fassung. Steht eine Sportart oder ein Wettkampf nicht darauf, darf er nicht bewettet werden. Ergänzend zeigt das Wettprogramm von Sporttip oder Jouez Sport, ob ein konkretes Ereignis aufgenommen ist.

Warum ist die Remisquote für Schachquoten so wichtig?

Unter Grossmeistern enden rund 43 % der Partien unentschieden, Weiss holt im Mittel etwa 54 % der Punkte. Das Remis ist damit kein Randfall, sondern ein Hauptausgang mit eigener Quote. Wer Sieg, Remis und Niederlage bepreist, muss für das häufigste Ergebnis eine Prämie einrechnen, und die verteuert jeden der drei Ausgänge.

Wie berechnet sich der Gewinn, und was ist die Marge?

Die Rückzahlung ist Einsatz mal Quote, der Nettogewinn Einsatz mal Quote minus eins. 100 Franken auf 1,90 bringen 190 Franken zurück. Die Marge ergibt sich aus den Kehrwerten aller Quoten eines Marktes: Bei 1,90 gegen 1,90 liegt die Auszahlungsquote bei rund 95 %, die Marge also bei etwa 5 %.

Welche Verlustlimiten gelten, und was bewirkt die Spielsperre?

Vor der ersten Teilnahme müssen Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage gesetzt werden, mit einer Oberlimite von CHF 9’999 und CHF 1’000 unter 21 Jahren. Eine Senkung wirkt sofort, eine Erhöhung nach 72 Stunden. Eine unbefristete Sperre wird in ein schweizweites Register eingetragen und gilt auch für Casinos.

Was fehlt bei Auslandsseiten ohne Schweizer Bewilligung?

Es fehlen der Schweizer Rechtsweg, die Anbindung an das Sperrregister und die Aufsicht durch die Gespa. Eine ausländische Bewilligung hat in der Schweiz keine Geltung. Zusätzlich kann die kantonale Steuerpraxis Gewinne aus ausländischen Grossspielen je nach Kanton als voll steuerbares Einkommen behandeln.

Inhalt erstellt vom Team «quotenerklaert»