Rugby-Wetten in der Schweiz: Was der Spielplan hergibt und was die Quote verschweigt

Updated Oktober 2026
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Ein ovaler Rugbyball liegt auf feuchtem Rasen vor zwei hohen Torstangen, hinter dem Spielfeld steigen Nebelschwaden auf.

Rugby ist in der Schweiz kein Volkssport, und wer hier auf ein Spiel setzen will, trifft auf eine kuriose Lage: Es gibt genau zwei Veranstalterinnen mit Bewilligung, aber ein Weltangebot an Buchmachern, die ohne Schweizer Erlaubnis um dieselben Kundinnen und Kunden buhlen. Was auf dem Feld passiert, ist dabei der harmlose Teil. Der teure Teil steht in den Bedingungen — Limiten, Sperrfristen, eine Marge, die niemand ausdrücklich nennt, und ein Steuerfreibetrag, den in der Praxis fast niemand erreicht.

Die Rugby-Union-Weltmeisterschaft der Männer wird seit 1987 alle vier Jahre ausgetragen; aktuell nehmen 20 Mannschaften teil, ab 2027 sind es 24.

Stand: Oktober 29, 2026. Die Angaben zu Bewilligungen und Aufsicht wurden gegen die Veröffentlichungen der Gespa und die Spielregeln der beiden konzessionierten Veranstalterinnen abgeglichen.

Rugby-Spielplan: WM 2027, Six Nations und die Ligen im Überblick

Was gespielt wird — und was davon in der Schweiz auf dem Wettschein landen darf

Die Rugby-Union-Weltmeisterschaft der Männer läuft seit 1987 im Vierjahresrhythmus. Der erste Titelkampf fand in Australien und Neuseeland mit 16 Nationen statt; heute sind 20 Mannschaften dabei, ab 2027 werden es 24. Die nächste Ausgabe steigt 2027 in Australien, die folgende 2031 in den USA. Südafrika führt die Bestenliste mit vier Titeln an — 1995, 2007, 2019 und 2023 — und holte sich das Finale 2023 in Frankreich mit 12:11 gegen Neuseeland. Wer aus dieser Bilanz eine Favoritenrolle für 2027 ableiten will, hat gute Argumente und trotzdem keine Gewissheit.

Ein Mundschutz liegt auf einer Holzbank neben einer Trinkflasche in einer schlichten Kabine, durch das Fenster fällt Morgenlicht.
Im Rugby Union bringt ein Versuch 5 Punkte, eine Erhöhung 2, ein Straftritt 3 und ein Dropgoal 3 Punkte.

Verbindlich ist eine andere Liste. Die Gespa führt in ihrer Fassung vom 10.09.2026 ein geschlossenes Verzeichnis der bewilligten Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten. Qualifikationsrunden stehen nur darauf, wenn sie dort aufgeführt sind. Frauenwettbewerbe ebenfalls nur, wenn sie ausdrücklich genannt werden. Ranglistenwetten sind nur zulässig, wenn die Rangierung über die Teilnahme an einem internationalen Wettkampf oder über das Podest entscheidet. Auf Trainingsläufe darf gar nicht gesetzt werden. Ein Ereignis, an dem überwiegend Minderjährige teilnehmen, ist gesperrt. Das ist die entscheidende Einschränkung für jeden Rugbyfan: Der Spielplan existiert weltweit, das Wettprogramm existiert nur, soweit die Liste es hergibt.

Bei den Six Nations treten England, Frankreich, Irland, Italien, Schottland und Wales an, jeder gegen jeden über fünf Runden, wobei das Heimrecht jährlich wechselt. Seit der Saison 2017 bringt ein Sieg 4 Punkte, ein Unentschieden 2, dazu je ein Bonuspunkt für vier oder mehr Versuche und für eine Niederlage mit weniger als 8 Punkten Differenz. Was für den Tabellenstand zählt, ist für die Wette nicht dasselbe. Ein Sieg mit vier Versuchen ist dem Ergebnis nach ein Sieg — als Handicap- oder Punktewette kann genau diese Kombination den Ausschlag geben. Frankreich hat die Six Nations 2025 und 2026 gewonnen; Rekordsieger bleiben England und Wales mit je 39 Erfolgen.

Verglichen mit Fussball ist der Kalender dünn. Zwischen den Weltmeisterschaften, den Six Nations und den Ligen bleibt das Wettprogramm im Rugby lückenhaft, und wer darauf setzt, tut das in kleineren Schritten als beim Fussball.

Zwei Spielarten, ein Regelwerk, das die Wette entscheidet

Rugby Union stellt 15 Spieler je Mannschaft aufs Feld, dazu sieben oder acht Auswechselspieler. Ein Spiel besteht aus zwei Halbzeiten zu je 40 Minuten mit 15 Minuten Pause — was jeder Fussballfan sofort einordnet, bis auf den Punkt, dass Unterbrechungen bei Rugby nicht zur Spielzeit zählen. Bei einem Versuch werden 5 Punkte gutgeschrieben, eine Erhöhung bringt 2, ein Straftritt 3 und ein Dropgoal ebenfalls 3. Diese Zahlen sind nicht Dekoration: Sie bestimmen, wie Abstände an der Spitze zu einem Handicap werden und warum 12:11 in einem WM-Finale kein knappes Ergebnis im Fussballsinn ist, sondern ein Versuch plus Erhöhung gegen vier Straftritte.

Steht es nach der regulären Spielzeit unentschieden, folgen in K.-o.-Spielen zwei Verlängerungen zu je 10 Minuten mit 5 Minuten Pause. Nach 100 Minuten ohne Entscheidung kommt eine 20-minütige Verlängerung mit Sudden Death, und fallen auch dort keine Punkte, entscheidet ein Straftrittschiessen. Für den Wettenden heisst das: Wer eine Wette ohne Verlängerung abschliesst, kann am Ende auf ein Ergebnis zeigen, das nach 80 Minuten feststand, während die Mannschaften längst weiterspielten. Wo die Verlängerung mitzählt, muss aus dem Wettprogramm hervorgehen.

Rugby League ist die zweite Spielart, mit eigenem Regelwerk und eigenen Wettbewerben. Sie erscheint in der Schweiz bei denselben Veranstalterinnen und unter denselben Voraussetzungen wie Rugby Union — die Bewilligung hängt nicht an der Sportart, sondern an der Liste.

World Rugby wurde 1886 als International Rugby Board gegründet, sitzt in Dublin und vertritt 120 nationale Verbände, davon 102 Vollmitglieder und 18 assoziierte Mitglieder. Diese Zahl erklärt, warum das Angebot an Spielen so breit und die Auswahl auf dem Wettschein zugleich so schmal ist: Die Veranstalterin entscheidet, was sie anbietet, nicht der Verband.

Die Rugby-Wettanbieter im Vergleich: zwei mit Bewilligung, acht ohne

Was in der Rangliste steht und wonach sie geordnet ist

Anbieter Bewilligung Veranstalter / Lizenz
Swisslos Sporttip Bewilligung SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft
Loterie Romande Jouez Sport Bewilligung Loterie Romande
Rollbit Ohne Schweizer Bewilligung Nicht etabliert / Ausland
1xBet Ohne Schweizer Bewilligung Nicht etabliert / Ausland
1Bet Ohne Schweizer Bewilligung Nicht etabliert / Ausland
Sportaza Ohne Schweizer Bewilligung Nicht etabliert / Ausland
BetAlright Ohne Schweizer Bewilligung Nicht etabliert / Ausland
BassBet Ohne Schweizer Bewilligung Nicht etabliert / Ausland
BetFury Ohne Schweizer Bewilligung Nicht etabliert / Ausland
Betwinner Ohne Schweizer Bewilligung Nicht etabliert / Ausland

Zehn Namen stehen hier nebeneinander, und sie gehören nicht in einen Topf. Die ersten beiden sind die Veranstalterinnen, die das interkantonale Recht für Sportwetten zugelassen hat. Die übrigen acht sind ausländische Buchmacher, die Schweizer Spielerinnen und Spieler antreffen und die ohne Schweizer Bewilligung arbeiten. Die Reihenfolge folgt nicht dem, was die Betreiber versprechen, sondern dem, was das jeweilige Angebot an Programm, Limiten und Auszahlungsregeln hergibt.

Der Grund für die Trennung ist keine Vorsicht, sondern Recht. Werbung für ein Geldspiel, das in der Schweiz nicht bewilligt ist, ist eine Straftat nach Art. 74 Abs. 3 des Geldspielgesetzes und wird mit einer Geldstrafe bis CHF 500’000 nach Art. 131 BGS geahndet. Deshalb steht hier eine Beschreibung und eine Bewertung, keine Empfehlung. Von einer Schweizer Bewilligung, von Schweizer Schutzmechanismen und von Schweizer Rechtsschutz ist bei den acht unteren Einträgen nichts vorhanden — nicht wenig, nichts.

Woran sich die zehn messen lassen müssen

Die Bewilligung ist das erste Kriterium, weil sie alles andere nach sich zieht. Nur Swisslos und Loterie Romande dürfen in der Schweiz Sportwetten als Grossspiel veranstalten. Wer keine Bewilligung nach Art. 4 BGS hat, dessen ausländische Erlaubnis entfaltet hier keine Wirkung — gleichgültig, ob sie aus Curaçao, Malta oder Deutschland stammt.

Die Limiten sind das zweite Kriterium, und hier trennt sich die Spreu vom Weizen schärfer als bei jeder Quote. Sporttip setzt den Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten bei CHF 1 und den Höchsteinsatz bei CHF 1’000 für eine Einzel- oder Kombinationswette sowie CHF 10’000 für eine Systemwette. Die Limiten kann Swisslos jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird gar nicht erst angenommen.

Bei den acht ausländischen Marken ist der Umgang mit Limiten eine andere Sache. Was eine Marke an Höchsteinsätzen zulässt und wie sie mit erfolgreichen Konten umgeht, steht in ihren eigenen Bedingungen und ändert sich dort ohne Ankündigung. Wer dort spielt, prüft das vor dem ersten Einsatz selbst — es ist die Angabe, die am häufigsten stillschweigend zulasten des Wettenden angepasst wird.

Wie weit eine Schweizer Bewilligung reicht

Eine Bewilligung ist kein Gütesiegel für alles, was sich auf der Seite befindet. Spielende legen vor der ersten Teilnahme bei Sporttip Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage fest, mit einer Oberlimite von CHF 9’999, unter 21 Jahren CHF 1’000. Eine Senkung dieser Werte greift sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich. Das ist der Preis der Bewilligung: ein Atemzug zwischen dem Entschluss und seiner Umsetzung.

Bei Null startet niemand. Bei den acht ausländischen Anbietern gibt es keine Verlustlimite, die nach Schweizer Regeln gesetzt werden muss, keine Kontrolle über die Gespa und keinen Schweizer Weg, sich zu beschweren, wenn die Auszahlung stockt oder eine Quote storniert wird. Der Rechtsschutz endet dort, wo die Bewilligung fehlt.

Rugby-Wetten verstehen: Bonus, Livewette und die Marge in jeder Quote

Der Rugby-Wettbonus und was er wirklich verlangt

Wer nach einem Rugby-Wettbonus sucht, stösst zuerst auf den entscheidenden Umstand: Werbeaktionen, Gratisspielguthaben und Gratiswetten brauchen die vorherige Zustimmung der Gespa nach Art. 75 Abs. 2 BGS. Im Jahr 2025 erteilte sie 24 Zustimmungen an die Loterie Romande und 8 an Swisslos. Bonusbeträge und Bedingungen ergeben sich ausschliesslich aus den Bedingungen der einzelnen Veranstalterin — es gibt keine allgemeine Marktüblichkeit, auf die man sich verlassen könnte.

Klar ist eine Regelung, die jede Gratiswette in der Schweiz trifft: Der Einsatz wird bei einem Gewinn nicht zurückbezahlt. Was ausgezahlt wird, ist der Gewinnanteil, nicht der Einsatz. Eine Gratiswette über CHF 20 erscheint damit als Geschenk und ist tatsächlich ein Bruchteil davon wert. Eine Quote von 2.00 auf eine solche Wette bringt nicht CHF 40, sondern CHF 20 — und das nur, wenn die Wette aufgeht. Der «Gratis»-Anteil ist der Einsatz, der bei einem Erfolg verschwindet.

Quotenboosts bei Sporttip sind ein eigenes Instrument und gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage. Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro wettende Person nur einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung begrenzt, und beide verfallen bei einem Cash-Out. Ein Boost, der mit einem Cash-Out stirbt, ist keine Erhöhung der Quote, sondern ein Verbot, auszusteigen. Ein «Risikofreier» Booste, bei dem eine Rückerstattung als plötzliche andere Quote realisiert wird, und ein garantiertes «Gratisguthaben» — das ist nicht das, was auf dem Schirm steht.

Wer die Bedingungen eines Boosts liest, prüft zuerst die Obergrenze der Erhöhung in Franken, nicht die Prozentzahl. Eine «50 %»-Erhöhung auf eine Wette von CHF 10 ist eine Sache. Auf eine Wette von CHF 1’000 eine ganz andere.

Livewetten auf Rugby: Quoten bewegen sich, und die Marge bewegt sich mit

Livewetten sind in der Schweiz ausdrücklich zulässig — vor dem Spiel und während des Spiels, wenn die Veranstalterin über eine entsprechende Entscheidung verfügt. Das Geldspielgesetz enthält keine gesetzliche Beschränkung auf bestimmte Livemärkte. Was das für den Wettenden bedeutet, ist eine Frage der Geschwindigkeit: In einem Rugby-Union-Spiel vergehen zwischen einem Versuch und der nächsten Erhöhung oft nur Sekunden, und die Quote auf den nächsten Punktgewinn ändert sich schneller, als ein Finger auf dem Bildschirm tippt.

Cash-Out ist kein gesetzlich geregeltes Recht, sondern eine Funktion, die jede Veranstalterin nach eigenem Ermessen anbietet. Bei Sporttip gibt es ihn für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführt­er Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und eine Garantie für jeden Markt besteht nicht. Der Cash-Out-Betrag ist tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden.

Diese Mechanik ist der eigentliche Kostenpunkt bei Livewetten. Wer für CHF 100 auf eine Quote von 2.10 setzt und bei einem Spielstand von 18:10 aussteigt, verkauft seine Chance unter Wert — nicht an einen Betrüger, sondern an ein Haus, das dieselbe Information hat und dazu die bessere Rechenleistung. Cash-Out ist bequem. Bequemlichkeit hat einen Preis, und Sporttip sagt offen, dass der Betrag tiefer liegt.

Bei den acht ausländischen Marken gibt es keinen cash-out-Betrag, der nach Schweizer Spielregeln ausgestaltet ist. Ob und wie eine Marke auszahlt, steht in ihren eigenen Bedingungen. Der Wettende, der den Ausstieg sucht, findet ihn dort unter Umständen zu Bedingungen, die keine Schweizer Stelle prüft.

Was in jeder Quote steckt: die Marge, gerechnet an einem Beispiel

Eine Quote wird als Preis verkauft, ist aber ein Preis abzüglich einer Gebühr. Die Gebühr heisst Marge, und sie lässt sich an jedem Markt nachrechnen — man braucht nur die Quoten aller Ausgänge.

Nehmen wir einen illustrativen Zwei-Weg-Markt mit 1.90 auf der einen und 1.90 auf der anderen Seite. Das ist ein Beispiel und kein notierter Preis. Addiert man die Kehrwerte, also 1 geteilt durch 1.90 zweimal, kommt man auf rund 1’053. Die Auszahlungsquote des Marktes liegt damit bei rund 95 Prozent, die Marge also bei etwa 5 Prozent. Die Bandbreite ist entscheidend: Die Marge liegt bei einem Zwei-Weg-Markt je nach Buchmacher und je nach Ereignis typischerweise zwischen rund 4 und 8 Prozent, und bei Rugby-Livemärkten liegt sie fast immer am oberen Rand dieser Spanne, weil die Quoten dort schneller gesetzt werden und die Unsicherheit grösser ist.

Was heisst das für einen einzelnen Wettschein? Bei einem Einsatz von CHF 100 auf Quote 1.90 stehen CHF 190 im Gewinnfall zurück, davon CHF 90 Nettogewinn. Über viele Wetten hinweg behält das Haus die Marge — bei 5 Prozent bleiben von jedem eingesetzten Franken durchschnittlich rund 95 Rappen in der Auszahlung an die Wettenden. Das ist ein statistischer Durchschnitt über viele Wetten und kein Versprechen für irgendeine einzelne. Wer zwanzig Wetten zu CHF 20 auf diesen Markt abschliesst, hat CHF 400 bewegt; die erwartete Kostenlast dieser Bewegung liegt bei etwa CHF 20, ganz gleich, ob am Ende ein Gewinn oder ein Verlust auf dem Konto steht. Die Bandbreite ist entscheidend: Die Marge ist keine Strafe, sondern der Preis für ein Spiel, dessen Auszahlungslogik vorab transparent ist — im Gegensatz zu einem Bonus, dessen Wert sich erst nach Erfüllung der Bedingungen zeigt.

Rechtslage und Bewilligung: was ein Schweizer Veranstalter darf und was nicht

Zwei Bewilligungen, kein dritter Anbieter

Online-Sportwetten in der Schweiz sind ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51, in Kraft seit 1. Januar 2019, Art. 3 lit. c und e) und werden von der Gespa beaufsichtigt, der Interkantonalen Geldspielaufsicht mit Sitz in Bern (Geldspielkonkordat, in Kraft seit 1.1.2021). Die eidgenössische Spielbankenkommission ist nicht die zuständige Stelle — sie beaufsichtigt ausschliesslich Casinos. Diese Unterscheidung ist keine Spitzfindigkeit: Wer sich bei einer Aufsichtsbehörde beschweren will, muss bei der richtigen anfragen.

Ein Gartenzaun aus Holz an einer Hofeinfahrt, dahinter eine Wiese mit einzelnen Apfelbäumen im klaren Morgenlicht.
Ein Rugby-Union-Spiel besteht aus zwei Halbzeiten zu je 40 Minuten mit 15 Minuten Pause; Unterbrechungen zählen nicht zur Spielzeit.

Eine Bewilligung braucht eine Veranstalterbewilligung und eine Bewilligung pro Spiel (Art. 21 bis 25 BGS) und gilt nur in der Schweiz (Art. 4 BGS). Die Kantone haben die Zahl der Veranstalterinnen von Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt. Es gibt keine Liste weiterer bewilligter Buchmacher, weil es keine weiteren gibt. Die Gespa veröffentlicht in diesem Bereich nur die Sperrliste blockierter ausländischer Domains. Der Reingewinn kommt gemeinnützigen Zwecken in den Kantonen zugute (Art. 125 BGS).

Swisslos betreibt Sporttip. Das Unternehmen mit Sitz in Basel veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 (IKV 2020). Sein Vertragsgebiet umfasst die Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH, dazu Tessin und das Fürstentum Liechtenstein. Die Loterie Romande betreibt Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura.

Für 2025 verteilte Swisslos einen Reingewinn von CHF 562 Mio.: CHF 506 Mio. gingen an die kantonalen Fonds, CHF 56 Mio. an die Stiftung Sportförderung Schweiz. Aus den Sportwetten stammten davon CHF 109 Mio. gegenüber CHF 122 Mio. im Vorjahr. Wer in der Schweiz wettet, finanziert damit zu einem Teil Strukturen, die dem Schweizer Sport zugutekommen. Das ist die Kehrseite der Beschränkung auf zwei Anbieter, und sie ist der Grund, weshalb diese Beschränkung politisch gewollt ist. Wer stattdessen bei einer ausländischen Marke setzt, finanziert dieselbe Sache nicht — er finanziert eine Firma, die hier keine Bewilligung hat.

Ein Onlinekonto braucht einen Wohnsitz in der Schweiz (Art. 47 Abs. 3 VGS) und in der Praxis einen Wohnsitz im Gebiet des jeweiligen Veranstalters. Bei der Registrierung müssen Teilnehmende mindestens 18 Jahre alt sein und Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Vertragsgebiet haben. Es darf keine Spielsperre bestehen, und jede Person darf sich nur einmal registrieren. Die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adressdatenbanken geprüft.

Die Gespa-Liste: was auf dem Wettschein landen darf

Das erlaubte Angebot ist eine geschlossene Liste. Die Gespa führt ein Verzeichnis der zugelassenen Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten (Fassung vom 10.09.2026, gestützt auf Art. 25 BGS und Art. 29 VGS). Darin steht, was zulässig ist, und alles andere ist es nicht. Qualifikationsrunden zählen nur, wenn sie aufgeführt sind. Frauenwettbewerbe nur, wenn sie genannt werden. Ranglistenwetten nur, wenn die Rangierung über die Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb oder über das Podest entscheidet. Trainingsläufe sind ausgenommen. Ecken- und Kartenmärkte erscheinen nicht, und eine Esport-Abteilung gibt es in der Liste nicht. Ereignisse, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind gesperrt.

Dass Livewetten zulässig sind, heisst nicht, dass jeder Livemarkt zulässig ist. Die Bewilligung gilt je Spiel und je Wettart. Wer wissen will, ob ein bestimmter Markt bei einem bestimmten Turnier überhaupt angeboten werden darf, findet die Antwort in der Liste der Gespa, nicht in einer Marketingseite.

Die Sperrliste und was sie über ausländische Anbieter sagt

Die Gespa veröffentlicht eine Sperrliste ausländischer Domains, die Schweizer Telekom-Anbieter per DNS-Sperre blockieren (Art. 86 bis 93 BGS). Die erste Liste stammt vom 3. September 2019; Ende 2025 umfasste sie 671 Domains. Blockierte Domains werden innerhalb von Stunden ersetzt — ein Vorgang, der als Domain-Hopping bekannt ist.

Zwei Dinge folgen daraus, und beide kosten den Spielenden etwas. Erstens ist die Blockade ein Hindernis, aber keine Garantie: Wer eine blockierte Seite erreichen will, findet innerhalb eines Tages einen neuen Weg, und die Sperrliste läuft hinterher. Zweitens und wichtiger: Ausländische Anbieter sind nicht an das Sperrregister angeschlossen. Eine Spielsperre, die bei Swisslos eingetragen ist, gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos und im Fürstentum Liechtenstein — bei einer Marke ohne Schweizer Bewilligung greift sie nicht. Wer sich selbst sperren lassen will, sperrt sich in diesem Fall wirksam nur aus einem Teil seines Zugangs zur Welt.

Eine ausländische Bewilligung — aus Curaçao, Malta oder Deutschland — entfaltet in der Schweiz keine Wirkung (Art. 4 BGS). Das Veranstalten von Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung ist strafbar: bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu fünf Jahren (Art. 130 BGS). Die Spielenden werden nach der Auffassung des Bundesamts für Justiz nicht bestraft, aber Einsätze und Gewinne können in einem Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden, und es besteht weder Schutz noch Fair-Play-Kontrolle.

Das ist keine Drohkulisse, sondern die Beschreibung einer Wahl mit zwei schlechten Seiten. Die bewilligte Schweiz bedeutet vollen Schutz, aber nur zwei Anbieterinnen, eine geschlossene Sportliste, eine Wohnsitzpflicht und eine Identitätsprüfung. Die Schweiz ohne Bewilligung bedeutet ein schier unbegrenztes Angebot und keinen Anspruch. Wer die Entscheidung als «die sichere Wahl» verkauft, verkauft eine Vereinfachung.

Verlustlimiten, Spielsperre und der Preis der Selbstkontrolle

Limiten setzt der Spielende, nicht der Staat

Die Schweiz hat keine gesetzliche feste Einzahlungsobergrenze. Das ist der Punkt, an dem sich viele Ratgeber verirren. Was der Staat verlangt, ist etwas anderes: Die Veranstalterin muss einen oder mehrere Höchstwerte für tägliche, wöchentliche oder monatliche Einsätze oder Verluste verlangen (Art. 87 VGS). Die konkreten Zahlen kommen vom Spielenden selbst.

Bei Swisslos heisst das: Vor der ersten Sporttip-Teilnahme setzen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage, mit einer Oberlimite von CHF 9’999 und unter 21 Jahren CHF 1’000. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Nach der gesetzlichen Regelung liegt diese Frist bei 24 Stunden (Art. 87 VGS); Swisslos wendet 72 Stunden in seinen eigenen Bedingungen an. Wer die Limite senkt, kann das augenblicklich tun. Wer sie erhöht, muss drei Tage mit dem Wert leben, den er gestern gewählt hat.

Diese Asymmetrie ist der einzige Mechanismus im Schweizer System, der einen schwachen Moment tatsächlich abfedert. Ein schlechter Abend lässt sich nicht mehr mit einer Limite von CHF 5’000 kurieren, die um 23:00 Uhr gesetzt wird. Die Verzögerung ist unbequem und genau deshalb wirksam.

Dass die Zahlen, die ein Spielender wählt, nicht kontrolliert werden, sollte man wissen. Zwischen einem Anfänger, der CHF 300 im Monat als Obergrenze einträgt, und jemandem, der CHF 9’999 einträgt, macht die Regelung keinen Unterschied. Die Selbstbindung funktioniert nur bei dem, der sich binden will.

Die Spielsperre und was sie mit sich bringt

Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Wer in diesem Register steht, hat keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne (Art. 45 BGS). Das ist die scharfe Seite der Sperre: Sie schützt nicht nur, sie löscht auch.

Eine freiwillige Spielsperre kann erst nach drei Monaten aufgehoben werden (Art. 84 VGS), unter Beteiligung einer Fachstelle (Art. 81 BGS). Eine selbst gewählte Pause von bis zu sechs Monaten muss angeboten werden (Art. 89 VGS). Ein Spielabbruch ist damit keine Bestellung, die man zurückruft.

Sportwetten stehen Personen ab 18 Jahren offen; Minderjährige sind von der Teilnahme online ausgeschlossen (Art. 72 BGS). Ein Konto pro Person mit verifizierter Identität (Art. 47 bis 52 VGS). Wer als Wettkämpfer an einem Wettereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten. Diese vier Regeln gelten unabhängig davon, ob es sich um einen Rugby-Union-Wettbewerb, ein Six-Nations-Spiel oder eine Ligapartie handelt.

Wo der Schweizer Schutz endet

Der Schutz, den eine Bewilligung mitbringt, hat eine Bruchstelle, und sie liegt nicht bei den Regeln, sondern bei ihrer Durchsetzung. Die Gespa führt Testkäufe durch. Im Jahr 2025 wurde an Verkaufsstellen in 47,5 Prozent von 200 Fällen eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft. Wer den Verkaufsstellenschutz als streng darstellt, stellt sich gegen diese Zahl. Und wer keine Wette platzieren darf, weil er gesperrt ist, findet bei einer Marke ohne Schweizer Bewilligung ohnehin keine Prüfung seines Status vor.

Die zweite Bruchstelle ist die Zahlung. Gewinne und Guthaben werden nur auf ein Zahlungskonto auf den Namen der Kontoinhaberin oder des Kontoinhabers ausbezahlt (Art. 50 Abs. 2 VGS). Anonyme oder Krypto-Auszahlungen gibt es im bewilligten Schweizer Wettangebot nicht; eine Kreditvergabe an Spielende ist untersagt (Art. 75 Abs. 1 BGS). Wer eine Auszahlung in Krypto sucht, sucht etwas, das im bewilligten Schweizer Angebot nicht existiert.

Und die dritte: Die Schweiz hat kein Zahlungsblocksystem gegen unerlaubte Wettseiten. Banken und Kartennetzwerke blockieren solche Zahlungen nicht. Wer glaubt, das Bankensystem schütze ihn vor einer unerlaubten Seite, glaubt an etwas, das es nicht gibt. Der wirksame Riegel ist die DNS-Sperre, und die trifft die Seite, nicht das Konto.

Steuern: der Freibetrag, den kaum jemand erreicht

Gewinne aus bewilligten Schweizer Grossspielen sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommenssteuerfrei und werden erst darüber besteuert. Der Bundesfreibetrag liegt ab dem 1.1.2026 bei CHF 1’071’000 (CHF 1’070’400 im Jahr 2025). Je nach Kanton fallen die Schwellen anders aus — es gibt keine einheitliche kantonale Zahl, und wer eine nennt, nennt eine kantonale Praxis. Oberhalb der Schwelle behält die Veranstalterin 35 Prozent Verrechnungssteuer ein, die über die Deklaration des Gewinns in der Steuererklärung zurückgeholt wird.

Für die Realität der meisten Wettenden heisst das schlicht: kein Steuerfreibetrag-Thema. Eine Wette mit einem Gewinn von einigen hundert Franken liegt weit unter jeder Schwelle, und weder Einkommenssteuer noch Verrechnungssteuer fallen an. Eine Wettsteuer auf Einsätze existiert in der Schweiz nicht — wer etwas anderes liest, liest etwas Falsches. Diese Passage ist allgemeine Information und keine Steuerberatung; wer eine konkrete Frage hat, fragt eine Steuerberaterin oder die kantonale Steuerverwaltung.

Bei Gewinnen von ausländischen Anbietern fällt keine Verrechnungssteuer an, aber die kantonale Steuerpraxis ist nicht überall gleich. Die Praxis des Kantons Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen unabhängig von der Höhe als volles steuerbares Einkommen. Wer bei einer Marke ohne Schweizer Bewilligung spielt, trägt das Steuerrisiko selbst und ohne Rückfrage bei der Veranstalterin. Das ist der stille Kostenposten, der in keinem Bonusversprechen auftaucht.

Wettarten und Quoten im Rugby: Siegerwette, Handicap, Punkte

Sieger, Handicap, Punkte — drei Wetten, drei Risikoprofile

Wetten auf den Sieger sind die einfachste Form: Eine Mannschaft gewinnt, die Wette geht auf. Bei einem Unentschieden nach regulärer Spielzeit wird es unübersichtlich, wenn das Wettprogramm nicht klarstellt, ob das Remis ein eigener Ausgang ist oder die Wette verfällt. Wer auf ein K.-o.-Spiel setzt und die Verlängerung nicht einschliesst, kann am Ende auf ein Ergebnis aus 80 Minuten zurückblicken, während die Entscheidung erst nach 100 Minuten fiel.

Handicapwetten verschieben den Punkteabstand und erzeugen damit eine Quote, die den Favoriten teurer und den Aussenseiter billiger macht. Im Rugby ist das Handicap oft gross: Ein Spiel mit vier Versuchen Differenz ist kein Ausreisser, und wer den Abstand falsch einschätzt, verliert eine Handicapwette bei einem Sieg seiner Mannschaft. Dieses Risiko existiert bei einer reinen Siegerwette nicht. Wer den Unterschied nicht kennt, zahlt dafür.

Punktewetten schliesslich setzen auf eine Summe, nicht auf einen Sieger. Sie sind die Wette, die am meisten Regelkenntnis verlangt, denn Punkte im Rugby entstehen auf vier Wegen: Versuch 5 Punkte, Erhöhung 2, Straftritt 3, Dropgoal 3. Ein Spiel mit vielen Straftritten kann eine Punktesumme erreichen, die ein Spiel mit mehr Versuchen nicht erreicht. Wer die Summe nur nach der Attraktivität der Mannschaften schätzt, schätzt nach dem falschen Merkmal.

Kombiwetten multiplizieren die Quoten der einzelnen Teile zu einem Preis. Aus zwei Quoten von je 1.90 werden 3.61, aus drei werden 6.86. Das sieht nach grossen Zahlen aus, und die Wahrscheinlichkeit, alle Teile zu treffen, sinkt mit jedem Teil multiplikativ. Die Marge wird bei einer Kombiwette ebenfalls multipliziert — sie steckt in jedem einzelnen Teil und damit in jedem zusätzlichen Bein. Ein Fünfer-Kombi trägt fünf Margen und nicht eine. Das ist der Grund, warum Kombiwetten bei Veranstaltern beliebt und für den Wettenden teuer sind: Nicht die Quote ist das Problem, sondern ihre Vervielfachung.

Systemwetten heben die Abhängigkeit von einem einzigen Fehler auf, kosten aber mehr Einsatz, weil mehrere Kombinationen gespielt werden. Bei Sporttip liegt der Höchsteinsatz für eine Systemwette bei CHF 10’000, während eine Einzel- oder Kombinationswette auf CHF 1’000 begrenzt ist. Wer eine Systemwette platziert, prüft diese Grenze zuerst.

Ligen, Turniere und die Quoten, die es dort gibt

Wettquoten für die Rugby-WM, die Rugby-League-Meisterschaft oder die Rugby-Union-Wettbewerbe sind keine einheitliche Grösse. Das Angebot an Märkten folgt dem Profil des Ereignisses: Bei einem WM-Spiel ist das Volumen gross und die Auswahl breit, bei einer Ligapartie in der Nacht dünn. Eine breite Auswahl bedeutet nicht, dass jede Quote gut ist. Ein Markt mit vielen Angeboten hat meistens eine ähnliche Marge wie ein Markt mit wenigen — die Auswahl macht den Markt nicht billiger, sie macht ihn nur bequemer.

Die hohen Quoten entstehen dort, wo das Risiko hoch ist, und nicht dort, wo die Marge niedrig ist. Wer 6.00 auf einen Aussenseiter sieht, sieht nicht eine grosszügige Veranstalterin, sondern eine Wette, die statistisch selten aufgeht. Die Marge liegt daneben: Sie steckt in jedem der Ausgänge desselben Marktes, und ihre Höhe ist unabhängig davon, welche Quote man am Ende wählt. Wer die günstigste Quote sucht, sucht innerhalb eines Marktes. Wer die Marge senken will, wechselt den Markt und nicht die Mannschaft.

Bei Livemärkten ist die Marge am grössten, weil die Zeit für einen Preisvergleich fehlt. Das ist nicht Bosheit, sondern Physik eines Marktes, der sich in Sekunden bewegt. Wer live setzt, sollte wissen, dass er für die Geschwindigkeit bezahlt, und dass Cash-Out diesen Betrag nicht zurückholt, sondern einen zweiten hinzufügt.

Die zehn Anbieter im Einzelnen

Swisslos Sporttip: die bewilligte Veranstalterin mit dem vollen Schutz und der engen Liste

Swisslos ist die Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel, die Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 veranstaltet. Sportwetten laufen unter dem Namen Sporttip. Eine Veranstalterbewilligung und eine Spielbewilligung nach dem Geldspielgesetz, die Aufsicht durch die Gespa.

Das Vertragsgebiet deckt die Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH, dazu Tessin und das Fürstentum Liechtenstein. Ein Onlinekonto ist nur für Personen mit Wohnsitz in diesem Gebiet zu haben. Wer in einem Westschweizer Kanton wohnt, wendet sich an die Loterie Romande; die beiden decken die Schweiz auf, ohne sich zu überschneiden.

Das Wettprogramm ist so breit, wie die Gespa-Liste es zulässt. Einzel-, Kombinations- und Systemwetten sind möglich, mit Mindesteinsatz CHF 1, Höchsteinsatz CHF 1’000 für Einzel- und Kombinationswetten und CHF 10’000 für Systemwetten. Cash-Out gibt es für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, ausschliesslich online und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführter Cash-Out ist endgültig, und eine Garantie für jeden Markt besteht nicht. Sporttip sagt selbst, dass der Cash-Out-Betrag tiefer liegt als der mögliche Gewinn ohne vorzeitigen Ausstieg.

Quotenboosts gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage; Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sport­ereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind einmal pro wettende Person nutzbar, in Einsatz und Erhöhung begrenzt und verfallen bei Cash-Out.

Wer Sporttip nutzt, kauft einen eng umzäunten Platz. Die Umzäunung ist der Punkt: Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage vor der ersten Wette, CHF 9’999 Oberlimite und CHF 1’000 unter 21 Jahren, Einzahlungslimite optional für 30 Tage, Spielsperre mit Wirkung über die Schweiz hinaus. Der Preis dafür heisst Auswahl: Was nicht auf der Gespa-Liste steht, gibt es nicht.

Loterie Romande Jouez Sport: dieselbe Bewilligung, ein anderes Gebiet

Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Sie nennt als Kontaktadresse Avenue de Provence 14 in Lausanne, zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende. Eine Veranstalter- und Spielbewilligung nach dem Geldspielgesetz, mit Aufsicht durch die Gespa — dieselbe rechtliche Grundlage wie bei Swisslos, nur mit umgekehrtem Sprachgebiet.

Die Aufteilung ist der erste Punkt, den ein entschlussfreudiger Wettender verstehen muss: Der Wohnsitz entscheidet über die Veranstalterin, nicht die Vorliebe. Wer in Genf wohnt, kann kein Sporttip-Konto eröffnen, und wer in Zürich wohnt, kein Jouez-Sport-Konto. Diese Schranke ist keine Formalie, sondern eine Folge der kantonalen Aufteilung der beiden Bewilligungen. Es gibt für Schweizer Spieler keine dritte Wahl innerhalb des bewilligten Systems.

Wer in einem der sechs Kantone wohnt, für den sind die Konditionen bei Jouez Sport massgeblich — Verlustlimiten, Einzahlungsgrenzen und Sperrmöglichkeiten nach denselben gesetzlichen Vorgaben der Artikel 87 VGS, 80 bis 82 BGS und 84 VGS, die Swisslos anwendet, mit den betrieblichen Werten, die in den eigenen Bedingungen der Loterie Romande stehen. Wer im Grenzgebiet wohnt und beide Wege in Betracht zieht, prüft seinen Wohnkanton zuerst — er entscheidet den Rest.

Der Netzwerkgedanke, der bei Swisslos über die kantonalen Fonds sichtbar wird, ist hier derselbe: Reingewinne fliessen nach Art. 125 BGS gemeinnützigen Zwecken in den Kantonen zu. Für den Wettenden ändert das kein Ergebnis auf dem Wettschein. Für die Frage, wem er sein Geld anvertraut, ändert es die Antwort.

Rollbit: ohne Schweizer Bewilligung, ohne Schweizer Rechtsschutz

Rollbit hat keine Schweizer Bewilligung. Nur Swisslos und Loterie Romande dürfen hier Sportwetten veranstalten. Eine ausländische Erlaubnis hat in der Schweiz keine Wirkung nach Art. 4 BGS. Rollbit ist nicht an das Schweizer Sperrregister angeschlossen, es gibt keinen Schweizer Rechtsschutz, und die Domain kann von der Gespa auf die Sperrliste gesetzt und per DNS blockiert werden.

Was das in der Praxis bedeutet, ist beim Anbieterwechsel am greifbarsten: Bei einer Marke ohne Bewilligung gibt es keine Verlustlimiten, die nach Schweizer Recht gesetzt werden müssen, und keine Schweizer Stelle, die eine Beschwerde prüft. Wer glaubt, ein Offshore-Konto sei eine Frage der Geschwindigkeit, täuscht sich über die Architektur — die schnelle Auszahlung ist kein Ersatz für einen Anspruch, den man geltend machen kann. Der Spielplan hingegen ist dort nicht durch die Gespa-Liste beschränkt, und die Auswahl an Sportarten und Märkten ist typischerweise breiter als hier. Wer die grösstmögliche Auswahl sucht, findet sie ausserhalb des bewilligten Systems. Er findet dort aber auch kein Register, das ihn sperrt, wenn er es selbst nicht mehr schafft.

1xBet: eine ausländische Erlaubnis, die in der Schweiz nichts bewirkt

1xBet arbeitet ohne Schweizer Bewilligung. Eine Erlaubnis aus einem anderen Land entfaltet nach Art. 4 BGS in der Schweiz keine Wirkung. Kein Anschluss an das Sperrregister, kein Schweizer Rechtsschutz, und die Gespa kann die Domain auf ihre Sperrliste setzen.

Wer hier ein Konto betreibt, sollte sein Spielverhalten selbst im Blick behalten. Es gibt auf dieser Seite keinen Schweizer Mechanismus, der eine Verlustlimite erzwingt, und keine Instanz in Bern, an die man sich wendet, wenn eine Wette storniert wird oder eine Auszahlung nicht ankommt. Das ist keine Seltenheit und auch kein Skandal — es ist die logische Folge davon, dass die Firma hier keine Bewilligung hat. Der Vorteil, der dem entgegensteht, ist die Breite des Programms, das nicht unter einer geschlossenen Liste leiden muss.

1Bet: erreichbar, aber nicht im Schweizer System

1Bet hat keine Schweizer Bewilligung, und eine ausländische Erlaubnis hat hier keine Kraft. Kein Registeranschluss, kein Schweizer Rechtsschutz, die Domain kann per DNS blockiert werden.

Die Bewertung folgt denselben Massstäben wie bei allen acht unteren Einträgen, und sie führen hier zu einem bestimmten Punkt: Ein Spielender, der sich bei Sporttip eine Spielsperre setzen lässt, sperrt sich aus Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Bei 1Bet greift diese Sperre nicht. Wer diese Grenze für ein Detail hält, hält den einzigen Schutz für ein Detail, der eine Sperre überhaupt wirksam macht.

Sportaza: breites Programm, kein Schweizer Anschluss

Sportaza besitzt keine Schweizer Bewilligung, eine ausländische Erlaubnis ohne Wirkung nach Art. 4 BGS. Nicht am Sperrregister, kein Schweizer Rechtsschutz, DNS-Blockade möglich.

Was hier zu tun ist, ist unbequem, aber einfach: Wer sein Spielverhalten im Griff haben will, muss sich selbst im Griff haben, denn die Infrastruktur tut es nicht. Die Verlustlimiten, die bei Swisslos vor der ersten Wette festgesetzt werden müssen, haben hier keine Entsprechung, die nach Schweizer Regeln überprüft wird. Ob die Plattform eigene Limits anbietet, steht in ihren Bedingungen — und diese Bedingungen ändern sich in einem anderen Rhythmus als Schweizer Vorschriften.

BetAlright: ohne Bewilligung, ohne Abfederung

BetAlright arbeitet ohne Schweizer Bewilligung. Eine Erlaubnis aus dem Ausland entfaltet hier keine Wirkung, kein Anschluss an das Sperrregister, kein Schweizer Rechtsschutz, Sperrliste und DNS-Blockade möglich.

Der Name verspricht etwas, das die Rechtsstellung nicht deckt. Eine Marke kann ihre Hausregeln so aufsetzen, wie sie will — sie untersteht nur keiner Schweizer Aufsicht, und eine Schweizer Beschwerdestelle gibt es nicht. Wer ein Problem mit einer Wette hat, verhandelt auf Grundlage fremden Rechts mit einer Firma, die in der Schweiz nichts zu verlieren hat.

BassBet: kein Schweizer Anschluss

BassBet hat keine Schweizer Bewilligung, eine ausländische Erlaubnis ohne Wirkung nach Art. 4 BGS. Kein Registeranschluss, kein Schweizer Rechtsschutz, die Domain kann auf die Sperrliste kommen.

Die nüchterne Frage, die ein Konto dort entscheidet, lautet nicht, ob die Seite funktioniert. Sie funktioniert. Die Frage lautet, was passiert, wenn sie nicht mehr funktioniert: bei einer nicht ausbezahlten Wette, bei einer geänderten Quote, bei einer stornierten Auszahlung. In diesem Fall fehlt eine Schweizer Instanz, und die Zahl auf dem Wettschein hat keinen Adressaten. Wer das Risiko bewusst tragen will, kann es tun. Es ist ein Risiko und kein Nebenaspekt.

BetFury: kein Schweizer Schutz, auch nicht bei einer Sperre

BetFury hat keine Schweizer Bewilligung. Eine Erlaubnis aus einem anderen Land hat hier keine Kraft. Kein Anschluss an das Sperrregister, kein Schweizer Rechtsschutz, DNS-Blockade möglich.

Diese Marke ist der Fall, der die Grenze des Selbstschutzes am deutlichsten zeigt. Das Schweizer System beruht darauf, dass jemand, der sich selbst sperrt, in einem Register landet, das von den bewilligten Anbietern beachtet wird. Bei einer Marke ohne Bewilligung existiert dieser Hebel nicht. Wer dort spielt und das Gefühl hat, den Zugang verloren zu haben, hat keinen Automatismus, der ihn aufhält. Die Selbstsperre muss deshalb an der Stelle ansetzen, an der sie wirkt — und das ist bei allen acht Namen dieselbe Antwort: der eigene Umgang mit der Sache, nicht das System.

Betwinner: erreichbar ohne Bewilligung

Betwinner arbeitet ohne Schweizer Bewilligung. Eine ausländische Erlaubnis hat nach Art. 4 BGS keine Wirkung. Kein Anschluss an das Sperrregister, kein Schweizer Rechtsschutz, die Domain kann von der Gespa blockiert werden.

Bleibt die Steuerfrage. Bei Gewinnen aus ausländischen Anbietern fällt keine Verrechnungssteuer an, aber die kantonalen Praktiken unterscheiden sich. Die Praxis des Kantons Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen unabhängig von der Höhe als volles steuerbares Einkommen. Wer dort spielt, sollte die Steuererklärung nicht als Nebensache behandeln — der Gewinn, den die Plattform auszahlt, ist nicht der Gewinn, der am Ende bleibt.

Fragen und Antworten zu Rugby-Wetten in der Schweiz

Darf man in der Schweiz überhaupt auf Rugby wetten, und bei wem?

Ja, aber nur bei Veranstalterinnen mit Schweizer Bewilligung. Das sind Swisslos mit dem Produkt Sporttip für die Deutschschweizer Kantone, das Tessin und Liechtenstein sowie die Loterie Romande mit Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone. Zusätzlich muss der Wettbewerb und die Wettart in der Liste der Gespa aufgeführt sein.

Wird der Einsatz einer Gratiswette bei einem Gewinn zurückbezahlt?

Nein. Der Einsatz einer Gratiswette wird bei einem Gewinn nicht zurückbezahlt; ausgezahlt wird nur der Gewinnanteil. Eine Gratiswette über CHF 20 mit Quote 2.00 bringt deshalb CHF 20 statt CHF 40. Werbeaktionen und Gratisspielguthaben brauchen zudem die vorherige Zustimmung der Gespa.

Findet die Rugby-Weltmeisterschaft 2027 statt, und wo wird gespielt?

Die Rugby-Union-Weltmeisterschaft der Männer findet 2027 in Australien statt, mit 24 statt bisher 20 Mannschaften. Die folgende Ausgabe geht 2031 in die USA. Titelverteidiger ist Südafrika mit vier Erfolgen und dem Finalsieg 2023 in Frankreich mit 12:11 gegen Neuseeland.

Was zählt bei Rugbywetten als reguläre Spielzeit?

Als reguläre Spielzeit gilt die reguläre Spieldauer plus Nachspielzeit. Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm ausdrücklich darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Bei K.-o.-Spielen entscheidet nach zwei Verlängerungen zu je 10 Minuten und einer 20-minütigen Sudden-Death-Phase notfalls ein Straftrittschiessen.

Wie berechnet sich der Gewinn aus Einsatz und Quote?

Ein Gewinn ist Einsatz mal Quote: CHF 100 auf Quote 1.90 ergeben CHF 190 zurück, davon CHF 90 Nettogewinn. Bei Kombiwetten werden die Quoten der einzelnen Teile vorher multipliziert. Die Marge des Buchmachers steckt in jedem Ausgang desselben Marktes und liegt bei einem Zwei-Weg-Markt typischerweise zwischen rund 4 und 8 Prozent.

Welche Limiten gelten vor der ersten Wette, und was bewirkt die Spielsperre?

Vor der ersten Teilnahme müssen Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage festgelegt werden, bei Swisslos mit Oberlimite CHF 9’999 und CHF 1’000 unter 21 Jahren. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung nach 72 Stunden. Eine unbefristete Spielsperre wird schweizweit eingetragen und gilt auch für Casinos.

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