Neue Online-Buchmacher in der Schweiz: Der Markt existiert, die Bewilligungen fehlen

Updated Oktober 2026
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Eine Fussgängerstrasse in einer Schweizer Altstadt am frühen Morgen, nasses Kopfsteinpflaster und ein leeres Ladenlokal mit hellem Innenraum.

Unter dem Lead steht die Einordnung. Nur Swisslos (Sporttip) und die Loterie Romande (Jouez Sport) dürfen in der Schweiz Sportwetten veranstalten; alles, was sonst um Schweizer Spielende wirbt, arbeitet ohne Schweizer Bewilligung — mit den Folgen, die in diesem Text auf dem Tisch liegen: kein Schweizer Rechtsschutz, kein Eintrag im Sperrregister, keine automatische Gutschrift auf ein Konto, das auf den eigenen Namen lautet, und eine Besteuerung, die je nach Kanton anders ausfällt. Wer eine Tabelle mit zehn Anbietern sucht, findet sie in dieser Reihenfolge: zwei Veranstalter mit Bewilligung, dann die ausländischen Namen, die Schweizer inzwischen kennen.

Swisslos (SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft) hat ihren Sitz in Basel und veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von.

Stand: Oktober 29, 2026. Die Angaben zu Bewilligungen wurden gegen die Aufsicht und die veröffentlichten Bedingungen der beiden Veranstalter geprüft.

Was eine neue Marke in der Schweiz kostet: Bewilligung statt Willkommensgeschenk

Ein neuer Anbieter, der auf Schweizer Rechnungen abzielt, verkauft in Wahrheit eine Zahlungswege-Frage. Er kann Dir keine Schweizer Bewilligung vorweisen, weil es keine dritte gibt. Was er liefern kann, ist eine Wette auf ein Fussballspiel, eine Kreditkartenmaske und eine Supportadresse, die in einer anderen Zeitzone antwortet. Das ist kein moralisches Argument, sondern ein Kostenargument: es fehlen die Rückholwege.

Eine Holzwaage mit zwei kleinen leeren Schalen steht leicht geneigt auf einem Tisch, Tageslicht fällt von der Seite ein.
Der Gewinnbetrag einer Sporttip-Wette ergibt sich aus Einsatz mal Quote und wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen genau abgerundet.

Das Geldspielgesetz regelt das genauer, als es die Werbung zulässt. Online-Sportwetten sind ein Grossspiel nach dem BGS (SR 935.51, in Kraft seit dem 1. Januar 2019, Art. 3 lit. c und e); zuständig ist die Gespa, die Interkantonale Geldspielaufsicht in Bern, gestützt auf das Geldspielkonkordat, das seit dem 1. Januar 2021 gilt. Die Eidgenössische Spielbankenkommission prüft Kasinos und nichts anderes — ein Detail, das viel Verwirrung in Foren und in Fernsehdiskussionen erzeugt. Eine Bewilligung besteht aus zwei Teilen: der Veranstalterbewilligung und einer Bewilligung für das einzelne Spiel (Art. 21–25 BGS), und sie gilt nur in der Schweiz (Art. 4 BGS). Eine ausländische Bewilligung, ob aus Curaçao, Malta oder Deutschland, hat hier keine Kraft. Das ist keine Auslegungsfrage.

Die Kantone haben die Veranstalter von Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt. Diese Begrenzung ist der eigentliche Grund, warum jede Liste «neuer» Anbieter in der Schweiz nach kurzer Zeit zu einer Liste ausländischer Domains wird.

Auszahlung, Einzahlung und die 365 Tage, die ein Guthaben kosten kann

«Kostenlose Auszahlung» heisst in den Schweizer Bedingungen nicht, dass Auszahlungen nichts kosten. Bei Swisslos sind zwei Auszahlungen von Spielguthaben innerhalb von 365 Tagen gratis, und zwar auf ein Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto, das auf den eigenen Namen lautet. Ab der dritten Auszahlung kann eine Kommission von 3 % belastet werden. Wer also nach jedem kleinen Gewinn sofort abbucht, zahlt für die Bequemlichkeit. Wer liegen lässt, zahlt nichts — ein Anreiz, den der Veranstalter nicht aussprechen muss, weil die Bedingungen es selbst sagen.

Ein Seeufer mit einem Holzsteg und einem vertäuten Ruderboot im Morgennebel, im Hintergrund die Silhouette von Bergen.
Zur Online-Registrierung bei Swisslos braucht es mindestens 18 Jahre sowie Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Swisslos-Vertragsgebiet.

Aufgeladen wird das Spielkonto auf zwei Wegen: über die Online-Zahlungsmöglichkeiten und über den Einzahlungsschein, mit einem Mindestbetrag von CHF 20. In 30 Tagen sind höchstens CHF 10’000 möglich, und der Kauf ist nur möglich, solange das Wallet-Guthaben CHF 9’999 nicht übersteigt. Auffällig ist, was fehlt: nichts an der Zahl gemessen wird daran, wie oft Du abhebst, sondern nur, wie viel Du einzahlst.

Swisslos bietet PostFinance Pay als Zahlungsart für das Aufladen des Spielkontos an; die Transaktion wird direkt in der PostFinance App bestätigt.

Bei Gewinnen zieht Swisslos selbst die Grenze bei CHF 1’000 pro Spielbestätigungsquittung. Bis dahin wird automatisch dem Wallet gutgeschrieben; darüber hinaus überweist der Veranstalter bei bekannter Zahlungsverbindung innert 3 Arbeitstagen auf das Bank- oder Postkonto. Wer sein Konto ohne bekannte Verbindung führt, wartet nicht drei Tage auf Geld, sondern auf einen Anruf.

Eine Regel im Hintergrund, die für den ganzen Markt gilt: Auszahlungen laufen anrechtlich nur an ein Zahlungskonto auf den Namen des Kontoinhabers (Art. 50 Abs. 2 VGS), und Kredite an Spielende sind untersagt (Art. 75 Abs. 1 BGS). Anonyme Auszahlungen und Krypto-Auszahlungen existieren im bewilligten Schweizer Wettmarkt nicht. Ein Konto, das auf den Namen der Freundin läuft, ist kein Ausweg.

Prognosen als Kostenfrage: was ein Tipp wirklich wert sein kann

«Buchmacher-Tipps» steht auf vielen Seiten, und hinter dem Wort verbirgt sich eine einfache Rechnung, die niemand gern sieht: jede Quote ist bereits der Gegner, gegen den Du spielst, auch ohne einen live anwesenden Gegner im Chat.

Eine Prognose entsteht aus Form, Zahlen und Quoten. Sie verarbeitet die Form, weil eine Mannschaft mit drei Ausfällen anders gerechnet werden muss als die Tabelle es zeigt. Sie verarbeitet Zahlen, weil Heimstärke, Ruhetage und Kopf-an-Kopf-Werte Muster erzeugen, die über eine Saison nicht verschwinden. Und sie verarbeitet Quoten, weil sich aus dem Verhältnis zwischen eigener Erwartung und angebotenem Preis überhaupt erst ein Wert ableiten lässt. Auch wenn beide Kanäle — Form und Zahlen — dieselbe Richtung zeigen, bleibt der Ausgang offen; niemand kann einen Spielverlauf vorhersagen, und niemand kann die Leistung eines Kaders mit Gewissheit verrechnen, wenn ein Schiedsrichter eine Entscheidung in sieben Sekunden trifft.

Wetten ist kein Einkommen, sondern ein Risiko mit einer Bewertung. Wer den Budgetrahmen als Modell ansieht und nicht als Nebensache, merkt schnell: eine Verlustlimite ist keine Verlegenheitsangabe, sie ist die einzige Zahl, die vor der ersten Wette wirklich sicher ist.

Wettschein und Quote: was von der Marge beim Spielenden ankommt

Der Gewinnbetrag einer Sporttip-Wette ergibt sich aus Einsatz mal Quote, bei Kombinationen aus dem Produkt der Einzelquoten. Bei Sporttip wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen genau abgerundet — abgerundet, nicht aufgerundet. Eine Wette zu 2.10 auf CHF 10 ergibt 21.01 Franken; ein Kombinationsschein mit drei Quoten lässt sich nachrechnen, und weil Fehler in der eigenen Kopfrechnung hier sofort Geld kosten, lohnt sich ein Blick auf den Quotenschlüssel.

«Beste Quoten» steht selten auf der Rückseite eines Scheins. Die Marge steckt in jedem Preis und wird nirgends abgebucht: bei einer Zwei-Wege-Wette bei Quoten von 1.90 auf beiden Seiten bleibt nur ein kleiner Teil des Einsatzes als Erwartungswert — beim Rechnen hilft die Form 1 ÷ (1/Quote₁ + … + 1/Quoteₙ), der Quotenschlüssel. Alles, was über 100 % hinausgeht, ist die Marge. Für eine Kombination heisst das: der Quotenschlüssel der einzelnen Märkte multipliziert sich, nicht die Marge. Und du zahlst die Marge des Anbieters bei jeder Wette — im günstigen Fall nur einmal.

Systemwetten sind die eigentliche Rechenübung. Bei einer Systemwette aus mehreren Voraussagen wird nicht die Gesamtquote, sondern jede Kombination separat gewertet, und jeder nicht gespielte Ausgang kostet nur den Teil, der von ihm abhing. Die Quote pro Ausgang sieht höher aus als jede Einzelwette, und genau deshalb verdient das Format einen nüchternen Vergleich, wenn Du die Zeit hast, die Rechnungen nachzuvollziehen. Die Grenze bleibt dieselbe: mehr Kombinationen, mehr Marge und mehr Wege, knapp daneben zu liegen.

Bei Sporttip gilt der Kombiboost nur online, für Prematch, Live und Systemwetten, und verlangt mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1.50. Der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn solchen Voraussagen; Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert. Das sind klare Zahlen — und ein gutes Beispiel dafür, dass ein Bonus dem Kunden einen Teil des Margenverlusts zurückgibt, nicht mehr. Quotenboosts gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage, Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz; beide sind pro Wettenden nur einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert. Bei einem Cash-Out verfällt der Boost.

Sportart und Turnier: was auf dem Programm stehen darf

Nicht einmal die Sportart ist eine freie Entscheidung des Anbieters. Die zugelassene Palette folgt der behördlichen Liste (Art. 25 BGS, Art. 29 VGS), und die ist geschlossen: Fussball, Eishockey, Handball und Boxen stehen darauf, weil sie dort stehen; Esports nicht, weil es dort nicht steht.

Die Details der Liste zeigen, wie tief diese Steuerung reicht. Qualifikationsrunden sind nur erfasst, wenn sie ausdrücklich aufgeführt werden, Frauenwettbewerbe nur, wenn sie es sind, und Ranglistenwetten nur dann, wenn die Rangliste den Einstieg in einen internationalen Wettbewerb oder die Podiumsplätze entscheidet. Trainingsläufe sind keine Wettmärkte. Eckbälle und Karten stehen nicht auf der Liste — die bekannten Nischenmärkte internationaler Anbieter sind in der Schweiz schlicht nicht zugelassen. Wettbewerbe, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind ausgeschlossen (Art. 25 Abs. 2 BGS).

Fussball, Eishockey, Handball und Boxen bleiben damit die Kernthemen. Wer sich für Esports interessiert, findet bei keinem Schweizer Veranstalter ein zugelassenes Angebot, weil Esports nicht in der Gespa-Liste steht — in Worten: es ist dort nicht angeführt.

Live-Wetten sind erlaubt, vor und während des Ereignisses, dort, wo der Anbieter eine entsprechende Entscheidung hat. Das Gesetz beschränkt Live-Wetten nicht auf bestimmte Märkte. Ursache dafür ist die örtliche Begrenzung: Schweizer Anbieter veranstalten nur innerhalb der Schweiz, und die Aufsicht prüft deshalb, welche Live-Wettarten tatsächlich freigegeben sind.

Neue Namen, alte Rechte und die Frage, was ein neues Konto nützt

Ein neuer Markteintritt bedeutet in der Schweiz zunächst nichts Zusätzliches. Es gibt weiterhin nur zwei bewilligte Veranstalter, und alle weiteren Seiten sind ausländisch. In den letzten Jahren kamen Dutzende Namen hinzu — die typische Reaktion darauf, dass ein Konto in einem Land mit Steuerregeln für den Anbieter komplexer wird. Die Schweiz wird regelmässig von Anbietern aus Curacao und Malta bedient, weil die Aufsicht dort weniger Aufwand für den Betrieb bedeutet.

Was passiert, wenn die Aufsicht eingreift, zeigt die Sperrliste. Die Gespa führt eine Liste ausländischer Domains, die Schweizer Telekommunikationsanbieter per DNS sperren (Art. 86–93 BGS); die erste Liste erschien am 3. September 2019, und Ende 2025 umfasste sie 671 Domains. Gesperrte Domains werden innerhalb von Stunden ersetzt — die Aufsicht nennt dieses Vorgehen Domain-Hopping und nennt Interwetten und Bet-at-Home als Beispiele; bet365 steht auf der Liste. Für einen einzelnen Wettenden bedeutet diese Mechanik: eine Seite, die heute funktioniert, kann morgen eine Fehlermeldung anzeigen, während das Guthaben weiter beim Anbieter liegt.

Wie ein Buchmacher arbeitet und wie er an jeder Wette verdient

Ein Buchmacher nimmt Wetten zu festgelegten Quoten an, zahlt Gewinne aus und verdient an der Marge, die in jeder Quote steckt. Das ist der ganze Mechanismus.

Wer wissen will, wie viel von CHF 100 Einsatz in einem Zwei-Wege-Markt mit Quoten von je 2.00 zurückkommt, bekommt hier keine allgemeine Zahl, sondern eine ehrlichere Antwort: es ist rund alles, was beide Seiten zusammen einsetzen, minus den Teil, den der Anbieter für sich nimmt. Weil eine Quote niemals die Wahrscheinlichkeit eines Ereignisses ist, sondern ein Preis, können zwei Anbieter für dasselbe Spiel zwei Preise zeigen und beide Geld verdienen. Wer beim Wetten «den Buchmacher besiegen» will, muss darum systematisch eine bessere Erwartung haben als der Markt — nicht bloss eine bessere Erwartung als ein Bauchgefühl.

«Veranstalterin» oder «Veranstalter» ist der Begriff, den die Regeln für den Anbieter benutzen; «Wettanbieter» ist die umgangssprachliche Kurzform. Die Unterscheidung klingt nach Formalie, ist aber praktisch: in den Bedingungen, in denen Rechte und Pflichten stehen, heisst die andere Seite nicht «Anbieter» oder «Plattform».

Wettscheine lassen sich online über die Website oder die Sporttip App abgeben, und die App gibt es für iOS und Android; in der App zusammengestellte Wetten lassen sich per QR-Code an einer Verkaufsstelle spielen. Bei einer Verkaufsstelle ist der Schutz nur anders, nicht besser: die Aufsicht hat 2025 bei 200 Testkäufen an Verkaufsstellen in 47.5 % der Fälle eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft.

Die zehn Marken im Vergleich: Bewilligung, Veranstalter, eigene Regeln

Die folgende Einordnung vergleicht nur, was nachprüfbar ist. Die Reihenfolge folgt keiner Werbewirkung, sondern der Frage, was ein Konto dort wirklich einbringt.

Marke Schweizer Bewilligung Veranstalter bzw. gemeldete Bewilligung
Swisslos Sporttip Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung nach BGS (SR 935.51), Aufsicht Gespa SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel
Loterie Romande Jouez Sport Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung nach BGS (SR 935.51), Aufsicht Gespa Loterie Romande (Société de la Loterie de la Suisse Romande)
FortuneJack keine Schweizer Bewilligung Bewilligung nicht feststellbar
Gamdom keine Schweizer Bewilligung Bewilligung nicht feststellbar
ZotaBet keine Schweizer Bewilligung Bewilligung nicht feststellbar
1Bet keine Schweizer Bewilligung Bewilligung nicht feststellbar
IviBet keine Schweizer Bewilligung Bewilligung nicht feststellbar
Fezbet keine Schweizer Bewilligung Bewilligung nicht feststellbar
Cloudbet keine Schweizer Bewilligung Bewilligung nicht feststellbar
Betwinner keine Schweizer Bewilligung Bewilligung nicht feststellbar

Die erste Spalte liest sich monoton, und genau das ist der Punkt. Acht der zehn Zeilen tragen dieselbe Aussage, weil eine Bewilligung in der Schweiz kein Merkmal eines Anbieters ist, das man variieren könnte, sondern ein Vorhandensein oder Nichtvorhandensein.

Die zweite Spalte ist die interessantere. Bei den beiden Schweizer Veranstaltern ist sie gefüllt, weil die IKV 2020 die Träger festlegt: Swisslos ist eine Genossenschaft mit Sitz in Basel, die Loterie Romande eine Société mit Sitz in Lausanne. Bei den ausländischen Anbietern ist «Bewilligung nicht feststellbar» nicht Neugier, sondern die Antwort. Eine Bewilligung, deren Inhaber sich für Schweizer Kunden nicht aus einer Quelle belegen lässt, hat in diesem Markt keine Wirkung, unabhängig davon, ob sie in einem anderen Land existiert.

Wer beim Anbieter nachfragt, sollte beim Namen des Veranstalters beginnen und nicht beim Namen der Marke. Viele ausländische Buchmacher betreiben mehrere Domains unter einer Lizenz, und die Domain wechselt schneller als der Inhaber. Eine Auskunft darüber, wer die Veranstaltung verantwortet, ist der billigste Test, den es gibt — und der schnellste Weg herauszufinden, ob überhaupt jemand antwortet.

Was «neu» nach Schweizer Recht nicht bedeutet

Der Katalog der zugelassenen Sportarten, der Katalog der zugelassenen Wettarten und die beiden Veranstalter stehen nicht zur Disposition. Ein neuer Anbieter kann also nicht durch zusätzliche Märkte, zusätzliche Sportarten oder zusätzliche Erlaubnisse auffallen, weil es in der Schweiz nichts Zusätzliches zugelassen gibt. Er kann nur durch einen anderen Preis, eine andere Sprache oder eine andere Zahlungsmethode auffallen. Der Preis ist der einzige Hebel, der bei einem Schweizer Anbieter übrig bleibt, und er ist auch der einzige, der dem Kunden sofort zugutekommt. Alles andere — ein anderer Look, eine andere Wettkampfbezeichnung, ein anderer Name für die Auszahlungsart — ändert an der Sache nichts.

Der praktische Ratschlag für den Kontostart: ein Konto bei einem Veranstalter mit Bewilligung in der Schweiz zu eröffnen, ist keine Geschmacksfrage, sondern die Wahl mit den meisten Rückwegen. Wer mit dieser Entscheidung anfängt, erspart sich später Diskussionen über Guthaben, die niemand mehr zurückzahlen will.

Die Aufsicht und die Grenze zwischen Wohnsitz und Schweizer Recht

Online-Sportwetten brauchen ein Konto in der Schweiz, und ein Konto gibt es nur im Gebiet des jeweiligen Veranstalters. Diese Bedingung ist keine Formalität, die sich per Adresse umgehen liesse, weil die Veranstalter Daten prüfen.

Swisslos ist der Veranstalter für den deutschsprachigen Teil der Schweiz: der Spielbetrieb läuft im Gebiet der 19 Kantone Aargau, Appenzell Innerrhoden, Appenzell Ausserrhoden, Bern, Basel-Landschaft, Basel-Stadt, Glarus, Graubünden, Luzern, Nidwalden, Obwalden, St. Gallen, Schaffhausen, Solothurn, Schwyz, Thurgau, Uri, Zug und Zürich, dazu im Kanton Tessin und im Fürstentum Liechtenstein. Zusammen ist das das Swisslos-Vertragsgebiet.

Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura; sie nennt als Kontaktadresse Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne, und zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz sowie 221 Mitarbeitende. Wer im Kanton Bern wohnt und Jouez Sport spielen will, kann das nicht, weil die Westschweizer Veranstalterin für ihr Gebiet konzipiert ist.

Der Wohnsitz wirkt sich auch auf die Frage aus, gegen wen sich ein Anspruch überhaupt richtet. Das Gesetz sagt, dass die Bewilligung nur in der Schweiz gilt (Art. 4 BGS): Schweizer Recht greift bei den Schweizer Veranstaltern, nicht bei ausländischen Buchmachern. Bei einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung gelten die Bedingungen seiner Betriebsgesellschaft, und die andere Seite ist ein Unternehmen im Ausland. Der Unterschied zeigt sich an Konto, Auszahlung und Rechtsweg.

Regeln, Limiten und der schnellste Weg zum Kontostopp

Die Zahl, die vor der ersten Wette zählt, setzt der Spielende selbst. Swisslos verlangt vor der ersten Sporttip-Teilnahme Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage; die Oberlimite liegt bei CHF 9’999, für Personen unter 21 Jahren bei CHF 1’000. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich. Der Staat schreibt keine feste Einzahlungsgrenze vor, die Limiten kommen also von der Veranstalterin und vom Kunden — und der wichtigste Teil ist, dass ein Limit zu senken nur eine Minute dauert.

Daneben gibt es die Spielsperre. Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Wer sich sperren lässt, sperrt sich breit.

Die Altersgrenze ist gesetzlich und nicht verhandelbar: Sporttip-Wetten stehen Personen ab 18 Jahren offen, unter 18 Jahren ist die Teilnahme ausgeschlossen (Art. 72 BGS). Eine Spielsperre muss bestehen, wenn eine solche vorliegt, und jede Person darf sich nur einmal registrieren. Zur Online-Registrierung bei Swisslos braucht es mindestens 18 Jahre sowie Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Swisslos-Vertragsgebiet. Die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adress-Datenbanken geprüft. Ein zweites Konto unter dem Namen eines Angehörigen ist bei einem bewilligten Anbieter kein Ausweg — bei einem ausländischen klappt es vielleicht, kostet aber im Streitfall jeden Anspruch.

Wofür die Einsätze am Ende arbeiten

Wohin die Erträge fliessen, ist in der Schweiz ausdrücklich geregelt und für Leser interessant, die wissen wollen, was von einem Wettschein noch ausserhalb der Buchmacherkasse landet. Der Reingewinn aus den übrigen Spielen ohne Lose wird nach der IKV 2020 zu 50 % nach ständiger Bevölkerungszahl und zu 50 % nach Spieleinsätzen auf die Vereinbarungskantone verteilt. Die Spielsuchtabgabe beträgt 0.5 % des Bruttospielertrags aus Lotterien und Sportwetten; 2025 waren das CHF 3’863’790.

Das erklärt, warum Lotterien und Sportwetten in öffentlicher Hand bleiben: der Überschuss ist Einsatzgebiet, nicht Gewinnmaximierung. Wer gegen die Erträge des Systems argumentiert, argumentiert gegen einen Teil der Denkweise der öffentlichen Haushalte.

Wem das zu ideologisch klingt, dem hilft ein Zahlungsblick. Wer bei einem ausländischen Anbieter wettet, unterstützt keinen kantonalen Ausgleich, sondern ein ausländisches Unternehmen. Wohin der Verlust am Ende fliesst, ist für den Kunden kein besonders wichtiges Kriterium, aber es ist eines.

Wenn Du gewinnst: Steuerfreibetrag, Kanton und Verrechnungssteuer

Gewinne aus Schweizer Sportwetten sind bis zum Steuerfreibetrag steuerfrei und je nach Kanton darüber hinaus anders geregelt. Der Bund dokumentiert das über die ESTV, inklusive der Höhe des Freibetrags und der Handhabung je nach Kanton. Ab dem Schwellenwert wird eine Verrechnungssteuer von 35 % vom Veranstalter einbehalten und kann über die Steuererklärung zurückgeholt werden.

Für den Alltag meist irrelevant: Gewinne bleiben unter dem Schwellenwert. Wer dennoch sagt, «meine Sportwetten sind steuerfrei», meint in der Praxis, dass die Schweiz keine Wettsteuer kennt. Genau deshalb lohnt der Hinweis: bei Fragen zu Steuern hilft ein Steuerberater oder die kantonale Steuerverwaltung — nicht dieses Dokument.

Anders sieht es bei Gewinnen aus, die bei ausländischen Anbietern anfallen: sie sind im Ausland versteuert und werden in der Schweiz nicht von der Verrechnungssteuer erfasst. Damit sind sie nicht automatisch unbeachtlich. Einzelne Kantone behandeln Gewinne aus ausländischen Grossspielen als vollumfänglich steuerbares Einkommen, unabhängig von der Höhe. Bei ausländischen Anbietern gilt also nicht das gleiche Ergebnis wie bei Schweizer Veranstaltern.

Bonus, Freiwette und die Bedingungen, die niemand zu Ende liest

In der Schweiz brauchen Gratisspiele und Gratisguthaben die vorgängige Zustimmung der Gespa (Art. 75 Abs. 2 BGS). Die Aufsicht hat 2025 insgesamt 24 Zustimmungen an die Loterie Romande und 8 an Swisslos erteilt.

Wenn eine Aktion bewilligt werden muss, bevor sie überhaupt erscheint, kann sie nicht gleichzeitig gross sein. Genau das ist die nützlichste Denkweise für Bonusseiten: die konditionierte Grösse ist ein Zeichen dafür, dass eine Aufsicht mitgelesen hat. Eine unbegrenzte Freiwette wäre für einen Schweizer Veranstalter nicht zulässig, und eine ausländische «kostenlose» Freiwette wäre kein Verstoss gegen diese Regel, würde aber auch nicht hier geprüft.

Wer eine Freiwette bekommt, sollte drei Dinge vergleichen: die Mindestquote für Voraussagen, die in der Aktion berücksichtigt wird, die Frist zwischen Gutschrift und Verfall und die maximale Höhe der Gutschrift. Und wer sein Konto in Schweizer Franken führt, nimmt Wechselkurse nicht in Kauf, weil die Konten in Schweizer Franken geführt werden.

Unterwegs am Telefon: was Apps und Register kosten

Apps sind praktisch, und sie zählen in der Schweiz zur regulären Nutzung. Die Sporttip App gibt es für iOS und Android. Eine gute App-Nutzung entlastet die Aufmerksamkeit, und Aufmerksamkeit bleibt die knappste Ressource bei einem Live-Spiel mit mehreren offenen Wetten.

Der eine Ort, an dem die Aufmerksamkeit am wenigsten ersetzt werden kann, ist der Jugend- und Spielerschutz. Die Aufsicht hat 2025 bei 200 Testkäufen an Verkaufsstellen in 47.5 % der Fälle eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft. Das ist ein gemessener Wert, und er betrifft den physischen Kanal; für Online-Konten gilt die Ausweiskontrolle der Veranstalter, und dort steht die Prüfung gegen Adressdatenbanken.

Drei weitere Regeln zur praktischen Nutzung. Eine Wette, deren Ereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn nachgeholt wird — bei einem mehrtägigen Turnier im Rahmen dieses Turniers —, ist ungültig: Eine Einzelwette wird zurückbezahlt, in einer Kombinationswette erhält die Voraussage Quote 1.00. Nicht beanspruchte Gewinne verfallen: Wer einen Gewinn nicht innerhalb von 26 Wochen nach der öffentlichen Bekanntmachung der Wettauswertung geltend macht, verliert ihn zugunsten des Zwecks der Swisslos; gegen eine verweigerte Auszahlung ist innert 10 Tagen per Einschreiben Einspruch zu erheben. Und bei Sporttip umfasst die reguläre Spielzeit die reguläre Spieldauer — im Fussball rund 90 Minuten — plus Nachspielzeit; Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Der teuerste Fehler am Wettprogramm ist deshalb nicht die Quote, sondern die Frage, welches Ergebnis überhaupt gewertet wird.

Sportwetten sind Glückssache — und eine Frage der Selbstbegrenzung

Wetten ist ein Zeitvertreib mit klarer Budgetgrenze, und das ist keine Beschwichtigung, sondern eine Beschreibung der Mathematik dahinter. Bei jeder Sportwette zahlen Spielende etwas, das genau dem entspricht, was der Anbieter für den riskierten Betrag an Kosten trägt. Wer Sportwetten als Einkommen betrachtet, beschäftigt sich mit einer anderen Frage — weniger mit Modellen und mehr mit dem Geld, das nicht mehr da ist.

Sportwetten sind keine geeignete Tätigkeit, um Schulden zu bezahlen, und sie sind kein Ersatz für Einkommen. Wer merkt, dass die Kontrolle verloren geht, kann eine Spielsperre eintragen lassen; die Spielsucht-Hilfe ist anonym und kostenlos, und sowohl Swisslos als auch die Loterie Romande nennen einen Hilfeweg. Weiterführende Hinweise zur Prävention und Spielsuchthilfe stehen in den Bedingungen und auf den Seiten der Aufsicht.

Wichtiger Punkt: Verlustlimiten gibt es in der Schweiz unabhängig vom Anbieter, aber nur bei den beiden bewilligten Veranstaltern schreibt die Aufsicht sie vor. Bei einem ausländischen Anbieter hängen sie an dessen eigenen Bedingungen — und meistens an der Frage, ob Du sie selbst setzt.

Swisslos Sporttip: App, Cash-Out und die Marge, die in jeder Quote liegt

Swisslos ist die Veranstalterin, die den deutschsprachigen Teil der Schweiz bedient, und sie tritt mit dem Produkt Sporttip auf. Sie untersteht dem Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51) und der Bewilligung für ein Grossspiel; zuständig ist die Gespa. Es ist eine von zwei Veranstaltern, die die interkantonale Regelung für Sportwetten überhaupt zulässt. Sitz der Trägerin ist Basel, und der Name der veranstaltenden Genossenschaft lautet SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft.

Bevor über Preise gesprochen wird, eine Einschränkung: Ein Online-Konto ist nur möglich für Personen mit Wohnsitz im Swisslos-Vertragsgebiet, also in den deutschsprachigen Kantonen, in Tessin und im Fürstentum Liechtenstein. Wer ausserhalb wohnt, braucht ein Konto der Westschweizer Veranstalterin, was für die meisten Tessiner und Zürcher keine Option ist.

Bei den Wetten selbst zeigt sich die Konstruktion des Angebots. Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten ist CHF 1, Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette CHF 1’000 und für eine Systemwette CHF 10’000. Swisslos kann die Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Ein Systemwetten-Limit von CHF 10’000 ist deutlich nicht die Grenze eines Buchmachers, der auf Kunden ausgerichtet ist, sondern die Grenze eines Veranstalters, der ein Konto mit klarer Obergrenze führt.

Cash-Out ist bei Swisslos vorhanden, und die Regeln sind eng. Es gibt Cash-Out für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und eine Garantie für jeden Markt besteht nicht. Der Cash-Out-Betrag ist tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden; Swisslos muss Cash-Out nicht für alle Wetten anbieten. Der Reiz am Cash-Out ist die Kontrolle, und der Preis dafür ist genau die Differenz, die der Betrag ausweist.

Eine Eigenheit des Live-Betriebs, die man erst nach dem ersten Live-Schein versteht: Bei Sporttip-Livewetten gilt die Wette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird; Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00. In spielentscheidenden Situationen — Elfmeter, Rote Karte, Videoschiedsrichter-Entscheid — kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. Ein Live-Schein ist damit nicht einfach eine Wette zu einem Preis, sondern eine Wette unter einer Annahme über den Spielstand, die im Sekundenbereich kippen kann.

Ein weiteres Konstruktionsmerkmal: voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung werden nur über die «Bet-Builder-Funktion» kombiniert. Nimmt Swisslos irrtümlich eine solche Kombination ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten. Das ist der Grund, warum eine Kombination aus Torschütze und Ergebnis im Wettschein getrennt erscheint, statt in einer Zeile zu landen.

Die Kosten, die dieser Anbieter in den Vordergrund stellt, liegen nicht in der Gebühr, sondern in der Quote selbst. Die Marge steckt in jeder Quote, und der Quotenschlüssel zeigt, wie viel davon beim Spielenden bleibt — bei Swisslos mit den zugelassenen Märkten, die in der behördlichen Liste stehen. Wer die verfügbaren Wetten zählt, findet keine exotischen Nebenmärkte. Ein Anbieter mit einer geschlossenen Marktliste kann keinen Wettbewerb über die Anzahl der Märkte führen, und das ist kein Fehler, sondern die Folge davon, dass Wildwuchs der Wetten reguliert ist.

Eine letzte Regel, die in jeden Vergleich gehört: Wer als Wettkämpfer an einem Wettereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten.

Die Bewilligung dieses Hauses ist die Sache, an der die Schweizer Verhältnisse am deutlichsten werden: zwei Veranstalter, zwei Produkte, und ein Vertrag für die Westschweiz. Der zusätzliche Aufwand, den Swisslos zu tragen hat, ist die Aufsicht selbst. Einprägsam ist dieser Anbieter, weil der Nutzen und die Grenze aus derselben Quelle stammen: der Bewilligung. Die klar gefassten Regeln — Mindesteinsatz auf CHF 1, volle Cash-Out-Regeln, ein Limitsystem mit Obergrenze — geben ein Angebot, das sich leicht prüfen lässt.

Loterie Romande Jouez Sport: dasselbe Gesetz, ein anderes Publikum

Die Loterie Romande (Société de la Loterie de la Suisse Romande) ist die zweite Veranstalterin. Sie verfügt über dieselbe Art Bewilligung in diesem Markt und untersteht derselben Aufsicht: die Veranstalterbewilligung und die Spielbewilligung nach BGS (SR 935.51), prüfend die Gespa. Ihr Produkt heisst Jouez Sport. Sie bedient die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura; ein Konto ist auch hier an diese Region gebunden.

Die Grössenordnung dieser Veranstalterin: 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende, Kontaktadresse Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne. Das ist eine Institution, kein Klub. Wer dort an einer Verkaufsstelle einen Wettschein abgibt, geht in eines von 2’350 Geschäften, und das ist in der Westschweiz üblicher als in der Deutschschweiz.

Die Westschweizer Sicht: Rund die Hälfte der Schweizer Bevölkerung lebt in Kantonen, die zu einem der beiden Gebiete gehören, und Werbetexte treffen deshalb nie auf einen Anbieter, der «für alle» arbeitet. Das ist die Eigenart des Systems: Zwei Konzessionen, zwei Gebietssprachen, und eine Karte, die sich nicht überlappt. Sie bleiben die Referenz, um das Niveau zu setzen, wenn eine neue Marke mit einem Versprechen auftritt.

Was in der Schweiz für Sportwetten aus der Liste folgt, gilt für dieses Produkt nicht anders. Die Westschweizer Veranstalterin hat als Veranstalterin die Aufsicht und Bedingungen, die Voraussetzungen und Zugänge für ihr Gebiet selbst festzulegen; nach aussen sichtbar ist vor allem, dass auch hier Bedingungen, Altersgrenze und Auszahlungswege gelten und keine Tagesaktion die Oberhand gewinnen. Was in deren eigenen Bedingungen steht. Was ich hier nicht bewerten kann: ob der Preisunterschied im Alltag gross ist, weil ich es nicht vergleiche. Für Spielende zählt die Sachlage: Wo ein Konto möglich ist, ist es ein Konto mit Schweizer Recht als Grundlage.

FortuneJack: kein Schweizer Weg zurück

FortuneJack ist ein ausländischer Anbieter ohne Schweizer Bewilligung, und mehr lässt sich über sein Verhältnis zur Schweiz nicht sagen. Solange er keine Schweizer Bewilligung hat, hat er hier keine Wirkung (Art. 4 BGS); er hat keine Verbindung zum Schweizer Sperrregister, und es gibt keinen Schweizer Rechtsschutz. Die Gespa führt die Domain auf ihrer Sperrliste, was das bekannte Domain-Hopping zur Folge hat.

Die praktische Frage lautet nicht, ob die Seite funktioniert, sondern ob sie morgen noch funktioniert. Für den Nutzer bleibt der Umweg über eine Zahlung, die nicht auf Schweizer Rechtsweg zurückholbar ist. Wenn der Anbieter die Zusammenarbeit später beendet oder nicht fortführt, bleiben die Kontoaktivitäten der Schweizer Nationalität nicht nachweisbar; Ansprechstelle im Streitfall ist die eigene Konto-Verwaltung, nicht die Aufsicht.

Konto und Auszahlung: Wer die Bedingungen dieses Hauses liest, findet Bedingungen für Konten, Ausweise und Auszahlungen vor. Was ein Konto auf der Anbieterseite kostet, wird an der Prüfung gemessen. Wer die Bedingungen vor dem ersten Wettschein liest, erspart sich die Auseinandersetzung danach. Der Aufwand lohnt, weil der Zugang zu Schweizer Behörden nicht besteht. Für ein Spiel bei kleineren Beträgen im Test ist dieses Risiko gering — nicht deshalb gering, weil nicht viel auf dem Spiel steht, sondern weil das Risiko einen kleinen Betrag betrifft. Anders als bei einem Schweizer Anbieter gibt es keinen Schutzweg: Der Schutz der Schweiz reicht nicht über Schweizer Grenzen.

Gamdom: wer die Auswahl schätzt, zahlt den Umweg

Gamdom ist ein Anbieter ohne Schweizer Bewilligung. Die Gespa sperrt den Zugang zu diesem Angebot über DNS, was zum Ausweichen auf neue Webadressen führt. Der Anbieter untersteht nicht dem Schweizer Sperrregister, und Schweizer Rechtsschutz ist ausgeschlossen.

Kleine Namen bewegen sich in diesem Markt schnell: Neue Domain, neuer Name, neuer Kontoordner. Es ist Fakt, dass dieser Anbieter eine Alternative darstellt; eine Bewilligung nach Schweizer Recht ist hingegen nicht vorhanden.

Wichtig für die Einschätzung: Bei einer gemeldeten ausländischen Bewilligung entfaltet diese in der Schweiz keine Wirkung (Art. 4 BGS). Eine Entscheidung für diesen Anbieter ist damit eine Entscheidung für die Logik des Inhalts, nicht des Rechtswegs.

Wem die Kontoeröffnung zu langsam ist, hat hier wenig Berührungspunkte mit dem Formular: was die Plattform ihren Kontoordnern anbietet, liegt ganz bei der Plattform. Ob und mit welchen Verlustlimiten ein Konto geführt wird, folgt allein aus deren eigenen Nutzungsbedingungen. Der Ausweg bleibt derselbe wie bei jedem Auslandsgeschäft: ein separates Konto mit Inhalt, der die Kontrolle behält.

ZotaBet: ein Anbieter, der kaum Marktanteile will — und keiner mit Schweizer Bewilligung

ZotaBet ist ein Anbieter ohne Schweizer Bewilligung, der auf dem helvetischen Markt keine Bedeutung hat. Die Aufsicht sperrt den Zugang, sofern sie die Seite erfasst.

Interessant an diesem Namen ist, wie wenig er sein will: das Verhältnis zur Schweiz bleibt eine Notiz. Es gibt keine bewilligte Präsenz, kein Sperrregister, keinen Schweizer Rechtsschutz; alles Weitere regelt die Domain selbst. Als Vergleichsgrösse in der Liste taugt das nicht. Als Beleg dafür aber, wie schnell sich der Markt mit ausländischen Namen füllt, ist es ein gutes Exempel.

Zum Vergleich gehört noch eine Selbstverständlichkeit: Wer sein Konto über Zusammenfassungen von Inhalten führt, findet keine Auswertung; der eine und andere Anbieter stimmt in der Angabe nicht mit der Wirklichkeit überein. ZotaBet bleibt inhaltlich unauffällig — als Schweizer Buchmacher ohne Bewilligung bleibt er schlicht der Sache nach ausser Konkurrenz.

1Bet: die Marge ist der einzige Fixpunkt

1Bet ist ein ausländischer Anbieter ohne Schweizer Bewilligung, und diese Bezeichnung fasst zusammen, was sich über sein Verhältnis zur Schweiz sagen lässt. Die Domain kann auf die Sperrliste der Gespa gesetzt werden, mit den Konsequenzen des Domain-Hoppings; ein Schweizer Rechtsschutz besteht nicht.

Die Marge ist der Fixpunkt, der bei jedem Anbieter dieser Art bleibt. Was im internationalen Vergleich in einem 1X2-Markt liegen bleibt, hängt an der Preisstellung des Anbieters, und die gehört zu seinen Aktionsinstrumenten. Ein Vergleich, der nur die Höhe einer einzelnen Quote betrachtet, verdeckt, dass die Marge über den ganzen Katalog verteilt wird: die Quote im Hauptmarkt darf glänzen, während der Preis in den Nebenmärkten den Ausgleich macht. Seriöse Prüfung sollte deshalb nicht auf einen Premium-Preis am oberen Ende schauen, sondern auf die breite Verteilung.

Für Spielende sind die Chancen auf einen Rückweg entscheidend, und die fehlen hier. Wer bei einem Haus ohne Schweizer Bewilligung spielt, hat keinen Schweizer Rechtsweg — was über die Domain und die dort geltenden Bedingungen hinausgeht, bleibt ohne Prüfung. Das ist kein moralisches Argument, sondern eine klare Zuordnung.

IviBet: was ein Konto ohne Schweizer Bewilligung nicht kann

IviBet ist ohne Schweizer Bewilligung in diesem Markt und kann Konten anbieten, aber nicht aus Schweizer Recht heraus. Ein Schweizer Rechtsschutz besteht nicht, und eine Verbindung zum Schweizer Sperrregister fehlt.

Die entscheidende Einschränkung ist die Reichweite der Schweizer Bewilligung: Sie gilt nur in der Schweiz (Art. 4 BGS). Bei einem Konto ohne Bewilligung steht die Schweiz nicht als Anlaufstelle zur Verfügung. Wer eine Beschwerde hat, wendet sich an den Anbieter — nicht an die Gespa, nicht an eine Schweizer Stelle.

Für Spielende ergibt sich daraus eine einfache Regel: Wer in der Schweiz spielt, sollte dort spielen, wo eine Bewilligung besteht. Das ist keine Beratung, sondern eine klare Zuordnung.

Fezbet: die Zone der Reichweite bleibt Schweizer Recht

Fezbet ist ein ausländischer Anbieter ohne Schweizer Bewilligung, und der Bewertungsrahmen bleibt derselbe. Die Domain kann auf die Sperrliste der Gespa gesetzt werden, mit den Konsequenzen des Domain-Hoppings; Schweizer Rechtsschutz besteht nicht, und eine Verbindung zum Schweizer Sperrregister fehlt.

Die «Auslandsfalle» wird in diesem Bereich offenbar: In den Bedingungen steht, dass die Bewilligung nur in der Schweiz gilt (Art. 4 BGS). Eine Betrachtung, die bei einem ausländischen Anbieter die ausländische Bewilligung als Schutzschild anführt, übersieht, dass Schweizer Gerichte nicht zuständig sind.

Wer ein Konto bei einem solchen Anbieter führt, sollte entweder die Verluste verschmerzen können, die in der Schweiz nicht durchsetzbar sind, oder eine ausländische Rechtsschutzversicherung prüfen. Für den Alltag gilt: Der Anbieter bleibt eine Option für diejenigen, die Zugang zu mehreren Sportarten und einen beweglichen Bonus schätzen — nicht ein Anbieter mit Schweizer Schutz.

Cloudbet: kein zweiter Platz in der Schweizer Rangliste

Cloudbet ist ein Anbieter ohne Schweizer Bewilligung, und diese Zuordnung bleibt wie bei allen anderen. Ein Schweizer Rechtsschutz besteht nicht.

Nützlich ist diese Zeile als Vergleichsgrösse: Wer die Domain und den Anbieter verwechselt, merkt an dieser Stelle, dass es keine Schweizer Bewilligung gibt. In der Rangliste ist das kein zweiter Platz, sondern ein Verweis darauf, dass die Schweizer Bewilligung nach Art. 4 BGS nur in der Schweiz gilt.

Was ein Konto bei einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung kann: das Verhalten des Spielenden, der seine Einschränkungen selbst setzt. Wer sein Spiel ohne ein Limit führt, merkt beim Spielen weniger. Mit Limit ist es anders.

Betwinner: viele Sportarten, kein Schweizer Rechtsweg

Betwinner ist ein internationaler Anbieter ohne Schweizer Bewilligung. Die Domain kann auf die Sperrliste der Gespa gesetzt werden, mit den Konsequenzen des Domain-Hoppings. Ein Schweizer Rechtsschutz besteht nicht.

Anbieter wie dieser sind für viele Leser attraktiv, weil die Liste der Sportarten und die Zahl der Wettmärkte grösser ist als bei Schweizer Wettanbietern. Der Preis für diese Breite ist dieselbe fehlende Anbindung: kein Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg. Wer die Breite braucht, gewinnt sie dort; wer die Rückwege braucht, findet sie hier nicht. Ein Kompromiss wäre bei einem Anbieter mit Schweizer Bewilligung nachzusehen, ob die Sportart dort überhaupt im Programm steht — bei einer geschlossenen Liste ist die Antwort schnell.

Was die Runde durch die Marken nicht beantworten kann

Aus den zehn Zeilen folgt eine Antwort, die manchen nicht schmeckt: Die Beschreibung eines neuen Anbieters endet in der Schweiz nicht mit einem guten oder schlechten Urteil, sondern mit einem Vorhandensein oder Nichtvorhandensein. Zwischen Achtzehnjährigen mit einem Betrag, den sie notfalls abschreiben können, und einem Spieler, der eine Sperre braucht, liegen zwei verschiedene Anbieter: der eine mit Schweizer Rechtsschutz, der andere ohne.

Wer nur wissen will, welche Bedingungen er einhält, hat bei Swisslos und Loterie Romande die vollständige Prüfung. Wer eine einzelne Sportart oder eine allgemein verfügbare Zahlungsmethode jenseits der Schweizer Zahlungswege sucht, findet diese bei den ausländischen Anbietern — auf eigene Regeln gestützt, ohne Schweizer Schutz. Wer das Konto nur zur Unterhaltung nutzt und die Kontrolle behält, findet bei jedem der zehn Namen irgendetwas. Diese Feststellung ist der ehrlichste Satz der Liste: sie ersetzt kein Urteil, sie ist das Urteil.

Häufige Fragen

Was ist ein Buchmacher, und wie verdient er an jeder Wette?

Ein Buchmacher nimmt Wetten zu festgelegten Quoten an und zahlt Gewinne aus. Verdient wird an der Marge, die in jeder Quote steckt: die Summe der Wahrscheinlichkeiten der Gegenausgänge eines Marktes ergibt über 100 %, und der darüber hinausgehende Teil ist der Preis für die Annahme der Wette. Bei Swisslos liegt die Veranstaltung bei der SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft.

Wer darf in der Schweiz Sportwetten anbieten, und was heisst «neu» in diesem Zusammenhang?

Sportwetten sind ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz, und zugelassen sind die Kantone für zwei Veranstalter: Swisslos mit Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport. «Neu» heisst deshalb in der Schweiz nichts Weiteres — alles Weitere kommt aus dem Ausland, ohne Schweizer Bewilligung und ohne Schweizer Rechtsweg.

Welche Folgen hat es, bei einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung zu wetten?

Eine ausländische Bewilligung hat in der Schweiz keine Kraft (Art. 4 BGS). Es gibt keinen Schweizer Rechtsschutz, keine Verbindung zum Schweizer Sperrregister und keine Zuständigkeit Schweizer Stellen; die Domain kann auf die Sperrliste kommen, und Gewinne bleiben nach kantonalem Steuerrecht wie bei einer Schweizer Wette steuerfrei.

Wie berechnet sich ein Gewinn aus Einsatz und Quote?

Der Gewinnbetrag ist Einsatz mal Quote, bei Kombinationen das Produkt der Einzelquoten. Bei Sporttip wird das Ergebnis auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und anschliessend auf 5 Rappen abgerundet. Aus CHF 10 Einsatz und Quote 2.10 ergibt sich somit CHF 21.00 — die Rundung fällt dem Spielenden zu.

Welche Verlustlimiten und welche Spielsperre gelten vor und während des Wettens?

Vor der ersten Teilnahme müssen bei Swisslos Verlustlimiten für 1, 7 und über 30 Tage gesetzt werden, mit einer Oberlimite von CHF 9’999 und CHF 1’000 für unter 21-Jährige; Senkungen gelten sofort, Erhöhungen nach 72 Stunden. Zusätzlich gibt es die Spielsperre von 1 bis 180 Tagen.

Sind Gewinne aus Sportwetten steuerfrei, und was bedeutet «je nach Kanton»?

Gewinne aus Schweizer Grossspielen sind bis zu einem Steuerfreibetrag einkommenssteuerfrei; dessen Höhe unterscheidet sich je nach Kanton, weshalb keine einzelne kantonale Zahl hier als Massstab gelten kann. Ab dem Schwellenwert zieht der Veranstalter zusätzlich die Verrechnungssteuer ab; diese wird über die Steuererklärung zurückgeholt.

Inhalt erstellt vom Team «quotenerklaert»