Curling-Wetten in der Schweiz: zwei Veranstalter, eine Marge und sehr enge Grenzen

Updated Oktober 2026
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Eine Curlinghalle von der Tribüne aus gesehen: ein glatter Granitstein auf blauem Eis, daneben ein Besen, kühles Hallenlicht

Stand: Oktober 29, 2026, abgeglichen mit den veröffentlichten Bewilligungs- und Aufsichtsangaben der Gespa sowie den Teilnahmebedingungen und Spielregeln der beiden bewilligten Veranstalter.

Swisslos verteilte für 2025 einen Reingewinn von CHF 562 Mio.: CHF 506 Mio. an die kantonalen Fonds und CHF 56 Mio. an die Stiftung Sportförderung Schweiz.

Curling ist ein Randsport mit einer winzigen Anhängerschaft, und genau das macht es in der Schweiz zu einem teuren Ort für eine Wette. Wer hierzulande auf einen Stein, ein Haus und einen Sweeper setzen will, landet bei zwei Veranstaltern, die das überhaupt dürfen, und bei einem Angebot, das von einer Liste abhängt, die die Aufsicht führt. Das ist keine Beschwerde über die Regeln, sondern der Rahmen, in dem jede Rechnung auf dieser Seite steht: Wer auf Curling wettet, zahlt zuerst die Marge im Preis, danach die Bedingungen des Veranstalters, und bei einem ausländischen Portal zusätzlich den ganzen Verlust an Schutz, den die Schweiz sonst verlangt.

Wer zwei Quoten sieht, sieht nicht zwei Meinungen über ein Spiel. Wer 1.90 und 1.90 auf die beiden Seiten eines Zweiwettermarkts liest, sieht eine Marge — und die bezahlt der Wettende, nicht der Veranstalter.

Die zehn Anbieter im Vergleich: Bewilligung, Veranstalter und die Frage, was sie kostet

Die Ordnung dieser Liste ist keine Geschmacksfrage. Oben stehen die beiden Veranstalter, die gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 (IKV 2020) ein Grossspiel Sportwetten anbieten dürfen, darunter die ausländischen Portale, die Schweizer Spielende antreffen, ohne hier eine Bewilligung zu haben. Wer die zweite Gruppe liest, liest sie als Referenz, nicht als Empfehlung: Werbung für ein Geldspiel, das in der Schweiz nicht erlaubt ist, ist strafbar, und eine Beschreibung ist keine Werbung.

Zwei Curlingbesen lehnen an einer Bande am Rand einer leeren Eisfläche, kaltes Licht fällt durch hohe Fenster
Der Gewinnbetrag einer Sporttip-Wette ergibt sich aus Einsatz mal Quote und wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen genau abgerundet.
Anbieter Bewilligungsstatus in der Schweiz Veranstalterin oder gemeldete Bewilligung
Swisslos Sporttip Bewilligung für das Grossspiel Sportwetten, Aufsicht Gespa SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel
Loterie Romande Jouez Sport Bewilligung für das Grossspiel Sportwetten, Aufsicht Gespa Loterie Romande, Westschweizer Kantone
Betwinner ohne Schweizer Bewilligung keine hier anerkannte Bewilligung
Fezbet ohne Schweizer Bewilligung keine hier anerkannte Bewilligung
1Bet ohne Schweizer Bewilligung keine hier anerkannte Bewilligung
BetFury ohne Schweizer Bewilligung keine hier anerkannte Bewilligung
Playzilla ohne Schweizer Bewilligung keine hier anerkannte Bewilligung
IviBet ohne Schweizer Bewilligung keine hier anerkannte Bewilligung
BassBet ohne Schweizer Bewilligung keine hier anerkannte Bewilligung
20Bet ohne Schweizer Bewilligung keine hier anerkannte Bewilligung

Was diese Tabelle nicht zeigt, ist der eigentliche Preisunterschied. Die beiden bewilligten Veranstalter teilen sich die Schweiz nach Sprachregionen auf: Swisslos bedient das Gebiet der Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie den Kanton Tessin und das Fürstentum Liechtenstein, die Loterie Romande die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Ein Online-Konto setzt Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt in diesem Gebiet voraus. Wer in Genf wohnt, kann bei Sporttip kein Konto eröffnen, und wer in Zürich wohnt, keines bei Jouez Sport. Das ist keine Marketingentscheidung, sondern eine Bewilligungsgrenze, und sie kostet den Wettenden die Wahlfreiheit zwischen zwei Produkten.

Bei den acht ausländischen Portalen ist der Status dagegen einheitlich: keine Schweizer Bewilligung, eine im Ausland gemeldete Bewilligung ohne jede Wirkung in der Schweiz, keine Anbindung an das schweizerische Sperrregister und kein Schweizer Rechtsschutz. Ob und zu welchen Bedingungen eines dieser Portale Wetten auf Curling führt, steht in seinen eigenen Bedingungen, nicht in einer Schweizer Bewilligung.

Die Vergleichskriterien, an denen jede Bewertung hier hängt

Vier Dinge entscheiden, was eine Wette auf Curling in der Schweiz real kostet: ob der Anbieter überhaupt bewilligt ist, welche Einsatzlimiten seine Bedingungen nennen, wie viel vom Gewinn nach Gebühren tatsächlich ankommt, und ob die Aufsicht seine Domains sperren kann. Alles andere — ein Farbverlauf, ein Live-Ticker, ein Bonusbanner — ist Oberfläche.

Ein Bergdorf im Schnee am Morgen aus der Ferne gesehen, aus einem Kamin steigt Rauch auf
Swisslos hat ihren Sitz in Basel und veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung vom 20. Mai 2019 (IKV 2020).

Die Bewilligungsfrage steht zuerst, weil sie alle anderen beantwortet. Nur Swisslos und Loterie Romande dürfen hier Sportwetten veranstalten; eine ausländische Bewilligung gleich welchen Landes hat keine Geltung. Die Folge ist nicht abstrakt: Ein Portal ohne Schweizer Bewilligung hängt nicht am Sperrregister, ein dort eingetragener Spielender kann also weiter spielen, während ihm bei einem bewilligten Veranstalter der Zugang verschlossen bleibt. Ebenso fehlt der Rechtsweg. Wer sein Guthaben nicht ausbezahlt bekommt, hat bei einem bewilligten Veranstalter eine Adresse, eine Aufsicht und eine Frist — bei einem Portal im Ausland nichts davon.

Die Einsatzlimiten sind der zweite Kostenfaktor, und den unterschätzen fast alle. Bei Sporttip liegt der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten bei CHF 1, der Höchsteinsatz bei CHF 1’000 pro Einzel- oder Kombinationswette und bei CHF 10’000 pro Systemwette. Swisslos kann diese Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird gar nicht erst angenommen. Wer mit einem grösseren Betrag auf ein Curling-Spiel gehen will, merkt die Grenze erst beim Absenden des Wettscheins.

Die Auszahlung ist der dritte Punkt, und hier ist Sporttip ungewöhnlich explizit: Spielguthaben wird innerhalb von 365 Tagen zweimal gratis auf ein auf den eigenen Namen lautendes Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto ausbezahlt, ab der dritten Auszahlung kann eine Kommission von 3 % anfallen, und die Überweisung dauert 5 bis 10 Arbeitstage. Gratisspielguthaben aus Promotionen ist überhaupt nicht auszahlbar. Das sind Kosten, die in keiner Quotentabelle stehen und trotzdem vom Ergebnis abgehen.

Der vierte Punkt ist die Sperrliste. Die Gespa veröffentlicht eine Liste ausländischer Domains, die Schweizer Telekom-Anbieter per DNS sperren. Ende 2025 umfasste sie 671 Domains, die erste Fassung stammt vom 3. September 2019, und gesperrte Domains werden innerhalb von Stunden ersetzt. Wer sich auf ein Portal ohne Bewilligung einlässt, baut auf einem Zugang, der jederzeit verschwinden kann — mitsamt dem Weg zum eigenen Guthaben.

Wie Curling-Wetten aufgebaut sind und was Quoten wirklich aussagen

Die schlichte Variante ist die Einzelwette: eine Voraussage, ein Einsatz, eine Quote. Wer auf den Sieger einer Begegnung setzt, bekommt bei richtigem Ausgang Einsatz mal Quote zurück. Bei einer Kombiwette aus mehreren Voraussagen multiplizieren sich die Einzelquoten zur Gesamtquote, und der Gewinnbetrag wird ebenfalls aus Einsatz mal Gesamtquote gebildet. Bei Sporttip gilt dabei eine Besonderheit, die selten jemand liest: Der Gewinnbetrag wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und danach auf 5 Rappen genau abgerundet. Das Aufrunden auf zwei Stellen ist für den Wettenden günstig, das Abrunden auf 5 Rappen geht zu seinen Lasten — bei einem Gewinn von CHF 47.19 bleiben CHF 47.15. Auf eine einzelne Wette sind das fünf Rappen; über hunderte Wetten ist es ein stiller Abzug, der in keiner Quote erscheint.

Woher die Quote kommt und was in ihr steckt

Eine Quote ist eine Wahrscheinlichkeit mit einem Aufschlag, und dieser Aufschlag ist die Marge. In einem Markt mit zwei Ausgängen und Quoten von je 1.90 ergibt die Summe der Kehrwerte 1/1.90 plus 1/1.90, also rund 1.0526. Die Auszahlungsquote dieses Markts liegt damit bei ungefähr 95 %, und was darüber hinausgeht, ist die Marge: rund 5 %. Anders gesagt, bei einem Einsatz von CHF 100 auf diesen Markt zahlt der Veranstalter im Durchschnitt etwa CHF 95 zurück und behält rund CHF 5 — unabhängig davon, welche der beiden Seiten gewinnt.

Diese 1.90 steht hier als Beispiel, nicht als abgelesener Preis. Es lohnt sich trotzdem, den Bauplan zu kennen, weil das Verhältnis sich verschiebt. Je tiefer die Quoten und je weniger Geld auf einen Markt fliesst, desto stärker die Marge. Ein Zweiwettermarkt, bei dem Swisslos ein klares Favoritenverhältnis einpreist, trägt eine höhere Marge als ein dichtes Fussballangebot mit grossem Umsatz. Bei einem Randsport wie Curling, wo jede einzelne Begegnung wenig Geld bewegt, ist der Aufschlag darum eher am oberen Ende dessen, was der Markt hergibt, und nicht am unteren. Der Rahmen dafür ist eng: Bei Quoten von 1.80 auf beiden Seiten liegt die Auszahlungsquote bei etwa 90 %, die Marge also bei rund 10 %; erst bei Quoten ab etwa 2.00 auf beiden Seiten sinkt sie unter 5 %. Die Wahrheit eines konkreten Angebots steht immer nur im Wettprogramm des jeweiligen Veranstalters, und genau dort gehört sie abgelesen.

Es gibt einen zweiten Kostenposten, der noch weniger sichtbar ist: Die Marge wirkt pro Wette, die Spielsperre wirkt pro Person. Wer bei Sporttip erstmals teilnimmt, muss vorher Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen, mit einer Oberlimite von CHF 9’999 und einer Limite von CHF 1’000 für Personen unter 21 Jahren. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich. Diese 72 Stunden sind keine Schikane, sondern die einzige Bremse, die einen schlechten Abend davon abhält, sich am nächsten Morgen in einen grösseren Einsatz zu verlängern.

Was Curling auf der Gespa-Liste überhaupt zu einer Wette macht

Curling steht nicht automatisch im Angebot, nur weil ein Veranstalter Sportwetten anbieten darf. Das erlaubte Programm ist eine geschlossene Liste, die die Gespa als Liste der bewilligten Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten führt, in der Fassung vom 10. September 2026, gestützt auf das Geldspielgesetz und die Verordnung dazu. Qualifikationsrunden, Frauenwettkämpfe und Rangierungswetten sind nur aufgeführt, wenn sie ausdrücklich auf der Liste stehen; Wetten auf Trainingsläufe sind ausgeschlossen. Die Liste zeigt keine Eckball- und Kartenmärkte und keinen Esport-Abschnitt. Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehsendungen sind gar nicht zulässig, weil nur Sportereignisse bewettet werden dürfen.

Für Curling heisst das: Der Wettende sucht nicht den schönsten Markt, sondern prüft, ob das Turnier und der Markt in der Liste stehen. Ein Grand-Slam-Turnier erscheint dort eher als ein einwöchiges Einladungsturnier, eine Weltmeisterschaft eher als eine regionale Ausscheidung. Die Nachricht ist unbequem und nützlich zugleich: Bei einem Randsport ist die Liste der erste Filter, nicht die Quote.

Die Falle der regulären Spielzeit bei einem Randsport

Wer auf Curling wettet, sollte eine Regel kennen, die viele nicht lesen: Bei Sporttip umfasst die reguläre Spielzeit die reguläre Spieldauer plus Nachspielzeit; Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Bei Curling entscheidet häufig ein Zusatz-End über den Ausgang — und ob dieser End zur bewerteten Spielzeit gehört, hängt am Kleingedruckten des konkreten Programms, nicht an der Erwartung des Wettenden.

Das ist der Punkt, an dem ein Markt teurer wird als seine Quote verspricht. Der Einsatz ist derselbe, aber die Bedingung, unter der er gewinnt, verschiebt sich. Wer auf ein Curling-Spiel setzt, ohne die Zeilen zur regulären Spielzeit gelesen zu haben, kann richtig getippt haben und trotzdem verlieren. Es gibt keine Kulanz dafür. Verschiebt ein Ergebnis sich auf ein Zusatz-End und ist dieses nicht als Gegenstand der Wette ausgewiesen, ist die Wette nach den Bedingungen bewertet, wie sie geschrieben stehen.

Absagen, Nachholtermine und Verfall: Was der Wettende trägt

Ein abgesagtes Curling-Spiel ist nicht selten — Eisprobleme, Reiseausfälle, ein kurzfristiger Hallenwechsel. Bei Sporttip gilt: Wird ein Wettereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn oder im Rahmen eines Turniers nachgeholt, ist die Wette ungültig. Einzelwetten werden zurückbezahlt, in Kombinationswetten erhält die Voraussage Quote 1.00. Der Wettende verliert in einer Kombination also nicht den Einsatz, aber die Voraussage fällt aus der Rechnung und drückt die Gesamtquote auf das Produkt der übrigen Einzelquoten.

Zwei Fristen sind es wert, sich vorher zu merken, weil sie verfallen können. Gewinne, die nicht innerhalb von 26 Wochen nach der öffentlichen Bekanntmachung der Wettauswertung geltend gemacht werden, verfallen zugunsten des Zwecks von Swisslos. Und wer gegen eine verweigerte Auszahlung vorgehen will, muss innert 10 Tagen per eingeschriebenem Brief Einsprache erheben. Wer nach vier Wochen merkt, dass eine Auszahlung fehlt, ist innerhalb der Verfallfrist — aber ohne eingeschriebenen Brief ist er im Einspracheweg bereits zu spät.

Curling-Wetten aus Sicht des Spielerschutzes: Der Rahmen vor dem ersten Einsatz

Der Schweizer Rahmen beginnt nicht beim Verlust, sondern davor. Die Kantone haben festgelegt, dass Sportwetten für Personen ab 18 Jahren offen stehen, und Personen unter 18 Jahren sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Wer als Wettkämpfer selbst an einem Wettereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten. Eine Anmeldung ist nur mit verifizierter Identität möglich, und jede Person darf sich nur einmal registrieren.

Die Verlustlimiten sind dabei das wirksamste Werkzeug, und sie sind ausdrücklich selbst gesetzt, nicht staatlich vorgeschrieben: Die Veranstalterin muss einen oder mehrere Höchstwerte für Einsätze oder Verluste pro Tag, Woche oder Monat verlangen. Die Gesetzgebung sieht für die Erhöhung einer solchen Limite 24 Stunden vor, Swisslos und die Loterie Romande wenden in ihren eigenen Bedingungen 72 Stunden an. Der Unterschied ist praktisch: Ein schlechter Abend kann nicht in einen grösseren Einsatz vom nächsten Morgen verlängert werden, und niemand ist gezwungen, sich das selbst beizubringen.

Die zweite Stufe ist die Spielsperre. Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Wer sich selbst sperrt, sperrt sich also nicht nur bei einer Marke, sondern im ganzen bewilligten Markt — und das ist der eigentliche Wert dieser Massnahme. Eine freiwillige Sperre kann erst nach drei Monaten aufgehoben werden, unter Beteiligung einer Fachstelle; eine selbst gewählte Pause von bis zu sechs Monaten muss angeboten werden. Ausgeschlossene und minderjährige Spielende haben keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne.

Der Werbung sind ebenfalls Grenzen gesetzt: Sie darf nicht aufdringlich, nicht irreführend und nicht auf Minderjährige oder ausgeschlossene Personen ausgerichtet sein. Es gibt keine Regeln zu bestimmten Uhrzeiten, dafür eine harte Linie bei Gratisspielen und Gratisguthaben — die brauchen die vorgängige Zustimmung der Gespa, und sie wurde in einem Jahr 24 Mal an die Loterie Romande und acht Mal an Swisslos erteilt. Bonusbeträge und Bedingungen kommen ausschliesslich aus den Bedingungen des jeweiligen Veranstalters.

Ein Vorbehalt gehört in dieses Kapitel, weil er die Wirkung des Schutzes begrenzt: Die Gespa hat 2025 Testkäufe durchgeführt, bei denen an Verkaufsstellen in 47.5 % von 200 Fällen eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft wurde. Der Schutz am Schalter ist also nicht streng. Online ist er durch die verifizierte Anmeldung besser, aber wer glaubt, das System fange jeden Fall auf, glaubt zu viel.

Der Spielplan der grossen Curling-Turniere und was davon im Angebot erscheint

Curling lebt von wenigen grossen Fenstern. Eine Europameisterschaft, eine Weltmeisterschaft, ein olympisches Turnier — dazwischen liegt der Schweizer Meisterschaftsbetrieb und eine Reihe von Turnieren, die je nach Veranstalter mal im Programm stehen und mal nicht. Wer den Sport verfolgt, weiss, wann es eng wird; wer nur eine Wette platzieren will, sucht genau diese Fenster, weil in ihnen die meisten Begegnungen und die meisten Märkte angeboten werden.

Für die Olympischen Winterspiele 2026 in Mailand und Cortina ist Curling als Wettbewerb ausgetragen, und die Winterspiele 2026 gehören damit zu den Terminen, an denen Curling aus der Nische ins Wettprogramm tritt. Ein Curling-Wettbewerb ist als Mannschaftswettbewerb angelegt, mit einem Turnier, das bis zum Finale läuft. Die Namen der teilnehmenden Verbände und die Qualifikationsteams sind Thurgau und Zürich die einzigen Schweizer Standorte, die von der Curling-Meisterschaft her besonders im Blick der Fans stehen. Turnierfavoriten lassen sich daraus nicht ableiten, und im Sinne der Kuralları: Ein Curling-Turnier endet mit einem Sieger, den niemand vorher sicher kennt.

Für die Wettenden ist diese zeitliche Verdichtung ein Kostenfaktor. In einem olympischen Fenster ist die Zahl der Begegnungen gross und die Aufmerksamkeit der Buchmacher hoch; ausserhalb davon ist Curling ein Markt mit sehr wenig Umsatz, und wie oben beschrieben trägt ein dünner Markt eine dickere Marge. Zudem sind nur Turniere und Bewerbe in der Gespa-Liste spielbar, was den Umfang des Wettprogramms vorgängig einschränkt. Wer sich für Curling entscheidet, wählt also nicht nur einen Sport, sondern auch ein Preisniveau, und die Kunst besteht darin, in den Fenstern zu spielen, in denen die Angebote sich lohnen. (5)

Der Sport selbst ist in der Schweiz gut verankert. Die nationale Meisterschaft besteht aus mehreren Divisionen, und es gibt eine Curling-Elite, die international bei Europameisterschaften, Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen antritt. Die Schweiz und Schweden zählen zu den wenigen Nationen, die bei Curling-Wettbewerben konstant in den Finalrunden standen. Nachnamen wie «Team Tirinzoni» stehen in der Schweiz und international für diese Wettbewerbsstärke.

Für den Spielplan bedeutet das: Wer auf Curling setzen will, muss die internationalen Terminkalender kennen. Die Wettprogramme der beiden bewilligten Veranstalter weichen je nach Saison voneinander ab. Je nach Anlass kann das Angebot von einigen wenigen Begegnungen bis zu den Endrunden mehrere Spiele enthalten. Das ist eine Tatsache über den Markt und keine Vorhersage über den Ausgang von Curling-Spielen.

Die zwei bewilligten Veranstalter: Swisslos Sporttip und Loterie Romande Jouez Sport

Swisslos Sporttip: die bewilligte Veranstalterin mit dem dichtesten Regelwerk

Swisslos hat ihren Sitz in Basel und veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung vom 20. Mai 2019; die Sportwetten laufen unter dem Namen Sporttip. Sie verfügt über eine Bewilligung für das Grossspiel Sportwetten unter dem Geldspielgesetz (SR 935.51) und wird von der Gespa beaufsichtigt. Damit gehört sie zum Kreis der beiden Veranstalter, die die interkantonale Gesetzgebung überhaupt zulässt.

Sporttip wird im Gebiet der Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie im Kanton Tessin und im Fürstentum Liechtenstein durchgeführt. Zusammen bilden sie das Swisslos-Vertragsgebiet, und nur wer dort Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt hat, kann online teilnehmen. Die Registrierung verlangt mindestens 18 Jahre, es darf keine Spielsperre bestehen, und jede Person darf sich nur einmal registrieren. Die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adressdatenbanken geprüft.

Das Produkt ist für einen Randsport ungewöhnlich regelreich geregelt. Der Mindesteinsatz liegt bei CHF 1, der Höchsteinsatz bei CHF 1’000 für eine Einzel- oder Kombinationswette, CHF 10’000 für eine Systemwette. Der Gewinnbetrag ergibt sich aus Einsatz mal Quote, bei Kombinationen mal der Gesamtquote, und wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen abgerundet. Wetten lassen sich online über Swisslos oder die Sporttip App für iOS und Android abgeben; in der App zusammengestellte Wetten können per QR-Code auch an einer Verkaufsstelle gespielt werden.

Zu den Auszahlungen: Spielguthaben wird innerhalb von 365 Tagen zweimal gratis auf ein auf den eigenen Namen lautendes Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto ausbezahlt, ab der dritten Auszahlung kann eine Kommission von 3 % anfallen, die Überweisung dauert 5 bis 10 Arbeitstage. Gewinne bis CHF 1’000 pro Spielbestätigungsquittung werden automatisch dem Wallet gutgeschrieben; Gewinne über CHF 1’000 werden bei bekannter Zahlungsverbindung innert 3 Arbeitstagen überwiesen. Das Spielguthaben kann per Online-Zahlungsmittel oder Einzahlungsschein gekauft werden, mit einem Mindestbetrag von CHF 20, höchstens CHF 10’000 in 30 Tagen, und nur solange das Wallet-Guthaben CHF 9’999 nicht übersteigt. Als Zahlungsart bietet Swisslos unter anderem PostFinance Pay an, bei dem die Transaktion direkt in der PostFinance App bestätigt wird.

Beim Cash-Out ist Sporttip vorsichtig formuliert, und diese Vorsicht sollte der Wettende ernst nehmen: Der Cash-Out-Betrag ist tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden; Swisslos muss Cash-Out nicht für alle Wetten anbieten. Angeboten wird es für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung; ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen. Das «vorzeitige Auszahlen» eines Gewinns ist also kein Sicherheitsnetz, sondern ein Rabatt, dessen Höhe der Veranstalter bestimmt.

Bei den Livewetten ist eine Regel schlicht wichtig: Die Wette gilt unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00, und in spielentscheidenden Situationen wie Elfmeter, roter Karte oder Videoschiedsrichter-Entscheid kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. Sporttip verlangt für Livewetten also keine Fernsehübertragung als Voraussetzung — und belastet den Wettenden mit dem Risiko, dass die Quote verfällt, wenn er zu spät klickt. Weiter gibt es eine Regel zu voneinander abhängigen Wettereignissen derselben Sportveranstaltung: Sie werden nur über die Bet-Builder-Funktion kombiniert; nimmt Swisslos irrtümlich eine solche Kombination ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten.

Bei den Boosts — Quotenboosts und Profitboosts, dem Kombiboost, der Sporttip-Werbung — lohnt der Blick auf die Bedingungen. Quotenboosts gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage, Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz; beide sind pro Wettendem nur einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert, und bei einem Cash-Out verfällt der Boost. Der Kombiboost gilt nur online für Prematch-, Live- und Systemwetten und verlangt mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1.50; der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn solchen Voraussagen, ebenfalls mit begrenztem Einsatz und begrenzter Gewinnerhöhung. Wer den Boost wegen des Cash-Outs nutzt, verliert die Erhöhung — die beiden Instrumente schliessen einander aus.

Der Massstab für das Ganze: Swisslos verteilte für 2025 einen Reingewinn von CHF 562 Mio., davon CHF 506 Mio. an die kantonalen Fonds und CHF 56 Mio. an die Stiftung Sportförderung Schweiz für Swiss Olympic, Fussball, Eishockey und Sporthilfe; aus den Sportwetten stammten CHF 109 Mio., nach CHF 122 Mio. im Vorjahr.

Für Curling-Wetten ist Sporttip damit die naheliegende Adresse, aber die Marge eines dünnen Marktes und die Einsatzgrenze von CHF 1’000 pro Wette bleiben bestehen. Wer mit kleinen Beträgen arbeitet, merkt die Grenze nicht; wer mit einem vierstelligen Einsatz auf ein einzelnes Curling-Spiel gehen will, stösst an — und das ist die Grenze, die diese Bewilligung mit sich bringt.

Loterie Romande Jouez Sport: dasselbe Grossspiel, andere Kantone, andere Zahlen

Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Die Kontaktadresse ist Avenue de Provence 14 in 1001 Lausanne; sie zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende. Wie Swisslos hält sie eine Bewilligung für das Grossspiel Sportwetten und wird von der Gespa beaufsichtigt.

Zugang erhält nur, wer in einem dieser sechs Kantone Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt hat. Damit ist die geografische Trennlinie dieselbe wie bei Sporttip und verläuft nur anders: Die Romandie und die Deutschschweiz sind zwei getrennte Bewilligungsgebiete, und kein Wettender kann zwischen beiden wählen. Wer in Freiburg wohnt, hat ein Produkt zur Auswahl; wer in Zürich wohnt, das andere.

Die Romandie betreibt ein dichtes Netz an Verkaufsstellen, was in einem so kleinen Markt nicht selbstverständlich ist. Wer online spielt, braucht es nicht, wer gelegentlich einen Wettschein in einem Kiosk abgeben will, merkt es. Die Limiten, Auszahlungsregeln und Bonusbedingungen, die für Jouez Sport gelten, stehen in dessen eigenen Bedingungen; Swisslos-Bedingungen sind nicht auf sie übertragbar. Wer beim Wechsel von einem Ostschweizer in einen Westschweizer Kanton das Produkt wechseln will, muss sich neu registrieren, weil die Konten getrennt geführt werden.

Für den Vergleich der beiden bewilligten Veranstalter heisst das, dass die Wahl keine ist. Beide bieten dasselbe Grossspiel unter derselben Aufsicht, mit denselben Verlustlimiten, derselben Spielsperre und demselben Verbot, Minderjährige teilnehmen zu lassen. Der Unterschied liegt im Vertragsgebiet und in der Produktpflege, nicht im Schutzstandard. Für Spielende, die in beiden Gebieten einen Wohnsitz unterhalten, lohnt der Vergleich der konkreten Wetten im Programm — die Marge eines Curling-Markts kann zwischen zwei Anbietern desselben Systems durchaus abweichen. Nur was die konkreten Quoten angeht, bleiben die beiden Produkte schweigsam, und gerade deshalb ist ein Blick auf das jeweilige Wettprogramm wichtiger als die Wahl der Marke.

Der Vergleich der zehn: Bewilligung, Auszahlung und Einsatzlimiten

Wer eine Curling-Wette platzieren will, muss zuerst entscheiden, in welche der beiden Gruppen er geht. Die Wahl ist nicht symmetrisch. Bei einem bewilligten Veranstalter sind Einsatzlimiten, Auszahlungswege, Verlustlimiten, Spielsperre und Steuerbehandlung bekannt und durchsetzbar; bei einem Portal ohne Bewilligung läuft alles über die Bedingungen des Portals. Die folgende Übersicht stellt die Punkte zusammen, die für diese Entscheidung zählen, und lässt leer, was die Quellen nicht hergeben.

Anbieter Bewilligung CH Reingewinnverwendung oder Auszahlungsweg bekanntes Einsatzlimit
Swisslos Sporttip bewilligt, Aufsicht Gespa CHF 562 Mio. Reingewinn 2025 an Kantone und Stiftung Sportförderung Schweiz; Gewinne bis CHF 1’000 automatisch ins Wallet, darüber innert 3 Arbeitstagen CHF 1 bis CHF 1’000 je Einzel- oder Kombinationswette, CHF 10’000 je Systemwette
Loterie Romande Jouez Sport bewilligt, Aufsicht Gespa Reingewinn geht an Kantone der Westschweiz; 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz, 221 Mitarbeitende —
Betwinner ohne Schweizer Bewilligung keine Schweizer Aufsicht, kein Sperrregister —
Fezbet ohne Schweizer Bewilligung keine Schweizer Aufsicht, kein Sperrregister —
1Bet ohne Schweizer Bewilligung keine Schweizer Aufsicht, kein Sperrregister —
BetFury ohne Schweizer Bewilligung keine Schweizer Aufsicht, kein Sperrregister —
Playzilla ohne Schweizer Bewilligung keine Schweizer Aufsicht, kein Sperrregister —
IviBet ohne Schweizer Bewilligung keine Schweizer Aufsicht, kein Sperrregister —
BassBet ohne Schweizer Bewilligung keine Schweizer Aufsicht, kein Sperrregister —
20Bet ohne Schweizer Bewilligung keine Schweizer Aufsicht, kein Sperrregister —

Der Vergleich fällt kürzer aus, als er aussieht, und das ist selbst ein Ergebnis. Die acht Portale ohne Bewilligung stehen in den letzten acht Zeilen mit denselben drei Merkmalen, weil über sie in der Schweiz nichts gilt. Es gibt kein Schweizer Verfahren gegen sie, das ein Wettender anrufen könnte; es gibt keine Schweizer Aufsicht, die eine Auszahlung erzwingen würde, und es gibt keine Anbindung an das Sperrregister. Wer in diesem Abschnitt mit einem anderen Kriterium rechnet — schnelle Auszahlungen, tiefe Gebühren, ein breites Curling-Angebot —, findet es in den Bedingungen des jeweiligen Portals, nicht in einer Bewilligung.

Bei den inländischen Anbietern ist der Blick auf die Auszahlung der ehrlichste Vergleich, weil er zwei Kostenpunkte zeigt, die keine Quote nennt. Swisslos gewährt innerhalb von 365 Tagen zwei kostenlose Auszahlungen auf ein eigenes Schweizer oder Liechtensteiner Konto, danach kann eine Kommission von 3 % anfallen, und die Überweisung dauert 5 bis 10 Arbeitstage. Gratisspielguthaben aus Promotionen ist nicht auszahlbar. Gewinne bis CHF 1’000 pro Spielbestätigungsquittung gehen automatisch ins Wallet, höhere Beträge innert 3 Arbeitstagen aufs Konto. Das sind Zahlen eines Geschäftsjahres und Produktbedingungen, nicht einer Preisliste, und wer sie kennt, weiss vorher, was von einem Gewinn ankommt.

Und ein Punkt, den beide Gruppen teilen: Kein Schweizer Anbieter zahlt an ein anonymes Konto oder in Kryptowährungen aus. Gewinne und Guthaben gehen nur auf ein Zahlungskonto auf den Namen des Kontoinhabers, und es gibt keine Kreditgewährung an Spielende. Wer bei einem ausländischen Portal mit einer anonymen Auszahlung wirbt, beschreibt nicht den Schweizer Markt.

Was eine Curling-Wette über den Verlauf wirklich kostet

Wer die Rechnung ernst nimmt, trennt drei Posten. Der erste ist die Marge im Preis, die oben mit rund 5 % im Beispielmarkt beziffert ist. Der zweite sind die Bedingungen, die den Ausgang verschieben können, etwa die reguläre Spielzeit, das Verfallsdatum eines Boosts oder die 48-Stunden-Regel bei einer Absage. Der dritte ist die Geschwindigkeit, mit der Einsätze durch das Konto laufen, was gerade in einem dünnen Sport mit wenigen Terminen problematisch ist.

Der zweite Posten ist der, den die Werbung verschweigt. Eine «risikofreie» Wette bei Sporttip wäre nach den Spielregeln eine Wette, die bei einem Cash-Out mit einem tieferen Betrag als dem möglichen Gewinn endet, deren Boost verfällt und deren reguläre Spielzeit möglicherweise nicht das umfasst, was der Wettende für den Ausgang hält. Es gibt keine Wette ohne Preis; es gibt nur Wetten, deren Preis nicht in der Quote steht.

Der Steuerpunkt ist der einzige, an dem ein gewöhnlicher Curling-Wettender in der Schweiz nichts zahlt. Gewinne aus bewilligten Grossspielen — die ESTV nennt Sportwetten ausdrücklich — sind bis zum Steuerfreibetrag je Einzelgewinn einkommenssteuerfrei und werden erst darüber besteuert; der Freibetrag beträgt ab dem 1. Januar 2026 CHF 1’071’000, im Jahr 2025 lag er bei CHF 1’070’400. Oberhalb davon behält die Veranstalterin 35 % Verrechnungssteuer ein, die über die Steuererklärung zurückgeholt wird. Für einen typischen Wettenden liegt jeder Gewinn weit unter dieser Grenze, also fällt weder Einkommenssteuer noch Verrechnungssteuer an. Eine Wettsteuer auf Einsätze gibt es nicht. Wer in einem Kanton mit anderem Freibetrag wohnt, klärt das mit der kantonalen Steuerverwaltung, denn der Schwellenwert ist je nach Kanton verschieden.

Bei ausländischen Anbietern ist die Steuerlage anders: Gewinne sind nicht der Verrechnungssteuer unterworfen, dafür behandelt mindestens ein Kanton Gewinne aus ausländischen Grossspielen unabhängig von der Höhe als volles Einkommen. Wer dort spielt, sollte das vorher wissen und nicht nach der ersten Auszahlung.

Was ein Kleinwetter bei Sporttip konkret zurückbekommt

Nehmen wir eine einfache Rechnung auf einem erfundenen, aber plausiblen Beispiel, damit die Grössenordnung sichtbar wird. Ein Wettender setzt CHF 20 als Einzelwette mit Quote 1.90. Nach der Formel bekommt er bei richtigem Ausgang CHF 20 mal 1.90, also CHF 38.00 zurück, und der Gewinn vor Abzug beträgt CHF 20 mal 0.90, also CHF 18.00. Der Gewinnbetrag wird bei Sporttip zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf 5 Rappen abgerundet; bei diesem Betrag ändert sich dadurch nichts. Wer stattdessen drei Voraussagen mit einer Gesamtquote von 3.60 kombiniert und CHF 20 setzt, kommt auf CHF 72.00 Rückzahlung und CHF 52.00 Gewinn, mit denselben Rundungsregeln.

Interessanter ist die kleine Systemwette. Wer mit derselben Sporttip-Obergrenze von CHF 10’000 je Systemwette arbeitet — eine Grenze, die für die meisten Wettenden bei Curling weit weg liegt —, sieht den Unterschied zwischen Einzel- und Systemwette in einem Satz: Der Rahmen der Einzelwette ist eng, der Rahmen der Systemwette weit. Bei einem Randsport mit wenigen Begegnungen ist die Obergrenze aber selten das Problem; häufiger ist es der Markt, der genau dann dünn wird, wenn viele Wettende dasselbe Fenster nutzen.

Und weil diese Rechnung drei Annahmen braucht, gehört sie hier ausgesprochen: Der Beispielpreis von 1.90 wurde nicht abgelesen, sondern gesetzt, damit der Rechenweg nachvollziehbar bleibt. Reale Quoten für Curling stehen im Wettprogramm; bei einem Markt mit zwei Ausgängen bei 1.90 liegt die Auszahlungsquote bei etwa 95 % und die Marge bei rund 5 %. Das ist eine Bandbreite, keine Zusage über den Ausgang eines Spiels.

Die acht Portale ohne Schweizer Bewilligung: was ein Curling-Wettender dort wirklich aufgibt

Wer bei einem der acht Portale ohne Schweizer Bewilligung ein Konto eröffnet, gibt vier Dinge auf, und der Preis zeigt sich nicht in der Quote, sondern im Ernstfall. Fehlt das Sperrregister, kann er sich selbst sperren und trotzdem weiterspielen. Fehlt der Rechtsschutz, kann er bei einer nicht ausbezahlten Wette nur den Bedingungen des Portals nach. Fehlt die Schweizer Aufsicht, gibt es keine Adresse, die man anrufen könnte. Und fehlt die Bewilligung, kann die Domain auf die Sperrliste der Gespa gelangen und innerhalb von Stunden gesperrt werden.

Betwinner

Betwinner hat keine Schweizer Bewilligung, und die im Ausland gemeldete Bewilligung hat nach Art. 4 BGS in der Schweiz keine Wirkung. Das Portal hängt nicht am schweizerischen Sperrregister, es gibt keinen Schweizer Rechtsweg, und seine Domains können auf die Gespa-Sperrliste gelangen. Für eine Sportart wie Curling, deren Angebot von einer bewilligten Marktliste abhängt, heisst das: Ob und mit welchen Märkten Betwinner Curling führt, steht in seinen eigenen Bedingungen. Wer dort spielt, spielt ohne die Kontrollen, die die Schweiz für Sportwetten vorschreibt, und ohne Anrecht auf eine Schweizer Spielsperre. Was ein solches Konto bei einem Sport mit wenigen Begegnungen praktisch bietet, steht nirgends ausserhalb der Portalseite.

Fezbet

Bei Fezbet ist die Lage dieselbe: keine Schweizer Bewilligung, kein Sperrregister, kein Schweizer Rechtsschutz, und die Domain kann auf die Sperrliste gesetzt werden. Wer hier ein Curling-Programm sucht, bewegt sich ausserhalb des bewilligten Angebots. Die Folge ist ein doppeltes Risiko: Erstens ist die Bewertung der Wette allein an die Bedingungen des Portals gebunden, zweitens kann der Zugang kurzfristig verschwinden. Bei einer Sportart, deren Termine eng liegen und deren Märkte ohnehin dünn sind, ist ein jederzeit unterbrochener Zugang ein grösseres Problem als eine Zehntelquote Unterschied.

1Bet

1Bet trägt keine Schweizer Bewilligung und ist damit von der Schweizer Aufsicht, vom Sperrregister und vom schweizerischen Rechtsschutz abgeschnitten; die Domain kann auf die Sperrliste kommen. Was das im Alltag kostet, hängt davon ab, was der Wettende dort tatsächlich nutzt. Ein Konto, das nur zum Setzen auf ein grosses Turnier dient und nach der Auszahlung ruht, merkt die Sperrliste vielleicht nie. Ein Konto, auf dem Guthaben liegt, merkt sie sofort: Verlorene Bewilligung hin oder her, das Guthaben liegt im Ausland, und der Weg dahin führt über eine Domain, die morgen gesperrt sein kann.

BetFury

BetFury hat keine Schweizer Bewilligung; die gemeldete ausländische Bewilligung hat hier keine Geltung, und es besteht keine Verbindung zum Schweizer Sperrregister. Der gewichtigste Punkt ist die Auszahlung, weil BetFury nicht nur Sportwetten, sondern auch andere Spiele führt und Guthaben entsprechend gemischt hält. Bei einem Schweizer Veranstalter kommt ein Gewinn auf ein Konto auf den eigenen Namen; bei einem Portal ohne Bewilligung gibt es diesen Anspruch nicht. Ob ein Gewinn ausgezahlt wird und wann, hängt allein an den Bedingungen des Portals und am Weiterbestehen der Domain.

Playzilla

Playzilla führt keine Schweizer Bewilligung und hängt nicht am Schweizer Sperrregister; seine Domain kann gesperrt werden. Zusätzlich ist die Ausrichtung eine andere als bei einem Schweizer Veranstalter: Ein Portal ohne Bewilligung gestaltet sein Angebot nach dem eigenen Markt, nicht nach der Gespa-Liste. Ein Curling-Angebot kann dort breiter sein als bei Swisslos, aber es folgt keinen Schweizer Regeln, und die unter «Die Vergleichskriterien, an denen jede Bewertung hier hängt» beschriebenen Verluste bleiben vollständig bestehen — keine Sperrregister-Anbindung, kein Rechtsschutz, keine Schweizer Aufsicht, keine Sperrsicherheit.

IviBet

IviBet hat keine Schweizer Bewilligung, keine Anbindung ans Sperrregister und keinen Schweizer Rechtsschutz. Wer Curling über IviBet spielt, verlässt die bewilligte Struktur vollständig, und das betrifft nicht nur die Auszahlung, sondern auch den Spielerschutz. Bei einem bewilligten Veranstalter sind Verlustlimiten und Sperre Teil der Teilnahmebedingungen und damit ein Anspruch des Spielenden. Wer sein Konto bei einem Portal ohne Bewilligung führt, muss die Grenzen selbst setzen, weil es keine Instanz gibt, die es für ihn tut.

BassBet

BassBet ist ohne Schweizer Bewilligung geführt, mit den vier bekannten Folgen: kein Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, keine Schweizer Aufsicht, mögliche Aufnahme in die Sperrliste. Der Punkt, den ein Curling-Wettender hier am ehesten spüren wird, ist die Unsicherheit über den Zugang. Weil Curling-Wettmärkte selten sind und meist an grosse Fenster gebunden, ist der Zugang zu diesen Fenstern die wichtigste Eigenschaft eines Kontos. Ein Portal, dessen Domain verschwinden kann, ist in solchen Wochen besonders unangenehm.

20Bet

20Bet hat keine Schweizer Bewilligung und keine Verbindung zum Schweizer Sperrregister; die Domain kann auf die Sperrliste gelangen. Wie bei den anderen Portalen dieser Gruppe gilt: Ob 20Bet Curling überhaupt führt und zu welchen Bedingungen, steht in seinen eigenen Teilnahmebedingungen. Und wie bei den anderen bleibt der Auszahlungsweg der eigentliche Prüfstein — bei einem Schweizer Veranstalter gibt es dafür Regeln, Fristen und eine Adresse, bei einem Portal ohne Bewilligung nur die Bedingungen des Betreibers.

Wo die Grenze zwischen Schätzung und Zusage liegt

Die Marge-Rechnung in diesem Artikel ist ein Durchschnitt, kein Versprechen, und dieser Unterschied entscheidet darüber, ob die Zahlen richtig oder falsch gelesen werden. Rund 95 % Auszahlungsquote bei Quoten von je 1.90 heisst: Über viele Wetten auf diesen Markt hinweg bleiben im Mittel etwa CHF 95 von CHF 100 beim Wettenden. Es heisst nicht, dass eine einzelne Wette CHF 95 zurückbringt; bei zwei Ausgängen liegen nur die vollen CHF 190 oder nichts auf dem Tisch. Wer eine Wette auf Curling platziert, trifft eine Entscheidung mit zwei Ausgängen, nicht mit dem Erwartungswert.

Das Verhältnis kehrt sich auch nicht um. Kein Boost und keine Quote macht aus einem Markt mit zwei Ausgängen einen mit positivem Erwartungswert, solange die Quoten unter 2.00 liegen. Der Kombiboost von Sporttip erhöht den möglichen Nettogewinn, aber nur, wenn die Kombination aufgeht, und er verlangt mindestens vier Voraussagen mit je mindestens 1.50 — eine Bedingung, die die Trefferwahrscheinlichkeit der gesamten Kombination nach unten drückt, während sie den möglichen Auszahlungsbetrag nach oben zieht. Wer das übersieht, verwechselt eine höhere Auszahlung mit einer höheren Chance.

Was die Zahlen klarmachen: Der Abstand zwischen einer Quote von 1.90 und einer Quote von 2.00 ist kein Marketingunterschied, sondern 5 % Auszahlungsquote pro Wette. Über ein Jahr und viele Wetten ist das der Betrag, der zwischen einem Hobby und einem teuren Hobby liegt. Bei einem Randsport wie Curling mit wenig Umsatz ist die Marge tendenziell breiter, weshalb dieselbe kleine Einsatzrunde hier mehr kostet als in einem dichten Fussballmarkt.

Häufige Fragen zu Curling-Wetten in der Schweiz

Gibt es bei Sporttip oder Jouez Sport Wetten auf Curling?

Sporttip und Jouez Sport sind die beiden Veranstalter, die Sportwetten in der Schweiz bewilligt anbieten dürfen. Ob eine einzelne Curling-Begegnung annahmefähig ist, hängt von der Gespa-Liste der bewilligten Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten ab. Steht das Turnier und der Markt dort, kann die Wette gespielt werden; andernfalls führt das Wettprogramm sie nicht.

Welche Sportarten und Wettarten stehen auf der Gespa-Liste?

Die Gespa führt eine geschlossene Liste der bewilligten Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten, in der Fassung vom 10. September 2026. Qualifikationsrunden, Frauenwettkämpfe und Rangierungswetten erscheinen nur, wenn sie ausdrücklich aufgeführt sind, Wetten auf Trainingsläufe sind ausgeschlossen, und Eckball- sowie Kartenmärkte und Esport fehlen. Nur Sportereignisse sind bewettbar.

Was bedeutet die Marge in Quoten bei einer Sportart mit wenig Wettumsatz?

Die Marge ist der Aufschlag, den der Veranstalter in den Preis einrechnet: Bei zwei Ausgängen und Quoten von je 1.90 liegt die Auszahlungsquote bei rund 95 %, die Marge also bei rund 5 %. Bei einem Randsport mit wenig Umsatz ist dieser Aufschlag tendenziell breiter, weshalb dieselbe Wette dort im Schnitt mehr kostet als in einem dichten Markt.

Wie berechnet sich der Gewinnbetrag einer Kombination aus Einsatz und Gesamtquote?

Der Gewinnbetrag ergibt sich aus Einsatz mal Gesamtquote, wobei die Gesamtquote das Produkt der Einzelquoten ist. Bei Sporttip wird das Ergebnis zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Bei einer abgesagten Begegnung in einer Kombination erhält diese Voraussage die Quote 1.00.

Was geschieht mit einer Wette, wenn ein Curling-Spiel abgesagt und nicht innert 48 Stunden nachgeholt wird?

Wird ein Sporttip-Wettereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn oder im Rahmen eines Turniers nachgeholt, ist die Wette ungültig. Einzelwetten werden zurückbezahlt, in Kombinationswetten erhält die betroffene Voraussage die Quote 1.00, sodass die übrigen Voraussagen weiter zählen.

Bis zu welchem Betrag bleibt ein einzelner Gewinn steuerfrei, und warum gilt das je nach Kanton unterschiedlich?

Gewinne aus bewilligten Grossspielen sind bis zum Steuerfreibetrag je Einzelgewinn einkommenssteuerfrei; der Bundesfreibetrag beträgt ab dem 1. Januar 2026 CHF 1’071’000, im Jahr 2025 lag er bei CHF 1’070’400. Darüber behält die Veranstalterin 35 % Verrechnungssteuer ein. Der kantonale Freibetrag weicht ab, deshalb gilt die Grenze je nach Kanton unterschiedlich.

Inhalt erstellt vom Team «quotenerklaert»