NBA wetten in der Schweiz: nur zwei Veranstalter, eine geschlossene Liste und eine Marge in jeder Quote
Ladevorgang...
Wer in der Schweiz auf ein NBA-Spiel setzen will, trifft eine Entscheidung, die er gar nicht als Entscheidung erkennt. Er wählt nicht zwischen fünfzig Buchmachern. Er wählt zwischen zwei Bewilligungen — und danach zwischen einem Dutzend ausländischer Adressen, die sich anfühlen wie ein Angebot, rechtlich aber nichts sind.
Dieser Beitrag nimmt das Angebot auseinander: was eine Quote tatsächlich hergibt, wie eine NBA-Saison in Wettoptionen zerfällt, welcher Anbieter wem passt und was jede Variante den Wettenden kostet. Nicht in Versprechen, sondern in Rappen pro Franken Einsatz.
Stand: Oktober 29, 2026. Die Angaben zu Bewilligungen, Limiten und zur Basketballeignung stützen sich auf die Veranstalterbewilligungen und Spielbewilligungen nach dem Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51), auf die von der Gespa geführte Liste der bewilligten Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten sowie auf die Spielregeln und Teilnahmebedingungen von Sporttip in der Fassung 4.2.
Grundlagen: wie aus Einsatz und Quote ein Gewinn wird
Zuerst das Handwerk, denn ohne es ist jede weitere Zahl auf dieser Seite nur Dekoration. Eine Quote sagt nicht, wie wahrscheinlich etwas ist. Sie sagt, was Sie bekommen, wenn es eintritt.

Bei einer Einzelwette ist der mögliche Gewinn Einsatz mal Quote. Wer CHF 20 zu einer Quote von 1,90 setzt und richtig liegt, bekommt CHF 38 zurück, davon CHF 18 als Nettogewinn. Bei einer Kombiwette werden die Quoten der einzelnen Voraussagen zu einer einzigen Quote multipliziert — aus drei Spielen mit je 1,90 wird 6,859, und aus CHF 20 werden im Erfolgsfall CHF 137,20. Das klingt grosszügig, bis man merkt, dass Sie dabei drei Mal richtig liegen müssen statt einmal.
Nun zur Marge, dem ehrlichsten Weg, einen Buchmacher zu lesen. Nehmen wir einen illustrativen Zweiwegemarkt mit Quoten von 1,90 auf beide Seiten — ein Rechenbeispiel, kein zitierter Preis. Der Quotenschlüssel ergibt sich aus 1 geteilt durch 1/1,90 plus 1/1,90, also aus 1 geteilt durch 1,0526. Das sind rund 95 Prozent. Die Marge ist 100 Prozent minus diesen Wert, also rund 5 Prozent.
Fünf Prozent klingen harmlos. Sie sind es nicht, sobald sie oft genug anfallen. Der Auszahlungsanteil eines Marktes ist die eine Seite, die Marge die andere — dieselbe Sache, zwei Blickwinkel. Bei einem symmetrischen Zweiwegemarkt liegt ein Schlüssel um 95 Prozent oft im Bereich, den Buchmacher für einfache Siegwetten ansetzen. Je enger die beiden Quoten beieinander liegen und je höher sie sind, desto kleiner der Anteil, den der Veranstalter einbehält. Das ist die Bandbreite, in der sich Ihre Kosten bewegen: irgendwo zwischen drei und acht Prozent, und jeden Franken Einsatz zahlen Sie sie mit.
Wichtig ist dabei, was die Marge nicht ist. Sie ist kein Ausreisser, kein Betrug und kein Betriebsunfall. Sie ist das Geschäftsmodell — die einzige Zahl, die auf der Seite des Veranstalters steht, egal wie das Spiel ausgeht.
Einzelwette, Handicap, Over/Under: wann welche Wette teuer wird
Die Siegwette ist die einfachste Form: ein Team gewinnt. Sie ist in der Regel auch die günstigste, weil der Veranstalter hier die geringste Unsicherheit trägt.
Das Handicap verschiebt den Ausgang. Ein Team startet mit einem Vorsprung oder Rückstand in die Wertung, und die Wette geht auf das bereinigte Resultat. Damit wird ein Spiel wieder spannend, das es sportlich schon entschieden hat, und die Quote wird regelmässig auf beide Seiten gleich. Was die Wette nicht tut: Sie vor der Marge retten. Ein ausgeglichenes Handicap ändert die Höhe der Kosten nicht, nur die Wahrscheinlichkeitsverteilung darum herum.
Over/Under richtet sich auf die Gesamtpunktzahl beider Teams. Ein Basketballspiel mit 220 Punkten ist ein anderer Markt als ein Fussballmatch mit zwei Toren, und die Punkte fallen in schnellen Folgen — im letzten Viertel manchmal im Sekundentakt. Das ist der Grund, warum Over/Under im Basketball live so beliebt ist und warum es live zugleich der Markt ist, in dem ein unaufmerksamer Klick teuer wird.
Bei Sporttip umfasst die reguläre Spielzeit die reguläre Spieldauer plus Nachspielzeit; Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Im Basketball ist die Verlängerung der Regelfall, nicht die Ausnahme — wer hier nicht auf den Markt schaut, sondern auf die Spielzeit, wettet auf ein anderes Ereignis, als er glaubt.
Kombiwetten und die Grenze der eigenen Voraussage
Eine Kombiwette multipliziert nicht nur Quoten, sondern auch Fehler. Drei Voraussagen mit je 70 Prozent Trefferwahrscheinlichkeit ergeben gemeinsam rund 34 Prozent. Die Quote von 6,859 sieht nach dem grossen Los aus; die Wahrscheinlichkeit dahinter ist die des kleinsten Glieds, nicht die der Summe.
Bei Sporttip werden voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung ausschliesslich über die Bet-Builder-Funktion kombiniert. Nimmt Swisslos eine solche Kombination irrtümlich ohne dieses Werkzeug an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten. Für Wettende heisst das: Eine Kombination aus zwei Märkten desselben NBA-Spiels, die nicht über die dafür vorgesehene Funktion gebaut wurde, ist keine Wette, sondern eine Rückerstattung in Wartestellung.
spielpl: Die NBA-Saison als Kalender der Wettmöglichkeiten
Bevor man über Märkte redet, muss man wissen, wann überhaupt gespielt wird. Die National Basketball Association hat 30 Teams, 29 aus den USA und eines aus Kanada — die Toronto Raptors. Sie verteilen sich auf die Western und die Eastern Conference mit je 15 Teams und je drei Divisionen.
Die Liga geht auf die Basketball Association of America zurück, gegründet am 6. Juni 1946; ihren heutigen Namen erhielt sie am 3. August 1949 nach der Übernahme der NBL. Wer heute eine Langzeitwette auf den Meistertitel abschliesst, setzt auf ein Konstrukt, das älter ist als die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft.
Jedes Team bestreitet 82 Hauptrundenspiele. Die Tabelle richtet sich nach dem Siegprozentsatz, nicht nach Punkten — es gibt keine Unentschieden, und ein Team mit 45 Siegen aus 82 Spielen steht bei 54,9 Prozent. Das ist für Wettende mehr als Statistik: Der Siegprozentsatz ist die Vergleichsgrösse, an der Form, Heimstärke und Verletzungslage überhaupt messbar werden.
In die Playoffs kommen aus jeder Conference die besten acht Teams, und alle Serien werden im Modus Best of seven gespielt. Seit der Saison 2020/21 ermitteln die Plätze 7 bis 10 in einem Play-in-Turnier die letzten beiden Playoff-Plätze. Dieses Play-in ist wetttechnisch die unruhigste Woche des Jahres: Ein einzelnes Spiel entscheidet über die Saison, und die Quoten bewegen sich entsprechend.
Ein Blick auf die abgelaufene Saison zeigt, wie so ein Jahr aussieht. Die Hauptrunde 2025/26 lief vom 21. Oktober 2025 bis zum 12. April 2026 mit 82 Spielen pro Team. Das Play-in-Turnier fand vom 14. bis 17. April 2026 statt, die Playoffs begannen am 18. April 2026. Die New York Knicks gewannen die Finals 2025/26 mit 4:1 gegen die San Antonio Spurs und holten ihren dritten Titel; Finals-MVP wurde Jalen Brunson. Den NBA Cup 2025 vom 1. November bis 16. Dezember 2025 gewannen ebenfalls die Knicks, mit 124:113 im Finale gegen dieselben Spurs. Zum wertvollsten Spieler der Hauptrunde wurde Shai Gilgeous-Alexander gewählt, und die beste Bilanz hatten die Oklahoma City Thunder mit 64 Siegen und 18 Niederlagen — 78 Prozent.
Für Saisonwetten heisst das: Die Palette reicht vom Meistertitel über Conference-Sieger bis zu individuellen Auszeichnungen wie der MVP-Wahl. Rekordchampion sind die Boston Celtics mit 18 Titeln. Solche Wetten binden Geld über Monate, und genau darin liegt ihr Preis — nicht in der Quote, sondern in der Zeit, in der eine Verletzung, ein Transfer oder ein Trainerwechsel die Voraussetzung der Wette verändert hat.
Für Einzelspielwetten zählt der Spielplan dagegen in Tagen. Back-to-back-Serien, Reisen zwischen Zeitzonen und Belastungssteuerung sind die Grössen, die den Kader eines Abends bestimmen. Wer Formationen liest, liest Verletzungsberichte.
Die besten Anbieter im Vergleich: zehn Namen, zwei Bewilligungen
Hier wird es unangenehm für alle, die eine lange Rangliste erwarten. Die Kantone haben die Veranstalter von Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt. Es gibt keine dritte Bewilligung, keine Warteliste und keine Ausnahme für grosse internationale Marken.
| Anbieter | Bewilligungsstatus in der Schweiz | Veranstalter bzw. gemeldete Bewilligung |
|---|---|---|
| Swisslos Sporttip | Veranstalter- und Spielbewilligung für ein Grossspiel nach BGS (SR 935.51), Aufsicht Gespa | SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel; Produkt Sporttip |
| Loterie Romande Jouez Sport | Veranstalter- und Spielbewilligung für ein Grossspiel nach BGS (SR 935.51), Aufsicht Gespa | Loterie Romande (Société de la Loterie de la Suisse Romande); Produkt Jouez Sport |
| BassBet | keine Schweizer Bewilligung | gemeldete Bewilligung nicht etabliert; ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
| Funbet | keine Schweizer Bewilligung | gemeldete Bewilligung nicht etabliert; ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
| Bettilt | keine Schweizer Bewilligung | gemeldete Bewilligung nicht etabliert; ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
| MyStake | keine Schweizer Bewilligung | gemeldete Bewilligung nicht etabliert; ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
| Coolzino | keine Schweizer Bewilligung | gemeldete Bewilligung nicht etabliert; ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
| bet365 | keine Schweizer Bewilligung | gemeldete Bewilligung nicht etabliert; ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
| 20Bet | keine Schweizer Bewilligung | gemeldete Bewilligung nicht etabliert; ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
| BetOnRed | keine Schweizer Bewilligung | gemeldete Bewilligung nicht etabliert; ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
Zwei Zeilen mit Bewilligung, acht ohne. Das ist die ganze Rangliste, und die Verengung ist keine Marktbeobachtung, sondern die Mechanik des Gesetzes.
Warum die acht trotzdem in einer Übersicht stehen: Weil Schweizer Wettende ihnen begegnen. Sie tauchen in Suchergebnissen auf, sie werben mit Boni, und ihre Domains landen früher oder später auf der Sperrliste der Gespa, die Schweizer Telekom-Anbieter per DNS blockieren. Eine Blockierung ist kein Urteil über die Seriosität eines Unternehmens — sie ist die Feststellung, dass die Domain für einen Schweizer Anschluss nicht erreichbar sein soll. Wer sie über einen anderen Weg erreicht, surft nicht in eine Grauzone, sondern in einen Raum ohne Schweizer Rechtsschutz.
Was in dieser Übersicht bewusst keinen Platz hat: eine Reihenfolge nach Gewinnversprechen. Es gibt keine Quote, die höher ist als die Marge erlaubt, und keine Liste, die das ändern könnte.
Wofür der Vergleich taugt — und wofür nicht
Die Vergleichskriterien sind Angebotstiefe, Limiten, Livefunktionen und Zugang. Nicht der erwartete Gewinn, denn den kennt niemand. Nicht die «besten Quoten», denn eine Quote ohne Marktangabe ist eine Behauptung.
rechtsla: Die Rechtslage — und was sie den Wettenden kostet
Online-Sportwetten sind ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51, in Kraft seit 1. Januar 2019; Art. 3 lit. c und e). Beaufsichtigt wird das von der Gespa, der Interkantonalen Geldspielaufsicht in Bern, gestützt auf das Geldspielkonkordat in Kraft seit 1. Januar 2021 — nicht von der ESBK, die nur die Casinos beaufsichtigt.

Eine Bewilligung braucht eine Veranstalterbewilligung und zusätzlich eine Bewilligung pro Spiel (Art. 21 bis 25 BGS), und sie gilt nur in der Schweiz (Art. 4 BGS). Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter für Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt: Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport.
Die Vertragsgebiete sind geteilt und sie überlappen sich nicht. Sporttip wird in den Kantonen AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie im Kanton Tessin und im Fürstentum Liechtenstein durchgeführt. Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura; sie nennt als Kontaktadresse die Avenue de Provence 14 in 1001 Lausanne und zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz sowie 221 Mitarbeitende.
Für ein Online-Konto braucht es Wohnsitz in der Schweiz (Art. 47 Abs. 3 VGS) und in der Praxis Wohnsitz im Gebiet des jeweiligen Veranstalters. Ein Deutschschweizer kann bei Jouez Sport kein Konto eröffnen, ein Genfer nicht bei Sporttip. Das ist die erste Kostenzeile dieses Themas: Die Auswahl, die Sie für «den besten Schweizer Anbieter» halten, ist für Sie persönlich oft eine Auswahl aus einem.
Und dann ist da die geschlossene Liste. Erlaubt sind ausschliesslich Sportwetten — Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehsendungen sind nicht zulässig. Das zulässige Angebot ist eine Positivliste: die Liste der bewilligten Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten der Gespa in der Fassung vom 10. September 2026 (Art. 25 BGS, Art. 29 VGS). Qualifikationsrunden nur, wenn sie auf der Liste stehen, Frauenwettkämpfe nur, wenn sie dort stehen, Ranglistenwetten nur, wenn die Rangliste den Einzug in einen internationalen Wettkampf oder das Podest entscheidet, nie Wetten auf Trainingsläufe. Kurz- oder Kartenmärkte erscheinen auf der Liste nicht, und eine Esport-Sektion gibt es dort ebenfalls nicht. Ereignisse, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind ausgeschlossen (Art. 25 Abs. 2 BGS).
Ein Detail, das man kennen sollte, weil es viele Meldungen zum Thema erledigt: Livewetten sind zulässig, vor dem Spiel und live, sofern der Veranstalter eine entsprechende Entscheidung hält. Das BGS enthält keine gesetzliche Beschränkung auf bestimmte Live-Märkte.
Der Kreis der zulässigen Ereignisse ist also eng, und er wird nicht vom Geschmack des Publikums bestimmt. Eine Wette auf ein Freundschaftsspiel oder auf einen Trainingslauf gibt es nicht, egal wie gut die Quote aussieht.
Krypto, Ausland, Sperrliste: was ohne Bewilligung passiert
Eine ausländische Bewilligung — Curaçao, Malta, Deutschland oder ein beliebiges anderes Land — hat in der Schweiz keine Wirkung (Art. 4 BGS).
Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung zu veranstalten, ist eine Straftat: bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu fünf Jahren (Art. 130 BGS). Wer als Wettender teilnimmt, wird nach der Praxis des Bundesamts für Justiz nicht bestraft. Das ist die gute Nachricht. Die schlechte: Einsätze und Gewinne können in einem Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden, und es gibt weder Schutz noch Fair-Play-Kontrolle.
Was Schweizer Rechtsschutz bei einem ausländischen Anbieter konkret nicht existiert, lässt sich in vier Punkten benennen — und sie sind der eigentliche Inhalt von «NBA Krypto wetten». Es gibt keine Schweizer Bewilligung, also keine Aufsicht. Es gibt keine Anbindung an das Sperrregister, also können Spielsperren nicht greifen. Es gibt keinen Schweizer Rückgriff, also keine Adresse, bei der man sich beschwert. Und ausländische Gewinne sind nach kantonaler Praxis steuerbar — das Steueramt Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen als vollständig steuerbares Einkommen, unabhängig von der Höhe.
Das heisst nicht, dass jeder ausländische Anbieter ein Betrugsbetrieb ist. Es heisst, dass der Rückgriff fehlt, wenn etwas schiefgeht. Das ist keine moralische, sondern eine praktische Feststellung.
Bei der Sperrliste lohnt sich die Mechanik. Die Gespa veröffentlicht eine Liste ausländischer Domains, die Schweizer Telekom-Anbieter per DNS blockieren (Art. 86 bis 93 BGS; die erste Liste datiert vom 3. September 2019, Ende 2025 umfasste sie 671 Domains). Blockierte Domains werden innerhalb von Stunden ersetzt — Domain-Hopping, die Gespa nennt als Beispiel Interwetten und Bet-at-Home und führt bet365 als auf der Liste. Ein Anbieter, der heute erreichbar ist, kann morgen weg sein. Wer sein Guthaben dort liegen lässt, hat für die Dauer des Domainwechsels keinen Zugriff darauf.
Bemerkenswert ist, was es nicht gibt: Die Schweiz hat kein Instrument, mit dem Banken oder Kartengesellschaften Zahlungen an unzulässige Wettangebote sperren. Wer anderes behauptet, erfindet Regulierung.
Was darf gewettet werden: nur Sportwetten, und nur die Ereignisse der Gespa-Liste. Krypto-Einzahlungen bei Marken ohne Bewilligung sind kein Marktsegment, sondern ein Umweg um eine Zugangsbeschränkung.
Limiten, Spielsperre, Selbstkontrolle: der Schutz, den Sie selbst bezahlen
Der Schweizer Schutzmechanismus beginnt mit einer Zahl, die der Staat bewusst nicht festlegt. Limiten setzen die Spielenden selbst. Der Veranstalter muss einen oder mehrere Höchstwerte für tägliche, wöchentliche oder monatliche Einsätze oder Verluste verlangen (Art. 87 VGS) — die Zahl kommt also aus dem Kopf des Spielers, nicht aus einer Verordnung. Die Schweiz kennt keine gesetzlich festgelegte Einzahlungsobergrenze.
Bei Swisslos liegt die Limite konkret: Vor der ersten Teilnahme an Sporttip müssen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen, mit einer Oberlimite von CHF 9’999, unter 21 Jahren CHF 1’000. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich.
Die 72 Stunden sind der eigentliche Schutz, und sie sind unbequem. Der Verordnungstext verlangt eine Erhöhung nach 24 Stunden; Swisslos und die Loterie Romande wenden in ihren eigenen Bedingungen 72 Stunden an. In einem schlechten Montagabend, nach einem vierten Viertel, das die Kombiwette ruiniert hat, ist das der Unterschied zwischen einer Entscheidung und einer Entscheidung mit Wartezeit. Wer nachts eine Limite hochsetzen will, sitzt drei Tage auf dem Entschluss.
Die Selbstsperre ist die schwerere Variante. Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Eine freiwillige Sperre kann erst nach drei Monaten wieder aufgehoben werden (Art. 84 VGS), wobei eine Fachstelle beteiligt ist (Art. 81 BGS). Eine selbst gewählte Pause von bis zu sechs Monaten muss angeboten werden (Art. 89 VGS).
Für Livewetten auf Basketball ist das nicht akademisch. Ein Spiel mit schnellen Punktewechseln ist ein Spiel mit schnellen Quotenwechseln, und die Versuchung, eine verlorene Wette mit der nächsten zu jagen, hat dort die meiste Kraft.
Dazu die Altersgrenze: Sportwetten stehen Personen ab 18 Jahren offen, Minderjährige sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Online sind Minderjährige nicht zugelassen (Art. 72 BGS). Wer als Wettkämpfer an einem Wettereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten. Und eine unangenehme Zahl, die zur Ehrlichkeit gehört: Bei Testkäufen der Gespa im Jahr 2025 wurde an Verkaufsstellen in 47,5 Prozent von 200 Fällen eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft. Kontrolle an der Theke ist keine Garantie.
Ein Konto pro Spieler mit verifizierter Identität (Art. 47 bis 52 VGS). Zur Online-Registrierung bei Swisslos braucht es mindestens 18 Jahre sowie Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Vertragsgebiet, es darf keine Spielsperre bestehen, und jede Person darf sich nur einmal registrieren. Die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adress-Datenbanken geprüft.
Bemerkenswert sind auch die Zahlungsregeln, denn sie sagen etwas über die Anonymität, die im Schweizer Markt möglich ist: Gewinne und Guthaben werden nur auf ein Zahlungskonto auf den Namen des Kontoinhabers ausgezahlt (Art. 50 Abs. 2 VGS). Anonyme oder Krypto-Auszahlungen gibt es im bewilligten Schweizer Wettangebot nicht. Und Kredit an Spielende gibt es nicht (Art. 75 Abs. 1 BGS).
Ausgeschlossene oder minderjährige Spieler haben keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne (Art. 45 BGS) — wer sich sperren lässt und dann trotzdem spielt, verliert mit System.
Prognosen und Strategie: was eine Voraussage leisten kann und was nicht
Nun zum Feld, in dem am meisten Unsinn geschrieben wird. Eine Prognose für ein NBA-Spiel entsteht aus drei Dingen: Form, Verletzungslage und Spielstatistik. Form heisst die Leistung der letzten Spiele, gewichtet nach Gegnerstärke. Verletzungslage heisst, wer ausfällt und wer ersetzt wird — im Basketball mehr als in jeder anderen Mannschaftssportart, weil ein einziger Ausfall die Punkteverteilung eines ganzen Teams verschiebt. Spielstatistik heisst Wurfquoten, Rebounds, Ballverluste, Tempo.
Diese drei Grössen sind beschreibbar, und deshalb sind sie die Grundlage jeder ernsthaften Analyse. Aber sie sind keine Vorhersage. Sie beschreiben, was war, und die Quote ist bereits das, was der Markt daraus gemacht hat.
Der Wert-Tipp: eine Rechnung, keine Überzeugung
Ein Wert-Tipp entsteht aus einem Vergleich: Wenn Sie einem Ereignis eine höhere Wahrscheinlichkeit zuschreiben als die Quote ausdrückt, ist die Wette rechnerisch interessant. Die Quote von 2,50 entspricht einer impliziten Wahrscheinlichkeit von 40 Prozent; wer 50 Prozent annimmt, rechnet mit einem Vorteil. Das ist die ganze Mechanik eines Value-Bets, und sie enthält bereits ihre eigene Schwäche: Die 50 Prozent sind eine Schätzung.
Es gibt keine Datenquelle, die eine Schätzung in eine Tatsache verwandelt. Kein Tipp ist sicher. Und Wetten sind kein Einkommen — die Marge sorgt dafür, dass ein Wettender über eine lange Reihe von Wetten im Durchschnitt verliert, wenn er nicht besser schätzt als der Markt. Wer das bezweifelt, sollte die Rechnung aus dem Abschnitt zu den Grundlagen noch einmal mit zehn Wetten statt einer durchführen.
Was eine Strategie leisten kann, ist etwas Bescheideneres. Sie kann festlegen, wie viel Geld auf eine einzelne Wette geht, damit ein schlechter Monat nicht das ganze Spielgeld frisst. Sie kann vorschreiben, wo man keine Wette platziert — bei einem Spiel, dessen Kader man nicht gelesen hat. Und sie kann die Grenze ziehen, bei der man aufhört. Das ist weniger aufregend als ein System, aber es ist das, was tatsächlich kontrollierbar ist.
Quotenboosts bei Sporttip gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage. Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Wettendem nur einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert; bei einem Cash-Out verfällt der Boost. Das ist ein Mechanismus, der vor allem eines tut: Er belohnt den frühen Klick, nicht die bessere Analyse.
Livewetten auf Basketball: die Marge mit Tempo
Livewetten gelten bei Sporttip unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00. Und in spielentscheidenden Situationen — Elfmeter, Rote Karte, Videoschiedsrichter-Entscheid — kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten.
Für Basketball-Livewetten ist das ein doppelt relevanter Paragraf. Die aufgeführten Situationen stammen zwar aus dem Fussball, aber das Prinzip gilt: Wenn das Ereignis faktisch entschieden ist, während die Wettoberfläche es noch nicht weiss, ist Ihre Wette den Einsatz wert und nicht mehr. Ein Livewetten-Button, den man eine Sekunde zu spät drückt, bezahlt einem das nicht.
Cash-Out verdient dieselbe Nüchternheit. Bei Sporttip gibt es Cash-Out für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und eine Garantie für jeden Markt besteht nicht. Dazu kommt: Der Cash-Out-Betrag ist tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden. Die Funktion ist kein Werkzeug zur Gewinnsicherung, sondern der Verkauf einer Wette zurück an den Veranstalter — zu einem Preis, den dieser bestimmt.
Die Anbieter im Einzelnen
Zehn Namen, zwei Gruppen, keine gemeinsame Kategorie. Die Reihenfolge folgt der Marktlage, nicht einer Empfehlung: zuerst die zwei Veranstalter mit Schweizer Bewilligung, dann die ausländischen Marken, die Schweizer Wettende in Suchanfragen antreffen.
Swisslos Sporttip: die einzige Bewilligung mit Liechtenstein im Vertragsgebiet
Swisslos wird von der SWISSLOS Interkantonalen Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel veranstaltet und stützt sich auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 (IKV 2020). Sportwetten laufen dort unter dem Namen Sporttip, das Produkt trägt also eine eigene Marke über einem rechtlichen Gerüst, das kaum jemand liest.
Das Vertragsgebiet ist gross, aber nicht national. Sporttip wird in den Kantonen AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie im Kanton Tessin und im Fürstentum Liechtenstein durchgeführt. Wer in Genf oder Neuenburg wohnt, kommt nicht in Frage — nicht wegen fehlender Bonität, sondern wegen Kantonsgrenzen.
Die Limiten sind klar gezogen: Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten CHF 1, Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette CHF 1’000 und für eine Systemwette CHF 10’000. Swisslos kann die Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Die CHF 10’000 der Systemwette klingen nach Spielraum; sie gelten für eine Wettart, die mehrere Kombinationen aus einer Auswahl bildet und deren Einsatz sich entsprechend vervielfacht.
Versteuern müssen Sporttip-Gewinner unterhalb des Freibetrags nichts. Gewinne aus schweizerisch bewilligten Grossspielen — die ESTV nennt Sportwetten ausdrücklich — sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommenssteuerfrei und erst darüber steuerpflichtig; auf Bundesebene liegt der Betrag ab 1. Januar 2026 bei CHF 1’071’000 (2025: CHF 1’070’400). Die kantonalen Schwellen weichen davon ab, also gilt: je nach Kanton. Oberhalb der Schwelle behält der Veranstalter 35 Prozent Verrechnungssteuer ein, die über die Steuererklärung zurückgeholt werden kann. Ein typischer Wettender bleibt weit darunter, zahlt also weder Einkommenssteuer noch Verrechnungssteuer auf seinen Gewinn. Eine Wettsteuer auf Einsätze gibt es in der Schweiz nicht — wer eine behauptet, hat etwas verwechselt. Für konkrete Fälle hilft nur der Steuerberater oder die kantonale Steuerverwaltung.
Was das im Kern bedeutet: Sporttip ist der einzige Ort, an dem eine NBA-Wette für einen Deutschschweizer vollständig innerhalb des Schweizer Schutzsystems liegt — bewilligt, mit Sperrregister, mit Limiten, mit Steuerfreibetrag. Der Preis dafür ist die Geschlossenheit der Liste und ein Vertragsgebiet, das nicht für alle Kantone gilt. Für einen Wettenden in Zürich, der ein Konto will, aus dem nichts herausfallen kann, gibt es schlicht keine Alternative.
Loterie Romande Jouez Sport: sechs Kantone, kein Zugang für Deutschschweizer
Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Sie nennt als Kontaktadresse die Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne, und zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz sowie 221 Mitarbeitende. Das ist eine Organisation mit Ladenetz — für Sportwetten bedeutet es Sichtbarkeit vor Ort und eine Beratung, die ein reiner Online-Anbieter nicht hat.
Rechtlich steht sie auf derselben Stufe wie Sporttip: eine der zwei Veranstalterbewilligungen, die die Kantone für Lotterien und Sportwetten vergeben, ein Grossspiel nach BGS, Aufsicht durch die Gespa. Die Schutzwirkung ist also dieselbe. Die Limitenmechanik mit Selbsteinsetzung, verzögerter Erhöhung und Sperrregister gilt über das Gesetz, und wo die eigenen Bedingungen von Swisslos abweichen, sind es die Bedingungen des jeweiligen Veranstalters.
Die Schranke liegt beim Wohnsitz. Ein Online-Konto setzt Aufenthalt in der Schweiz voraus (Art. 47 Abs. 3 VGS) und in der Praxis im Gebiet des Veranstalters. Ein Zürcher kann bei Jouez Sport nicht registrieren, ein Lausanner nicht bei Sporttip. Die Wahl, die die Schweiz einem Wettenden lässt, ist damit eine Kantonsfrage.
Genau diese Aufteilung ist der Punkt. Für einen Wettenden in Freiburg ist Jouez Sport keine zweite Wahl hinter Sporttip, sondern die einzige bewilligte. Wer in der Westschweiz wohnt und Wert auf Schweizer Rechtsschutz legt, hat keine Ausweichmöglichkeit nach Norden.
BassBet: Sporttip-Konkurrenz ohne Adresse in Bern
BassBet hat keine Schweizer Bewilligung. Das ist keine Einschätzung, sondern die Folge davon, dass nur Swisslos und Loterie Romande Sportwetten in der Schweiz veranstalten dürfen. Die gemeldete Bewilligung ist nicht etabliert, und sie hätte in der Schweiz ohnehin keine Wirkung (Art. 4 BGS).
Daraus folgen vier Dinge, die für jeden der acht ausländischen Anbieter gleich lauten und deshalb hier einmal gelten: keine Anbindung an das Sperrregister, kein Schweizer Rückgriff, keine Aufsicht durch die Gespa, und die Möglichkeit, dass die Domains auf die Sperrliste gesetzt und per DNS blockiert werden. Wer dort ein NBA-Spiel live verfolgt und eine Wette platziert, tut das in einem Raum, den Schweizer Recht nicht mehr schützt — und dessen Steuerfolgen das kantonale Recht trotzdem erfassen kann.
Der Reiz solcher Marken liegt in der Breite: mehr Ligen, mehr Märkte, mehr Live-Varianten, als eine geschlossene Positivliste zulässt. Wer eine Wette auf einen Markt sucht, den die Gespa-Liste nicht führt, wird dort fündig. Der Preis ist, dass in einem Streitfall niemand zuständig ist, den man in der Schweiz belangen könnte.
Genau darin liegt die Entscheidung. BassBet ist eine Option für Wettende, die Märkte jenseits der Positivliste suchen und mit dem fehlenden Rückgriff bewusst leben — nicht für jemanden, der im Zweifel eine Beschwerdeadresse braucht.
Funbet: schlankes Programm, dasselbe Rechtsvakuum
Funbet verfügt über keine Schweizer Bewilligung. Da das Gesetz nur Swisslos und die Loterie Romande zulässt, ist eine ausländische Lizenz rechtlich bedeutungslos (Art. 4 BGS). Das Sperrregister und der gesetzliche Rückgriff greifen hier nicht.
Sportlich ist die Marke für Wettende interessant, die ein schlankes Programm einem überladenen vorziehen: eine Wette, ein Markt, ein Ergebnis. Wo die Mittel der Anbieter begrenzt sind, ist das Wettprogramm oft übersichtlicher als bei den grossen Adressen, und das ist ein Vorteil, den die Buchmacherwerbung selten erwähnt.
Bei einem Anbieter ohne Bewilligung wiegt die Schutzdimension schwerer als bei einem bewilligten. Die Limitenmechanik, die eine Schweizer Bewilligung mitbringt — Limiten für 1, 7 und 30 Tage, verzögerte Erhöhung, Sperrregister — gibt es hier nach Schweizer Massstab nicht.
Funbet passt damit einem Wettenden, der sein Budget ohnehin selbst in einem separaten Konto führt und die Schweizer Schutzmechanik nicht als Teil des Produkts betrachtet. Für alle anderen ist die fehlende Bewilligung der dominante Punkt.
Bettilt: Bonuswerbung ohne Adresse in Bern
Bettilt verfügt über keine Schweizer Zulassung; gemeldete ausländische Lizenzen sind gemäss Art. 4 BGS rechtlich irrelevant. Auch hier besteht das Risiko einer DNS-Sperre durch die Gespa.
Bei ausländischen Marken ist Werbung ein grösserer Teil des Auftritts als bei Schweizer Veranstaltern, und das ist kein Zufall. Die Schweiz reguliert Werbung: Sie darf nicht aufdringlich oder irreführend sein und nicht auf Minderjährige oder gesperrte Personen zielen (Art. 74 BGS). Werbung für ein in der Schweiz nicht bewilligtes Geldspiel ist verboten (Art. 74 Abs. 3 BGS) und wird mit einer Busse von bis zu CHF 500’000 bestraft (Art. 131 BGS). Und Gratisspiele oder Gratisguthaben brauchen die vorgängige Zustimmung der Gespa (Art. 75 Abs. 2 BGS) — 2025 erteilte sie 24 Zustimmungen an die Loterie Romande und 8 an Swisslos.
Freispiele sind also in der Schweiz ein bewilligungspflichtiger Vorgang, nicht eine Marketingroutine. Bei einem Anbieter ohne Bewilligung gibt es diesen Rahmen nicht: Bonusbedingungen kommen ausschliesslich aus den eigenen Geschäftsbedingungen des Anbieters, und niemand prüft sie vorab. Wer dort ein Angebot annehmen will, liest die Bedingungen selbst — Umsatzanforderung, Mindestquote, Frist, Deckelung des Gewinns aus dem Gratisguthaben.
Bettilt steht damit für die Gruppe, bei der der Werbeaufwand am deutlichsten vor dem Produkt steht. Für einen Wettenden, der ein Gratisangebot sucht, ist das die Stelle, an der eine Schweizer Bewilligung am meisten wert wäre.
MyStake: Krypto-Einzahlung, Sperrliste inklusive
MyStake ist in der Schweiz nicht bewilligt. Da ausländische Lizenzen gemäss Art. 4 BGS hier keine rechtliche Relevanz besitzen, ist die Sperrlisten-Mechanik relevant.
Hier wird das Kernproblem der Krypto-Wetten sichtbar. Im bewilligten Schweizer Angebot werden Gewinne und Guthaben ausschliesslich auf ein Zahlungskonto auf den Namen des Kontoinhabers ausgezahlt (Art. 50 Abs. 2 VGS). Krypto-Auszahlungen existieren dort nicht, und zwar nicht, weil es technisch unmöglich wäre, sondern weil die Identitätsprüfung vorgeschrieben ist. Ein Anbieter, der anonyme Einzahlungen akzeptiert, umgeht damit genau die Kontrolle, die die Schweiz vorschreibt.
Für einen Wettenden bedeutet das eine Verschiebung: Was auf dem Papier wie Bequemlichkeit aussieht, ist die Abwesenheit der Mechanismen, die einen Streit überhaupt austragbar machen. Die Schweiz hat ausserdem kein Instrument, mit dem Banken oder Kartengesellschaften Zahlungen an unzulässige Wettangebote sperren — wer annimmt, die Bank fange so etwas ab, irrt.
Dazu kommt die Steuerseite. Gewinne aus schweizerisch bewilligten Grossspielen sind bis zum Freibetrag steuerfrei; Gewinne von ausländischen Anbietern unterliegen nicht der Verrechnungssteuer, werden aber nach kantonaler Praxis unterschiedlich behandelt — das Steueramt Thurgau sieht Gewinne aus ausländischen Grossspielen als vollständig steuerbares Einkommen an, unabhängig von der Höhe. Ein Krypto-Gewinn ist damit kein steuerfreier Gewinn, sondern ein Gewinn, über den eine andere Behörde entscheidet.
MyStake bleibt eine Option für Wettende, die Krypto-Transaktionen aus Überzeugung wollen und den fehlenden Zugriff auf das Sperrregister als irrelevant für sich betrachten. Als Ersatz für ein bewilligtes Konto funktioniert die Marke nicht.
Coolzino: Casino-Profil mit Sportwetten als Anhang
Coolzino ist in der Schweiz ohne Bewilligung tätig. Da ausländische Erlaubnisse (Art. 4 BGS) hier keinen rechtlichen Schutz bieten, ist das Sperrrisiko durch die Gespa gegeben.
Wichtiger als das Einzelschicksal dieser Marke ist eine Trennung, die beim Lesen solcher Angebote verloren geht: Wetten und Casino sind zwei verschiedene Bewilligungsarten mit zwei verschiedenen Regelsätzen. Wer eine Schweizer Bewilligung hält, hat sie für ein bestimmtes Grossspiel — eine Casinolimite ist deshalb keine Wettlimite, und eine Casino-Bewilligung ist keine Sportwetten-Bewilligung. Das BGS erlaubt Sportwetten überhaupt nur als Grossspiel mit Veranstalter- und Spielbewilligung.
Bei Anbietern mit Casino-Profil ist die Sportwetten-Sektion oft ein Anhang zum grösseren Geschäft. Für Wettende heisst das: Das Wettprogramm ist selten die Stärke, und wer eine NBA-Livewette sucht, findet bei spezialisierten Marken mehr Tiefe.
Coolzino passt einem Wettenden, der ohnehin ein Casino-Konto will und die Sportwetten nebenbei mitnimmt. Wer die Wette als Hauptsache betrachtet, wird am Nebenschauplatz nicht glücklich.
bet365: Liveumfang der Referenz, trotzdem auf der Sperrliste
bet365 operiert ebenfalls ohne Schweizer Bewilligung. Ausländische Lizenzen bleiben laut Art. 4 BGS hier wirkungslos, weshalb die Gespa den Anbieter auf der Sperrliste führt.
Das ist der interessante Fall dieser Übersicht, weil hier Produktqualität und Rechtslage auseinanderfallen. Der Liveumfang und die Markttiefe gelten in der Branche als Massstab — kaum ein bewilligter Anbieter kann bei Live-Märkten mithalten. Für einen Wettenden, der ein NBA-Spiel live verfolgen und gleichzeitig mehrere Märkte sehen will, ist das ein handfester Unterschied, der nichts mit Werbung zu tun hat.
Nur hilft das bei der Frage nicht weiter, die zählt. Eine Schweizer Domain kann blockiert werden, und blockierte Domains werden innerhalb von Stunden ersetzt — Domain-Hopping. Wer ein Guthaben dort liegen lässt, kann für die Dauer eines Domainwechsels nicht darauf zugreifen. Kein Sperrregister, kein Schweizer Rückgriff, keine Gespa-Aufsicht. Und wer als Wettender in der Schweiz auf die Positivliste angewiesen ist, findet hier zwar mehr Märkte, aber nicht die Aufsicht, die sie einordnen würde.
Damit ist bet365 der klarste Fall von «gutes Produkt, falscher Rechtsraum». Wer den Liveumfang über alles stellt und ein Guthaben nie lange dort stehen lässt, weiss, was er tut. Für alle anderen bleibt es eine Wette auf einen Anbieter, der jederzeit aus dem Schweizer Netz verschwinden kann.
20Bet: Wettprogramm im Ausland, Steuerfolgen im Inland
20Bet operiert ohne Schweizer Bewilligung. Eine ausländische Lizenz ist gemäss Art. 4 BGS rechtlich wirkungslos, weshalb der Anbieter auf der Sperrliste der Gespa stehen kann.
Bemerkenswert ist an dieser Marke vor allem, wie selbstverständlich die Steuerfolge im Alltag verschwindet. Wer bei einem ausländischen Anbieter gewinnt, verliert den Schweizer Freibetrag, weil es Gewinne aus einem schweizerisch bewilligten Grossspiel sind, die steuerfrei bleiben. Der Gewinn ist damit nicht steuerfrei, sondern je nach Kanton steuerbares Einkommen; das Steueramt Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen als vollständig steuerbares Einkommen, unabhängig von der Höhe. Für konkrete Fälle führt der Weg zur kantonalen Steuerverwaltung.
Der zweite Punkt ist die Zugangsfrage. Die Schweiz hat kein Zahlungssperrsystem — kein Instrument, mit dem Banken oder Kartengesellschaften Zahlungen an unzulässige Angebote unterbinden. Der Anbieter kann also nicht durch die Infrastruktur ausgebremst werden; gebremst wird nur über die DNS-Blockierung von Domains, und die lässt sich umgehen.
20Bet passt einem Wettenden, der sein Wettkonto ausserhalb der Schweiz führen will und die steuerliche Behandlung bewusst selbst regelt. Wer den Schweizer Freibetrag als Teil des Kalküls betrachtet, sollte sich vor dem ersten Gewinn entscheiden, nicht danach.
BetOnRed: ohne Bewilligung, ohne Register, ohne Rückgriff
BetOnRed besitzt keine inländische Erlaubnis. Eine ausländische Lizenz ist rechtlich unbeachtlich (Art. 4 BGS), sodass Domains jederzeit gesperrt werden können.
Am Ende dieser Gruppe stehen vier Abwesenheiten, und sie sind der eigentliche Inhalt des Angebots: keine Bewilligung, also keine Gespa-Aufsicht; keine Anbindung an das Sperrregister, also keine Wirkung einer Spielsperre; kein Schweizer Rückgriff, also keine Adresse für eine Beschwerde; und kein Fair-Play-Rahmen, den jemand prüft. Das ist kein Vorwurf an diese Marke, sondern die Rechtslage, die für jeden Anbieter ohne Bewilligung gilt.
Dass die Veranstaltung von Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung strafbar ist — bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu fünf Jahren (Art. 130 BGS) — betrifft den Anbieter, nicht den Wettenden. Nach der Praxis des Bundesamts für Justiz wird der Spielende nicht bestraft. Einzüge von Einsätzen und Gewinnen in einem Verfahren gegen den Anbieter bleiben aber möglich.
BetOnRed steht damit am Ende einer Liste, die keine Empfehlung ist. Wer hier landet, sollte wissen, dass er nicht in eine günstigere Variante des Schweizer Angebots einsteigt, sondern in ein anderes Rechtssystem — mit Fragen, die im Inland niemand verbindlich beantwortet.
Häufige Fragen zu NBA-Wetten in der Schweiz
Ist es in der Schweiz überhaupt erlaubt, auf NBA-Partien zu wetten?
Ja, aber nur bei einem Veranstalter mit Schweizer Bewilligung: Swisslos mit Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport. Basketball gehört zu den Sportarten, die auf der Gespa-Liste der bewilligten Wettkämpfe stehen. Ein ausländisches Angebot fällt nicht unter diese Bewilligung — Art. 4 BGS beschränkt sie auf die Schweiz.
Was taugen Krypto-Wetten auf die NBA bei Anbietern ohne Schweizer Bewilligung?
Wenig, was den Rückgriff betrifft. Eine ausländische Bewilligung hat hier keine Wirkung, die Marke ist nicht ans Sperrregister angebunden, und anonyme Auszahlungen sind mit dem bewilligten Schweizer System unvereinbar. Ausländische Gewinne sind ausserdem nach kantonaler Praxis steuerbar. Bequemlichkeit ist kein Schutz.
Wie berechnet sich der Gewinn aus Einsatz und Quote, und wo steckt die Marge?
Der mögliche Gewinn ist Einsatz mal Quote; bei einer Kombiwette werden die Quoten multipliziert. Die Marge liegt darin, dass die Quoten eines Marktes zusammen einen Auszahlungsanteil unter 100 Prozent ergeben. Bei unserem Rechenbeispiel mit 1,90 auf beiden Seiten sind das rund 95 Prozent Quotenschlüssel und rund 5 Prozent Marge.
Was ist ein Value-Bet, und warum bleibt jeder NBA-Tipp unsicher?
Ein Value-Bet liegt vor, wenn Sie einem Ausgang eine höhere Wahrscheinlichkeit zuschreiben als die Quote ausdrückt — bei Quote 2,50 also mehr als die impliziten 40 Prozent. Das ist eine Schätzung über Form, Verletzungslage und Statistik, keine Gewissheit. Kein Tipp ist sicher, und Wetten sind kein Einkommen.
Wie laufen Verlustlimiten und Spielsperre, bevor die erste Wette möglich ist?
Bei Sporttip müssen vor der ersten Teilnahme Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage gesetzt werden; die Oberlimite liegt bei CHF 9’999, unter 21 Jahren bei CHF 1’000. Senken gilt sofort, erhöhen erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für 30 Tage möglich, und eine Spielsperre ist bis 180 Tage möglich.
US-Sport – quotenerklaert
Inhalt erstellt vom Team «quotenerklaert»
