Sportwetten per App mit Echtgeld: zwei Bewilligungen, zehn Anbieter, ein Preis

Updated Oktober 2026
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Eine Hand hält ein Smartphone mit schwarzem Bildschirm vor einem Zugfenster, draussen ziehen Hügel und Wiesen vorbei.

Stand: Oktober 29, 2026. Die Bewilligungsangaben wurden gegen die Veranstalterbewilligungen nach dem Geldspielgesetz und die Aufsicht der Gespa geprüft.

Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf.

Wer in der Schweiz mit echtem Geld über eine App auf Fussball, Eishockey oder Tennis setzen will, stösst auf eine Zahl, die die ganze Branche sortiert: zwei. Zwei Veranstalter dürfen es, und beide gehören der öffentlichen Hand. Alles andere, was im App-Store unter Sportwetten läuft und mit Krypto oder Karte lockt, hat hier keine Bewilligung. Das ist keine Fussnote zum Thema, es ist das Thema. Denn der Preis einer Wette setzt sich in der Schweiz nicht aus dem Bonus zusammen, sondern aus einer Quote, einer Limite, einem Auszahlungsweg und einer Aufsichtsbehörde, die im Zweifel angerufen werden kann. Bei den einen ist das vorhanden, bei den anderen nicht.

Der Suchbegriff «echtgeld» verspricht die schnelle Nummer. Die Wirklichkeit der bewilligten Apps ist eine andere: Verlustlimiten vor der ersten Wette, ein Konto auf den eigenen Namen, Auszahlung nur auf ein Konto, das ebenfalls auf den eigenen Namen lautet. Wer das vorher weiss, entscheidet besser.

Die zehn Wett-Apps im Vergleich: zwei mit Bewilligung, acht ohne

Zehn Namen stehen hier nebeneinander, und die Tabelle sagt in einer Spalte, was sonst drei Absätze braucht. Zwei davon haben eine Schweizer Bewilligung. Acht haben keine, und die Lizenz, auf die sie sich berufen, hat in der Schweiz keine Wirkung.

Eine Kaffeetasse und ein aufgeklappter leerer Notizblock stehen auf einem Balkontisch mit Blick über Hausdächer.
Der Gewinnbetrag einer Sporttip-Wette ergibt sich aus Einsatz mal Quote und wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen genau abgerundet.
Anbieter Schweizer Bewilligung Veranstalter bzw. berichtete Lizenz
Swisslos Sporttip Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS (SR 935.51), Aufsicht Gespa SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel
Loterie Romande Jouez Sport Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS (SR 935.51), Aufsicht Gespa Loterie Romande, Société de la Loterie de la Suisse Romande
IviBet keine Schweizer Bewilligung berichtete Lizenz ohne Kraft in der Schweiz (Art. 4 BGS)
Rainbet keine Schweizer Bewilligung berichtete Lizenz ohne Kraft in der Schweiz (Art. 4 BGS)
Interwetten keine Schweizer Bewilligung berichtete Lizenz ohne Kraft in der Schweiz (Art. 4 BGS)
BC.Game keine Schweizer Bewilligung berichtete Lizenz ohne Kraft in der Schweiz (Art. 4 BGS)
BetFury keine Schweizer Bewilligung berichtete Lizenz ohne Kraft in der Schweiz (Art. 4 BGS)
Betscore keine Schweizer Bewilligung berichtete Lizenz ohne Kraft in der Schweiz (Art. 4 BGS)
N1 Bet keine Schweizer Bewilligung berichtete Lizenz ohne Kraft in der Schweiz (Art. 4 BGS)
AmunRa keine Schweizer Bewilligung berichtete Lizenz ohne Kraft in der Schweiz (Art. 4 BGS)

Der entscheidende Punkt liegt in der zweiten Spalte und wird beim Scrollen schnell übersehen. Eine Veranstalterbewilligung und eine Spielbewilligung nach dem Geldspielgesetz bekommt in der Schweiz, wer ein Grossspiel durchführen darf. IviBet, Rainbet, Interwetten, BC.Game, BetFury, Betscore, N1 Bet und AmunRa haben sie nicht. Die Lizenz, die sie in ihren Fusszeilen führen, mag in Curaçao, Malta oder sonst wo gelten — nach Art. 4 BGS gilt eine Bewilligung nur in der Schweiz, wenn sie eine Schweizer ist. Aus einer ausländischen Lizenz folgt hier gar nichts.

Die Gespa führt die Domains solcher Anbieter auf der Sperrliste, und die Schweizer Telekom-Anbieter blockieren sie per DNS. Ende 2025 standen 671 Domains darauf, die erste Liste stammt vom 3. September 2019. Wer heute eine dieser Seiten aufruft, sieht eine Fehlermeldung statt eines Wettscheins. Blockierte Domains werden innerhalb von Stunden ersetzt — die Gespa nennt dieses Hin und Her Domain-Hopping und führt Interwetten und Bet-at-Home als Beispiele, auch bet365 steht auf der Liste. Das ist ein Katz-und-Maus-Spiel, dessen Kosten der blockierte Nutzer trägt: er verliert den Zugang, nicht der Anbieter.

Für den Vergleich der Apps selbst bleiben damit genau zwei Kandidaten, und der eine schliesst den andern aus, bevor überhaupt ein Konto entsteht. Sporttip gehört dem Swisslos-Vertragsgebiet: AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH, dazu der Kanton Tessin und das Fürstentum Liechtenstein. Jouez Sport gehört den sechs Westschweizer Kantonen Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Wer in Zürich wohnt, kann bei der Loterie Romande kein Online-Konto eröffnen; wer in Genf wohnt, keines bei Swisslos. Diese Aufteilung nach Sprachregionen empfinde ich als die ehrlichste Antwort auf die Frage nach der «besten» App: sie ist für die meisten keine Wahl, sondern eine Zuweisung.

Die Loterie Romande ist kein Zwerg. Sie zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende, Kontaktadresse Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne. Swisslos wiederum verteilte für 2025 einen Reingewinn von CHF 562 Mio., davon CHF 506 Mio. an die kantonalen Fonds und CHF 56 Mio. an die Stiftung Sportförderung Schweiz für Swiss Olympic, Fussball, Eishockey und Sporthilfe. Aus den Sportwetten stammten CHF 109 Mio., im Vorjahr CHF 122 Mio. Wer auf der Sporttip-App setzt, finanziert also nicht nur den eigenen Nervenkitzel, sondern auch die kantonale Sportförderung. Das ist der eigentliche Bonus dieses Systems. Und es ist kein Zufall, dass beide Häuser gemeinsam den ganzen Schweizer Markt ausmachen. Es gibt keinen dritten Bewerber, weil das Gesetz keinen zulässt.

Was eine Echtgeld-App in der Schweiz bedeutet: Konto, Guthaben, Identität

Die Grundlagen sind unspektakulär und genau deshalb wichtig. Wer in einer App um echtes Geld spielt, hat dort kein anonymes Portemonnaie, sondern ein Spielerkonto mit Namen, Adresse, E-Mail, einem geprüften Ausweis und einem Guthaben, über das Limiten und Sperren durchgreifen können. Die Anmeldung selbst ist das erste Kostenkapitel: Wohnsitz oder gewöhnlicher Aufenthalt im Vertragsgebiet, mindestens 18 Jahre, keine bestehende Spielsperre, und nur eine Registrierung pro Person. Die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adress-Datenbanken geprüft.

Ein schwerer Eichentisch mit leeren Stühlen steht in einem Sitzungszimmer vor einem grossen Fenster.
Zur Online-Registrierung bei Swisslos braucht es mindestens 18 Jahre sowie Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Swisslos-Vertragsgebiet.

Diese Prüfung kostet den Anbieter und nicht den Spielenden, aber sie kostet Zeit: bis sie durch ist, gibt es kein Cash-Out und keine ersten Wetten. Wer eine schnelle Verifizierung erwartet, bekommt stattdessen eine gründliche. Bei den ausländischen Apps dagegen ist die Anmeldung oft in zwei Minuten erledigt — schneller, aber auch wertloser. Das ganze Kostenargument der Seite steckt in diesem Tauschhandel: Tempo gegen Schutz.

Diese Prüfpflicht blendet ab. Zwei Häuser, ein Prüfschritt, ein Konto auf den eigenen Namen — und dabei wird es bleiben, solange das Geldspielgesetz steht. Wer bei seinem Ferienaufenthalt in einem anderen Kanton auf die Idee kommt, das Swisslos-Vertragsgebiet zu wechseln, um eine zweite App zu eröffnen, wird von der Adressprüfung gestoppt. So ist es gedacht.

Wieviel Guthaben auf dem Konto stehen darf und wie es dorthin kommt, ist ebenfalls geregelt. Bei Swisslos lässt sich Spielguthaben per Online-Zahlungsmöglichkeit oder Einzahlungsschein kaufen, mit einem Mindestbetrag von CHF 20 — und nur solange das Wallet-Guthaben CHF 9’999 nicht übersteigt. In 30 Tagen sind höchstens CHF 10’000 möglich. Als eine Zahlungsart bietet Swisslos PostFinance Pay an, bei dem die Transaktion direkt in der PostFinance App bestätigt wird. Bezahlt wird also nicht «mit Kredit», wie der Anbieter es nennen würde: das Geld muss vorhanden sein, und es wandert in ein getrenntes Guthaben, bevor es in einer Wette stecken kann.

Ein Guthaben, das vor der ersten Quote bezahlt werden muss, hat einen Vorzug und einen Nachteil. Der Vorzug: eine Kombination aus vielen Wetten kann nicht über eine Kreditlinie hinauslaufen, das Guthaben bildet die harte Grenze. Der Nachteil: das Geld liegt beim Veranstalter, bis es ausgezahlt wird, und Gratisspielguthaben aus Promotionen ist nicht auszahlbar. Wer sich einbildet, die Gratiswette sei eine kleine Auszahlung, irrt — sie lässt sich nur verspielen.

Das führt zu dem Punkt, an dem die App vom Spielzeug zum Produkt wird: dem Auszahlungsweg. Bei Swisslos gibt es innerhalb von 365 Tagen zweimal pro Jahr eine Gratisauszahlung auf ein auf den eigenen Namen lautendes Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto. Ab der dritten Auszahlung kann eine Kommission von drei Prozent belastet werden, die Überweisung erfolgt innert fünf bis zehn Arbeitstagen. Gewinne bis CHF 1’000 pro Spielbestätigungsquittung werden automatisch dem Wallet gutgeschrieben; Gewinne über CHF 1’000 werden bei bekannter Zahlungsverbindung innert drei Arbeitstagen auf das Bank- oder Postkonto überwiesen.

Die Drei-Prozent-Kommission ist ein Betrag, den kein Werbespot erwähnt. Wer zweimal im Jahr sein Guthaben abräumt, zahlt nichts. Wer es beim dritten Mal nicht gelernt hat, zahlt. Und niemand sollte die erste Auszahlung in der Silvesternacht planen: fünf bis zehn Arbeitstage heissen im Bankalltag zwei Wochen, in denen das eigene Geld nicht im eigenen Portemonnaie liegt.

Wer das Konto in einer App führt, führt auch ein Wettprogramm, das von aussen gelenkt wird. Die Bundesaufsicht veröffentlicht die Liste der erlaubten Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten in der jeweils gültigen Fassung, aktuell die Version vom 10. September 2026. Qualifikationsrunden stehen nur darauf, wenn sie aufgeführt sind, Frauenwettbewerbe ebenso, Ranglistenwetten nur, wenn die Rangliste über die Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb oder über das Podest entscheidet. Wetten auf Trainingsläufe fehlen ganz. Eckball- und Kartenmärkte sucht man auf der Liste vergeblich, eine Esport-Sektion gibt es nicht. Wer sich wettet, weil er in einer anderen App Kartenmärkte gewohnt war, wird hier nicht fündig — und darf nicht darauf hoffen, dass sich das mit dem nächsten Update ändert. Es ist nicht das Update, es ist das Gesetz.

Ereignisse, an denen überwiegend Minderjährige beteiligt sind, sind ohnehin gesperrt. Das erinnert daran, dass eine Wette in der Schweiz eine öffentliche Veranstaltung unter Aufsicht ist, keine Wette unter Freunden. Wer als Wettkämpfer selbst an einem Ereignis teilnimmt, darf darauf nicht setzen. Das ist eine Regel, die in der Verordnung steht und nicht in der App-Beschreibung, und sie lässt sich nicht wegklicken.

So sieht das Grundgerüst aus. Wer den Weg bis hierher nachvollzogen hat, kennt den Preis einer Echtgeld-Wette in der Schweiz besser als neun von zehn Werbetexten.

Wo Wetten mit Echtgeld erlaubt sind: Gespa, BGS und die geschlossene Liste

Online-Sportwetten sind ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz, in Kraft seit dem 1. Januar 2019, und wer sie anbietet, braucht eine Veranstalterbewilligung und eine Bewilligung pro Spiel. Aufsicht führt die Gespa, die Interkantonale Geldspielaufsicht mit Sitz in Bern; die Aufsicht über die Casinos, die ESBK, hat damit nichts zu tun. Eine Bewilligung gilt nur in der Schweiz — das ist der Satz, an dem sich alles entscheidet.

Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter von Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt. Mehr gibt es nicht, und die Gespa veröffentlicht deshalb keine Liste weiterer bewilligter Buchmacher, weil keine existieren. Was sie publiziert, ist die Sperrliste der blockierten ausländischen Domains. Die Reingewinne der Grossspiele gehen an gemeinnützige Zwecke in den Kantonen.

Wer ohne Schweizer Bewilligung Sportwetten organisiert, macht sich strafbar — bis drei Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Handeln bis fünf Jahre. Der Spielende wird nach der Rechtslage des Bundesamts für Justiz nicht bestraft. Das klingt harmlos, ist es aber nicht: in Verfahren gegen den Anbieter können Einsätze und Gewinne eingezogen werden, und ausländische Gewinne sind nach kantonaler Praxis steuerbar. Der Kanton Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen als vollständig steuerbares Einkommen, unabhängig von der Höhe. Und weil ein ausländischer Anbieter nicht an das Schweizer Sperrregister angeschlossen ist, greift dort auch keine Spielsperre, die in der Schweiz registriert wurde.

Das ist der Kern der Sache: eine Selbstsperre, die im Schweizer Register steht, hält bei Swisslos und Loterie Romande, aber nicht bei einem Anbieter mit Sitz in Curaçao. Wer aus einem Problem heraus sperrt, sperrt sich mit dem einen Klick nur dort, wo er ohnehin gespielt hat.

Die Bewilligungspflicht hat eine Kehrseite, die man nicht schönreden soll. Wer sich für eine lizenzierte App entscheidet, bekommt vollen Schweizer Schutz, aber auch ein enges Korsett: eine geschlossene Liste von Sportarten und Wettarten, eine Wohnsitzpflicht, eine Verifizierung mit Ausweis und Adressabgleich, keine Kreditvergabe an Spielende. Wer sich für einen ausländischen Anbieter entscheidet, bekommt mehr Märkte und breitere Auswahl, aber keinen Schweizer Rechtsweg und keine Schweizer Spielsperre. Beides als «sicher» zu verkaufen, wäre falsch. Die Wahl ist eine Wahl zwischen zwei Paketen: reguliert und schmal gegen unreguliert und breit.

Der praktische Prüfpunkt für den Leser ist der eigene Wohnsitz. Ein Deutscher in Basel kann kein Swisslos-Konto eröffnen, ein Basler in Berlin auch kein Österreicher-Konto — die Anmeldung scheitert an derselben Hürde. Wer wissen will, ob ein Anbieter eine Schweizer Bewilligung hat, braucht keine Tabellen: die Liste der bewilligten Veranstalter ist kurz genug, um sie auswendig zu kennen.

Ein Detail aus der Aufsichtspraxis gehört dazu, weil es die Grenzen der Kontrolle markiert. Die Gespa führte 2025 Testkäufe durch: an Verkaufsstellen wurde in 47,5 Prozent von 200 Fällen ein Sportwettangebot an einen Minderjährigen verkauft. Der Schutz am Schalter ist also nicht streng, jedenfalls nicht dort. Das schärft den Blick für die andere Seite: was die Online-Sperre im Konto leistet, muss sie im Konto leisten, weil es daneben wenig gibt, das es auffängt.

Bei Werbung ist der Spielraum noch enger. Werbung darf nicht aufdringlich oder irreführend sein und sich nicht an Minderjährige oder gesperrte Personen richten. Werbung für ein Spiel, das in der Schweiz nicht erlaubt ist, ist verboten und wird mit einer Busse von bis zu CHF 500’000 geahndet. Deshalb steht auf diesen Seiten auch keine Aufforderung, sich bei einem Anbieter ohne Bewilligung anzumelden: das wäre nicht nur unklug, es wäre in der Schweiz strafbar.

Gratisspielguthaben und Freispiele brauchen die vorherige Zustimmung der Gespa. Im Jahr 2025 erteilte sie deren 24 an die Loterie Romande und 8 an Swisslos. Diese Zahl erklärt, warum in der Schweiz niemand mit einem 200-Franken-Willkommenspaket winkt: es darf gar nicht. Und sie hilft bei der Einordnung jedes ausländischen Bonusangebots, das stattdessen in der Werbung steht — es existiert ausserhalb dieses Erlaubnisvorbehalts. Beträge und Bedingungen eines Bonus kommen ausserdem nur aus den Bedingungen des jeweiligen Veranstalters, nie aus einer Anzeige.

Steuern runden das Bild. Gewinne aus Schweizer Grossspielen sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommenssteuerfrei; die ESTV nennt Sportwetten ausdrücklich. Der Bundesbetrag liegt ab dem 1. Januar 2026 bei CHF 1’071’000, im Vorjahr CHF 1’070’400. Der kantonale Betrag weicht davon ab, je nach Kanton. Oberhalb der Schwelle behält der Veranstalter 35 Prozent Verrechnungssteuer ein, die über die Steuererklärung zurückgeholt wird. Ein normaler Wettender gewinnt weit unter dieser Grenze: keine Einkommenssteuer, keine Verrechnungssteuer auf dem Gewinn. Und es gibt keine Schweizer Wettsteuer auf Einsätze. Wer das anders liest, liest eine Marketingseite.

Schutz vor dem eigenen Zugriff: Verlustlimiten, Wartefristen, Spielsperre

Das Telefon hat den Wettschein aus dem Kiosk geholt und in die Hosentasche gesteckt. Diese Verfügbarkeit ist die eigentliche Neuerung der App-Wette, und sie ist der Punkt, an dem der Spielerschutz nicht mehr am Schalter stattfindet, sondern im Konto. Der Schweizer Weg dazu ist eigentümlich: Der Staat setzt keine Höchstgrenze, er verpflichtet die Veranstalter, Höchstwerte zu verlangen. Die Limiten setzt der Spielende selbst.

Bei Swisslos beginnt das vor der ersten Teilnahme. Es sind Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage zu setzen, mit einer Oberlimite von CHF 9’999, für Personen unter 21 Jahren von CHF 1’000. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich. Das Gesetz sieht für eine Erhöhung 24 Stunden vor; Swisslos und Loterie Romande wenden in ihren eigenen Bedingungen 72 Stunden an. Die längere Frist ist die, die zählt.

Diese 72 Stunden sind die wirksamste Massnahme im ganzen Paket, und sie sind unbequem. Unbequem ist hier ein Lob. Wer in einer Verlustserie die Limite hochsetzen will, sitzt drei Tage auf seiner Entscheidung, und in drei Tagen verfliegt die Aufregung. Der Preis dieser Bremse ist genau das, was sie leistet: sie nimmt dem Spielenden eine Entscheidung für eine Weile aus der Hand. Ich würde sie nicht wegverhandeln.

Die Limitenlogik hat einen zweiten Teil, der regelmässig übersehen wird. Wenn eine Limite von CHF 100 pro Woche greift und der Einsatz pro Einzelwette höchstens CHF 1’000 beträgt, dann ist die Einsatzlimite die theoretische Grenze und die Verlustlimite die praktische. Die Oberlimite von CHF 9’999 klingt hoch, ist aber das Dach des Systems, nicht das Angebot. Niemand muss sie ausschöpfen, und niemandem, der eine kleine Limite setzt, wird deshalb weniger Sport gezeigt.

Das Guthaben schützt vor dem zweiten Weg in den Verlust, dem Bezahlen auf Kredit. Beim Veranstalter darf nicht auf Kredit gespielt werden, und das Guthaben muss vorher gekauft werden. Wer CHF 50 einzahlt, kann CHF 50 verlieren. Diese harte Kante ist eine Wohltat, auch wenn sie sich nicht so anfühlt.

Gegen die dritte Stufe hilft nur die Sperre. Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Das heisst: der Entschluss gilt, auch wenn er am dritten Tag bereut wird. Eine unbefristete Spielsperre wird in ein schweizweites Register eingetragen und gilt dann auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos und im Fürstentum Liechtenstein. Eine freiwillige Sperre ist erst nach drei Monaten aufhebbar, und eine Fachstelle ist daran beteiligt. Eine selbst gewählte Pause von bis zu sechs Monaten muss ohnehin angeboten werden.

Diese drei Monate und die 180 Tage klingen nach Bürokratie und sind die eigentliche Dienstleistung. Gesperrte oder minderjährige Personen haben keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne — die Sperre ist keine Auszeit, sie ist ein Abbruch mit Rechtsfolge. Das ist hart formuliert und muss es sein, weil jede andere Formulierung die Sperre zu einer Option macht, die sich zurücknehmen lässt, sobald der Spielende eine Wette sieht, die er haben will.

Praktisch läuft der Schutz in einer Reihenfolge ab, die man vorher kennen sollte. Zuerst das Konto, dann die Limiten, dann das Guthaben, dann die Sperre als letzte Möglichkeit. Jede Stufe wirkt auf die nächste: eine tiefe Verlustlimite macht ein grosses Guthaben sinnlos, ein grosses Guthaben macht eine tiefe Einzahlungslimite wirkungslos, eine Spielsperre beendet alles gleichzeitig. Wer die Limiten erst dann setzt, wenn die erste Verlustserie da ist, setzt sie gegen den eigenen Kopf.

Ein Ort bleibt, an dem die Kontrolle nicht im Konto liegt, sondern im Raum: die Verkaufsstellen. Die Testkäufe der Gespa zeigen, dass dort ein Minderjähriger in 47,5 Prozent der Fälle ein Sportwettangebot bekam. Wer den Schutz der App ernst nimmt, sollte nicht annehmen, dass der Schalter dieselbe Sorgfalt aufbringt. Die Online-Limite ist wirksam, weil sie maschinell ist. Der Mensch hinter dem Tresen ist es nicht.

Der Touchscreen: Wettschein, Livewetten und Anmeldung in der App

Hier wird es handfest. Auf dem Telefon ist der Wettschein nicht nur kleiner, er ist auch anders gebaut: eine Voraussage pro Tipp, ein Warenkorb rechts unten, eine Quotenangabe, die sich bei Livewetten laufend ändert. Und in der Schweizer App gibt es etwas, das es sonst nicht gibt — Wetten lassen sich online über die Website oder die Sporttip-App auf iOS und Android abgeben, und in der App zusammengestellte Wetten können per QR-Code an einer Sporttip-Verkaufsstelle gespielt werden. Der Wettschein wandert also vom Zug über den Balkon bis in den Kiosk. Das ist kein Marketingdetail: wer kein Guthaben auf dem Konto hat, kann denselben Tipp am Schalter einlösen.

Diese App gibt es für iOS und Android, und wer sie einmal offen hat, sieht die Bausteine des Wettens als Schaltflächen. Einzelwette, Kombiwette, Systemwette. Langzeitwette. Livewette. Cash-Out. Der Wettschein sammelt, was man antippt, und die Gesamtquote entsteht aus dem Produkt der Einzelquoten. Bei Sporttip werden voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung nur über die Bet-Builder-Funktion kombiniert; nimmt Swisslos eine solche Kombination irrtümlich ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten. Für den Nutzer ist das eine Wette mit Rückfahrschein — nicht das, was man erwartet, wenn man den Tipp schon abgeschickt hat.

Wie viel eine Wette überhaupt einbringen kann, entscheidet sich an einer unscheinbaren Stelle: der Rundung. Der Gewinnbetrag ergibt sich aus Einsatz mal Quote, bei Kombinationen aus Einsatz mal Gesamtquote; danach wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf fünf Rappen genau abgerundet. Der Rundungsgewinn der zweiten Stufe geht an den Veranstalter, und bei einem Einsatz von CHF 1 mit Quote 2.10 sind die 5 Rappen ein Anteil am Bruttogewinn. Kleine Quoten und kleine Einsätze machen den Effekt grösser, denn 0.05 CHF sind bei einer Wette, die CHF 2.10 zurückbringt, zwei Prozent.

Livewetten sind das, was die App von einem Wettschein unterscheidet. Die Wette gilt unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird; Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00. Und in spielentscheidenden Situationen — Elfmeter, Rote Karte, Videoschiedsrichter-Entscheid — kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. Das ist die Kehrseite des Live-Vorteils: die App nimmt den Tipp an, aber der Tipp kann sich in der Sekunde, in der er geschickt wird, bereits aufgelöst haben, und dann steht die Quote 1.00 im Wettschein statt der Quote aus dem Moment, in dem der Finger das Display berührt hat.

Wer live spielt, spielt gegen eine Verzögerung. Der Stream, den man sieht, ist später als das Ereignis; die Quote im Wettschein ist früher als der Schuss. Das ist keine App-Schwäche, sondern Physik. Und deshalb geht eine Livewette in spielentscheidenden Szenen manchmal mit Quote 1.00 durch, ohne dass etwas kaputt wäre.

Cash-Out ist die Funktion, die am meisten Fantasie weckt und am wenigsten verspricht. Er existiert bei Sporttip für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und eine Garantie für jeden Markt besteht nicht. Dazu kommt der Preis: der Cash-Out-Betrag ist tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden. Der Marketingbegriff «Gewinne sichern» beschreibt also einen Verkauf zu einem Abschlag: die Differenz zwischen Cash-Out-Betrag und möglichem Wettgewinn ist der Preis der Sicherheit, und er wird nirgends ausgewiesen. Wer bei einer Quote von 3.00 nach einem Tor früh aussteigt, tauscht den Nettogewinn gegen einen kleineren sicheren Betrag — und zahlt für diese Sicherheit mehr als die Marge, die in der Ausgangsquote schon steckte.

Der Kombiboost ist das Gegenbeispiel, das zeigt, wann ein Boost tatsächlich etwas wert ist. Er gilt nur online, für Prematch, Live und Systemwetten, und verlangt mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1.50. Der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 Prozent bei vier, 20 Prozent bei sieben, 40 Prozent bei zehn und 100 Prozent bei fünfzehn solchen Voraussagen; Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert. Die Bedingung «mindestens 1.50» ist die eigentliche Hürde, nicht die Zahl der Voraussagen. Ein Kombinationswettschein aus fünf sicheren Favoriten zu je 1.20 erfüllt den Boost nicht, und fünfmal 1.20 sind 2.49 auf einen Einsatz — der Boost bleibt liegen, obwohl fünf Voraussagen da waren.

Quotenboosts und Profitboosts sind noch enger. Sie gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage, beziehungsweise erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz; beide sind pro Wettenden nur einmal nutzbar, in Einsatz und Erhöhung limitiert, und bei einem Cash-Out verfällt der Boost. Der letzte Halbsatz ist der, den man im Werbebild nicht sieht: wer den Boost nutzt und dann per Cash-Out aussteigt, verliert die Erhöhung, und die Wette rechnet sich wie eine gewöhnliche.

Die Spieldauer ist die dritte Stelle, an der eine App-Wette anders ist als der Tipp im Fernsehen. Die reguläre Spielzeit umfasst die reguläre Spieldauer plus Nachspielzeit; Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Ein 1X2 auf ein Cupspiel ist damit eine Wette auf 90 Minuten und kein Nachspiel — wer das beim Elfmeterschiessen bemerkt, hat nicht die Wette falsch gespielt, sondern die Regel nicht gelesen.

Und dann gibt es die Fälle, in denen gar nichts passiert. Wird ein Wettereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn nachgeholt — oder im Rahmen eines Turniers — ist die Wette ungültig: Einzelwetten werden zurückbezahlt, in Kombinationswetten erhält die Voraussage Quote 1.00. Der Kombinationswettschein bleibt bestehen, nur kleiner. Das ist keine Kulanz, das ist eine saubere Regelung, und sie kostet den Spielenden nichts ausser der enttäuschten Erwartung.

Was die App am Telefon noch bedeutet, betrifft die Verbindung selbst. Die Anmeldung läuft über die Zugangsdaten des Spielerkontos, ein Wettschein bleibt an dieses Konto gebunden, und das Guthaben ist nicht aus dem Gerät, sondern beim Veranstalter. Wer das Telefon verliert, verliert also nicht das Guthaben, aber den bequemen Zugang. Ein zweites Gerät einzurichten ist ein Vorgang, den der Betroffene kennt, und ein Konto in zwei Geräten zu führen halbiert nicht die Verluste.

Der letzte Punkt ist der Termin. Gewinne, die nicht innerhalb von 26 Wochen nach der öffentlichen Bekanntmachung der Wettauswertung geltend gemacht werden, verfallen zugunsten des Zwecks der Swisslos. Eine Einsprache bei verweigerter Auszahlung ist innert zehn Tagen per eingeschriebenem Brief zu erheben. Das sind keine Fristen aus dem Kleingedruckten einer fremden Seite, sondern die harten Grenzen der eigenen Ansprüche. Und sie sind der Grund, warum man Auszahlungen nicht liegen lässt: was nicht geltend gemacht wird, wandert in die Sportförderung.

Die geprüften Apps im Einzelnen: Swisslos Sporttip und Loterie Romande

Zwei Anbieter mit Bewilligung, acht ohne. Die Reihenfolge hier folgt dem Gesetz: zuerst die beiden, die dürfen, dann die acht, die in der Schweiz nicht dürfen, aber in den Ergebnissen der App-Stores auftauchen und deshalb eine Bewertung verdienen.

Swisslos Sporttip: das grosse Haus mit der engen Limite

Swisslos ist die SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel, und Sporttip ist ihr Sportwettenprodukt. Rechtliche Grundlage ist die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019, die IKV 2020. Die Bewilligung ist eine Veranstalter- und Spielbewilligung für ein Grossspiel nach dem BGS, SR 935.51, unter Aufsicht der Gespa. Das Vertragsgebiet umfasst die Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie den Kanton Tessin und das Fürstentum Liechtenstein.

Das Angebot selbst ist breit genug, um eine App zu füllen. Einzel-, Kombinations- und Systemwetten, Langzeitwetten, Livewetten, Cash-Out, ein Kombiboost, Quotenboosts, die Bet-Builder-Funktion. Wer aus einem ausländischen Buchmacher kommt, wird die Karten- und Eckballmärkte vermissen; sie stehen nicht auf der Liste der erlaubten Wettarten. Die Mindesteinsätze sind niedrig: CHF 1 für Einzel- und Kombinationswetten, CHF 1’000 als Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette und CHF 10’000 für eine Systemwette. Die Limiten kann Swisslos jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen — sie verschwindet nicht, sie kommt gar nicht erst zustande.

Der Schweiz-Bezug ist kein Nebensatz. Für 2025 verteilte Swisslos einen Reingewinn von CHF 562 Mio., davon CHF 506 Mio. an die kantonalen Fonds und CHF 56 Mio. an die Stiftung Sportförderung Schweiz. Aus den Sportwetten kamen CHF 109 Mio., ein Rückgang gegenüber CHF 122 Mio. im Vorjahr. Wer hier setzt, spielt in einem Kreislauf, der das Geld in der Region lässt. Das ist ein Strukturmerkmal, kein Bonus, aber es ist der grösste Unterschied zu einem Anbieter, dessen Gewinne nach Übersee wandern.

Ein Werkzeug fehlt allerdings, und es ist das, das viele am meisten schätzen würden: eine breite Auswahl an Auszahlungsarten. Ausgezahlt wird auf ein Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto, und die ersten zwei Auszahlungen pro Jahr sind gratis. Ab der dritten können drei Prozent anfallen. Damit entscheidet nicht der Geschmack, sondern die Frequenz: wer monatlich abräumt, zahlt sechsmal im Jahr für den Zugang zu seinem eigenen Geld.

Fazit. Swisslos Sporttip ist die richtige Wahl für alle, deren Wohnsitz im Vertragsgebiet liegt und die ein Produkt wollen, das nicht mit Bonusprozenten, sondern mit CHF 109 Mio. Sportwettenertrag und einer Gespa-Bewilligung auftritt. Der eigentliche Vorteil ist die 72-Stunden-Frist bei Limitenänderungen; der eigentliche Nachteil, dass die Auszahlung ab dem dritten Mal im Jahr Geld kostet und der Wettschein auf eine geschlossene Wettartenliste begrenzt bleibt.

Loterie Romande Jouez Sport: das Westschweizer Gegenstück mit derselben Bewilligung

Jouez Sport ist das Sportwettenprodukt der Loterie Romande, Société de la Loterie de la Suisse Romande, mit Kontaktadresse Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne. Die Bewilligung entspricht der von Swisslos: eine Veranstalter- und Spielbewilligung für ein Grossspiel nach dem BGS, SR 935.51, unter Aufsicht der Gespa. Das Vertragsgebiet sind die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura.

Die Loterie Romande ist keine kleine Nebenstelle, sondern ein etablierter Veranstalter mit 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitenden. Wer in Genf oder Lausanne wohnt, findet hier dasselbe Rechtsniveau wie bei Swisslos: Konto mit verifizierter Identität, Verlustlimiten vor der ersten Wette, dieselben Fristen von 72 Stunden für eine Erhöhung, dieselbe Sperre, die im schweizweiten Register landet. Die beiden Häuser stehen unter demselben Gesetz, und für einen Vergleich der Anbieter ist das die wichtigste Gemeinsamkeit überhaupt.

Was den Alltag betrifft, so ist die Westschweiz ein eigenes Vertragsgebiet und nicht ein Anhängsel. Ein Westschweizer kann nicht einfach zur grösseren Plattform wechseln, weil die Anmeldung an das Gebiet gebunden ist. Das ist eine Limite der Wahlfreiheit, die die Aufsicht im Gegenzug für einen geschlossenen Markt in Kauf nimmt.

Fazit. Jouez Sport ist das richtige Konto für alle mit Wohnsitz in Freiburg, Genf, Jura, Neuenburg, Waadt oder Wallis. Der Vorteil liegt nicht in einem Bonus oder einer Quote, sondern darin, dass hier die Westschweizer Variante desselben Schutzes steht — mit einer Filialstruktur oder einem Nebenangebot, das Swisslos nicht besitzt.

IviBet: ohne Schweizer Bewilligung

IviBet hat keine Schweizer Bewilligung. Die im Markt berichtete Lizenz hat nach Art. 4 BGS keine Kraft in der Schweiz, und nur Swisslos und Loterie Romande dürfen hier Sportwetten anbieten. Kein Anschluss an das Schweizer Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg. Die Domain kann von der Gespa auf die Sperrliste gesetzt und von den Telekom-Anbietern per DNS blockiert werden.

Fazit. Wer bei IviBet spielt, wählt ein Produkt ohne Schweizer Aufsicht und ohne einen Ort, an dem er sich im Streitfall beschweren könnte. Wer eine Schweizer Spielsperre hinter sich hat, findet hier ein Konto, obwohl das genau der Punkt ist, an dem die Schweizer Aufsicht ansetzt.

Rainbet: kein Eintrag im Schweizer Register

Rainbet operiert ohne Schweizer Bewilligung. Die Lizenz des Anbieters ist nach Art. 4 BGS ohne Kraft, und es besteht kein Anschluss an das Schweizer Sperrregister. Eine DNS-Sperre ist für diese Domains möglich.

Fazit. Ein Rainbet-Konto ersetzt keine Schweizer Sperre, sondern umgeht sie im Zweifel. Wer die Limitenfunktionen eines bewilligten Anbieters schätzt, wird hier weder dieselben Limiten noch dieselbe Aufsicht finden.

Interwetten: auf der Sperrliste genannt

Interwetten hat keine Schweizer Bewilligung. Die Gespa nennt den Anbieter ausdrücklich im Zusammenhang mit dem Domain-Hopping und mit der Sperrliste, auf der blockierte Schweizer Domains stehen; auch bet365 wird dort geführt. Eine berichtete ausländische Lizenz hat nach Art. 4 BGS keine Kraft in der Schweiz, und ein Anschluss an das Schweizer Sperrregister fehlt.

Fazit. Wer über eine blockierte Domain an Interwetten gerät, spielt in einer Grauzone, die von der Aufsicht als solche behandelt wird. Der Ausweg über eine neue Domain verschiebt das Problem nur, er löst es nicht.

BC.Game: kein Schweizer Zutritt

BC.Game verfügt über keine Schweizer Bewilligung. Die Lizenz des Anbieters besitzt nach Art. 4 BGS keine Wirkung in der Schweiz, und das Sperrregister ist nicht angeschlossen. Es handelt sich um ein Angebot, das nicht dem Schweizer Recht untersteht.

Fazit. Ohne Schweizer Bewilligung fehlt der Weg, auf dem ein Spieler in diesem Land zu seinem Recht kommt. Wer dennoch dort spielt, sollte wissen, dass eine Spielsperre der Schweiz hier nichts bewirkt.

BetFury: keine Schweizer Bewilligung

BetFury hat keine Schweizer Bewilligung. Die Lizenz des Anbieters ist nach Art. 4 BGS ohne Kraft, und es besteht kein Anschluss an das Sperrregister. Die Domain kann infolgedessen auf die Sperrliste gelangen.

Fazit. Wer die Schweizer Limitenlogik mit Senkung sofort und Erhöhung nach Frist gewohnt ist, findet hier ein Konto ohne diesen Riegel. Der Vergleich mit einer bewilligten App fällt damit in der wichtigsten Kategorie aus.

Betscore: kein Schweizer Veranstalter

Betscore hat keine Schweizer Bewilligung. Die berichtete Lizenz hat nach Art. 4 BGS keine Wirkung in der Schweiz, und ein Anschluss an das Schweizer Sperrregister fehlt. Eine Sperrung per DNS ist möglich.

Fazit. Gewinne aus einem solchen Anbieter sind nach kantonaler Praxis steuerbar, im Kanton Thurgau sogar als vollständiges Einkommen. Wer diesen Weg wählt, sollte die steuerliche Seite mitdenken und im Zweifel die eigene kantonale Steuerverwaltung fragen.

N1 Bet: keine Schweizer Bewilligung

N1 Bet hat keine Schweizer Bewilligung. Die berichtete Lizenz hat nach Art. 4 BGS keine Kraft in der Schweiz, das Schweizer Sperrregister ist nicht angeschlossen. Die Gespa kann die Domain auf die Sperrliste setzen.

Fazit. Ein Konto ohne Schweizer Aufsicht ist kein gleichwertiges Konto. Der einzige echte Gewinn gegenüber einer bewilligten App ist die breitere Auswahl — und dieser Gewinn wird mit dem Verlust jedes Schweizer Rechtswegs bezahlt.

AmunRa: ohne Schweizer Bewilligung

AmunRa hat keine Schweizer Bewilligung. Die berichtete Lizenz hat nach Art. 4 BGS keine Wirkung in der Schweiz, ein Anschluss an das Schweizer Sperrregister besteht nicht, und die Domain kann von den Schweizer Telekom-Anbietern blockiert werden.

Fazit. Wer seine Spielsperre ernst nimmt, sollte einen Anbieter ohne Registeranschluss nicht als Ausweichmöglichkeit behandeln. AmunRa mag ein breites Angebot führen; eine Schweizer Bewilligung führt es nicht.

Quoten, Limiten und Auszahlungen: was am Ende auf dem Konto landet

Die Rechnung am Ende einer Wette ist unspektakulär, und genau deshalb lohnt sie sich. Der Gewinnbetrag ergibt sich aus Einsatz mal Quote, bei Kombinationen aus Einsatz mal Gesamtquote, also dem Produkt der Einzelquoten. Danach wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf fünf Rappen genau abgerundet. Bei einem Einsatz von CHF 20 und einer Quote von 2.10 ergibt sich ein Bruttogewinn von CHF 42, der gerundet auf CHF 42.00 zurückkommt; bei einem Einsatz von CHF 1 bleiben von den CHF 2.10 nach der Rundung CHF 2.10, aber der Rundungsschritt arbeitet bei anderen Beträgen sichtbar. Es lohnt sich, diese Rundung einmal mit einem eigenen Einsatz nachzurechnen, bevor man die Limiten ausreizt.

Was danach kommt, ist eine Frage der Geduld. Auszahlungen gehen auf ein Konto auf den eigenen Namen, und die ersten zwei pro Jahr sind kostenlos. Fünf bis zehn Arbeitstage ist die Zeit, die Swisslos für die Überweisung nennt. Gewinne bis CHF 1’000 pro Spielbestätigungsquittung landen automatisch im Wallet, Gewinne darüber innert drei Arbeitstagen auf dem Bank- oder Postkonto. Wer also CHF 500 gewinnt, hat das Geld zuerst im Spielerkonto und muss es dann aktiv auszahlen lassen. Das ist ein Unterschied zur automatischen Gutschrift, und er ist der Grund, warum manche Spielende glauben, sie hätten längst ausgezahlt.

Wer über die Schweizer Grenze hinaus nach einem Buchmacher sucht, findet viele Angebote und keinen Schweizer Schutz. Die Berichte über «beste Wetten» mit festen Quotenangaben sind insofern mit Vorsicht zu lesen, als die Marge in jedem Preis steckt und von einem Anbieter zum nächsten unterschiedlich ausfällt. Fragen nach der «besten Quote» sind damit Fragen nach einem Anbietervergleich, und für den Schweizer Markt fehlt die Vergleichsbasis, weil es zwei bieten. Die Quote einer bewilligten App mit der Quote einer ausländischen gleichzusetzen, verwechselt zwei verschiedene Produkte.

Wer sein eigenes Verhältnis zu Quoten prüfen will, kann eine einfache Überschlagsrechnung anstellen. Ein Einsatz von CHF 20 auf eine Quote von 1.80 bringt CHF 36 zurück, also CHF 16 Nettogewinn. Die gleiche Quote auf eine Wette mit drei Voraussagen zu je 1.80 bringt bereits CHF 116.64. Das sind Verhältnisse, und wer sie im Kopf hat, wird von den Quoten einer App nicht mehr überrascht.

Die Limiten runden das Bild ab. Wer eine Verlustlimite von CHF 50 pro Woche setzt und pro Wette CHF 1 einsetzt, kann 50 Wetten platzieren — oder fünf Wetten zu CHF 10. Die Limite zählt den Verlust, nicht die Zahl der Wetten, und darin liegt ihre Fairness: oft gespielt mit kleinen Einsätzen ist erlaubt, wenige grosse Einsätze fressen das Budget schneller. Diese Mechanik ist die einzige, die dem Spieler wirklich gehört, und sie ist die, an der sich die App-Wette in der Schweiz von jeder ausländischen unterscheidet.

Was die Schweizer Echtgeld-Wette insgesamt kostet

Zieht man alles zusammen, bleibt ein Bild, das sich in einem Satz sagen lässt: in der Schweiz kostet die Echtgeld-Wette per App keinen Bonus und keine Einzahlungssumme, sondern eine Bewilligung, eine Verifizierung, eine Auszahlungsgebühr ab der dritten Transaktion im Jahr und zwei Verlustlimiten, die man selbst setzen muss. Das ist wenig im Vergleich zu dem, was ausländische Anbieter an Einzahlungen versprechen, und viel im Vergleich zu dem, was dort faktisch geschützt ist. Die Wahl ist damit keine Geschmacksfrage. Sie ist eine Frage an den Wohnort, weil das Vertragsgebiet entscheidet, und eine Frage an das eigene Spielverhalten, weil die Limiten dort greifen, wo das Gesetz sie am wenigsten erzwingt.

Die Vorstellung, man könnte die bewilligte App in der Schweiz umgehen und das Beste aus beiden Welten nehmen, hält nicht. Die Sperrliste, das Sperrregister und die Einziehung von Einsätzen und Gewinnen in Verfahren gegen Anbieter sind drei Mechanismen, die genau an dieser Vorstellung ansetzen. Ein Konto ohne Schweizer Bewilligung ist kein cleverer Umweg, sondern ein Konto ohne die Werkzeuge, die ein Spielender in diesem Land mitbringen sollte.

Wer dennoch bei einem Anbieter ohne Bewilligung spielt, sollte die Schweizer Regeln nicht in dieses Konto tragen. Zuerst die Auszahlungsadresse und die Bedingungen prüfen, dann die Limiten suchen. Vor allem aber sollte er aufhören, sich die Schweizer Spielsperre als Sicherheitsnetz vorzustellen, das überall hängt. Sie hängt dort, wo sie eingetragen wird.

Für die meisten Leserinnen und Leser endet die Suche ohnehin an einer Zahl: zwei. Ein Konto bei Sporttip oder bei Jouez Sport, je nach Kanton. Was innerhalb dieser beiden Apps passiert, entscheidet dann über den Gewinn, nicht die Marke auf dem Startsymbol.

Häufige Fragen zur Sportwetten-App mit Echtgeld

Welche Sportwetten-App ist in der Schweiz die beste?

Für Schweizer Wohnsitze gibt es nur Sporttip und Jouez Sport. Das Zürcher Publikum wird bei Swisslos bedient, das Genfer bei der Loterie Romande. «Beste» heisst unter diesen beiden: die App, deren Vertragsgebiet zum eigenen Wohnsitz passt — und, unter den beiden, diejenige mit dem passenden Wettprogramm zum eigenen Budget.

Was unterscheidet eine zugelassene App von einer ausländischen Wett-App?

Eine zugelassene App hat eine Veranstalter- und Spielbewilligung nach dem BGS und steht unter Aufsicht der Gespa. Sie führt ein Konto auf den eigenen Namen, kennt Verlustlimiten und ist an das Schweizer Sperrregister angeschlossen. Eine ausländische App hat davon nichts, und ihre Lizenz gilt hier nicht; blockierte Domains stehen auf der Gespa-Sperrliste.

Wie kommt das Geld aufs Spielkonto und wieder zurück?

Guthaben wird beim Veranstalter gekauft und liegt dort, Bezahlen auf Kredit gibt es nicht. Bei Swisslos sind Einzahlungen ab CHF 20 möglich, höchstens CHF 10’000 in 30 Tagen, und nur solange das Wallet-Guthaben CHF 9’999 nicht übersteigt. Zurück geht es auf ein Konto auf den eigenen Namen; die ersten zwei Auszahlungen pro Jahr sind gratis.

Wohin werden Gewinne aus einer App-Wette ausbezahlt?

Auszahlungen laufen auf ein Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto, das auf den Namen des Kontoinhabers lautet. Gewinne bis CHF 1’000 pro Spielbestätigungsquittung landen automatisch im Wallet, höhere Beträge innert drei Arbeitstagen auf dem Konto. Ab der dritten Auszahlung im Jahr kann eine Kommission von drei Prozent anfallen.

Welche Limiten gelten für Einsatz und Verlust bei Echtgeldwetten?

Die Einsatzlimiten setzt der Veranstalter, die Verlustlimiten der Spielende selbst. Vor der ersten Sporttip-Teilnahme sind Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage zu setzen, mit einer Oberlimite von CHF 9’999 und CHF 1’000 für Personen unter 21 Jahren. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden.

Wie funktioniert die Spielsperre, wenn Wetten per App zum Problem werden?

Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Sperre kommt in ein schweizweites Register und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos und in Liechtenstein. Aufheben lässt sich eine freiwillige Sperre erst nach drei Monaten.

Inhalt erstellt vom Team «quotenerklaert»