Goliath wetten in der Schweiz – 247 Wetten aus einem Wettschein
Ladevorgang...
Stand: Oktober 29, 2026; die Angaben zu Bewilligungen wurden gegen die Veranstalter- und Spielbewilligungen nach Geldspielgesetz sowie gegen die Gespa-Aufsicht geprüft.
Eine Goliath-Wette ist die denkbar teuerste Art, acht Fussballspiele zu tippen. Sie besteht aus 247 Einzelwetten: 28 Doppel, 56 Dreier, 70 Vierer, 56 Fünfer, 28 Sechser, 8 Siebener und eine Achterkombination – und aus keiner einzigen Einzelwette. Wer einen Franken pro Wette ankreuzt, hat an der Kasse CHF 247 hingelegt, bevor der erste Ball rollt. Das ist der ganze Kern dieser Wettform, und die Zahl, die auf den Werbebannern fehlt.
Die Sache hat einen zweiten Haken, der schwerer wiegt als der Einsatz. Gewinnt nur eine der acht Auswahlen, ist der Schein wertlos. Es braucht mindestens zwei Treffer, damit überhaupt eine Rückzahlung entsteht. Und dann zahlt der Zweiertreffer – nicht der Achteltreffer, den ein Rechner in grossen Lettern anzeigt. Zwischen dem, was möglich wäre, und dem, was passiert, liegt bei dieser Wettform mehr Luft als bei jeder anderen, die auf einem Schweizer Wettschein steht.
Deshalb steht auf dieser Seite der Preis vor dem Produkt. Wer versteht, was 247 Wetten kosten, was der Höchsteinsatz einer Systemwette begrenzt und was eine Marge im Quotenschlüssel verschwinden lässt, kann selbst entscheiden, ob ihm diese Konstruktion etwas wert ist. Eine Wette auf das falsche Spiel ist teurer als jede Gebühr.
Die zehn geprüften Anbieter im Vergleich
Wer in der Schweiz um Geld auf Sport wetten will, hat weniger Auswahl als in fast jedem anderen Land Europas – weil das Gesetz die Zahl der Veranstalter gedeckelt hat, nicht weil der Markt klein wäre. Zwei Anbieter dürfen es. Alle anderen, die Schweizer Spielende trotzdem finden, dürfen es nicht.

Die folgende Übersicht ordnet die zehn Plattformen nach ihrer Bewilligungslage. Die ersten zwei Zeilen sind Schweizer Veranstalter, die restlichen acht sind ausländische Marken ohne Schweizer Bewilligung – sie stehen hier zur Einordnung, weil Schweizer Spielende ihnen begegnen, nicht als Empfehlung. Beschrieben und bewertet wird jede Marke nach denselben Kriterien.
| Anbieter | Schweizer Bewilligung | Veranstalter bzw. gemeldete Bewilligung |
|---|---|---|
| Swisslos Sporttip | Ja – Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS | SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel; Aufsicht Gespa |
| Loterie Romande Jouez Sport | Ja – Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS | Loterie Romande (Société de la Loterie de la Suisse Romande); Aufsicht Gespa |
| X3Bet | Nein – ohne Schweizer Bewilligung | Tobique (Kanada); Bewilligung ohne Geltung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
| 1xBet | Nein – ohne Schweizer Bewilligung | keine Bewilligung festgestellt; ohne Geltung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
| 22Bet | Nein – ohne Schweizer Bewilligung | keine Bewilligung festgestellt; ohne Geltung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
| myBet | Nein – ohne Schweizer Bewilligung | keine Bewilligung festgestellt; ohne Geltung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
| HornetBet | Nein – ohne Schweizer Bewilligung | keine Bewilligung festgestellt; ohne Geltung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
| WirWetten | Nein – ohne Schweizer Bewilligung | keine Bewilligung festgestellt; ohne Geltung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
| Boomerang Bet | Nein – ohne Schweizer Bewilligung | keine Bewilligung festgestellt; ohne Geltung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
| Rabona | Nein – ohne Schweizer Bewilligung | keine Bewilligung festgestellt; ohne Geltung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
Zehn Zeilen, ein Gedanke: Die mittlere Spalte ist die einzige, die langfristig zählt. Ein Anbieter ohne Bewilligung kann ein sauberes Produkt führen und pünktlich auszahlen – nur steht hinter seinem Versprechen keine Schweizer Behörde, kein Sperrregister und kein Rechtsweg im Land. Das ist keine Geschmacksfrage. Es ist der Unterschied zwischen einer Beschwerde, die irgendwo ankommt, und einer, die ins Leere läuft.
Bei den zwei Schweizer Veranstaltern trennt die Sitzkantone, was die Angebote sonst unterscheidet. Swisslos bedient die Deutschschweiz, das Tessin und Liechtenstein, die Loterie Romande die sechs Westschweizer Kantone. Ein Konto lässt sich nur dort eröffnen, wo man wohnt. Wer aus Zürich auf Jouez Sport setzen will, kommt nicht hinein – und ein Zuzug nach Genf ist ein teurer Weg zum Wettschein.
Goliath als Systemwette: acht Auswahlen, alle Mehrfachkombinationen
Der Goliath zählt zu den Full-Cover-Wetten: über eine festgelegte Zahl von Auswahlen werden alle möglichen Mehrfachwetten gebildet, und die Einzelwetten bleiben aussen vor. Bei acht Auswahlen heisst das 247 Kombinationen, verteilt auf sieben Längen von zwei bis acht. Ein Zweier, dessen Partner verliert, ist tot. Ein Achter lebt nur, wenn alles aufgeht.
Aus den Wettmärkten der acht Auswahlen entsteht jede dieser 247 Positionen, und jede trägt ihre eigene Gesamtquote aus dem Produkt der Einzelquoten. Das ist der Punkt, an dem ein Rechner im Kopf versagt: Acht Quoten multiplizieren sich nicht zu einer Zahl, sondern zu einem Bündel von 247 Preisen, das sich mit jedem Ergebnisstandswechsel im Live-Betrieb neu sortiert.
Die Zahl der Wetten wächst nicht linear mit den Auswahlen, sondern wie eine Potenz. Sieben Auswahlen ergeben eine deutlich kleinere Full-Cover-Wette, neun eine deutlich grössere. Für den Leser heisst das: Jede zusätzlich angekreuzte Auswahl im Goliath hebt nicht den Einsatz, sondern die Zahl der Wetten – und damit den Betrag, der tatsächlich an der Kasse fällig wird, im gleichen Zug.
Rechenbeispiel: was ein Goliath bei CHF 1 pro Wette aussetzt
Rechnen wir es an einem Beispiel durch, das ausdrücklich keine abgefragte Quote ist, sondern eine illustrative Auswahl mit Quoten von 1.50, 2.00 und 2.50 und einem Einsatz von CHF 1 pro Einzelwette.
Drei Zweier ergeben sich aus drei Auswahlen, also CHF 3 Gesamteinsatz. Gewinnen beide Partner, bringt ein Zweier aus 1.50 und 2.00 einen Rückfluss von CHF 3.00, ein Zweier aus 1.50 und 2.50 einen von CHF 3.75, und ein Zweier aus 2.00 und 2.50 einen von CHF 5.00. Zusammen sind das CHF 11.75 für CHF 3 Einsatz.
Wächst die Auswahlzahl, kippt das Bild. Bei acht Auswahlen sind es CHF 247 Einsatz, und die Rückzahlung hängt daran, wie viele Treffer zusammenkommen. Gehen alle acht auf, liefert die Achterkombination das Produkt aller acht Quoten. Gehen nur zwei auf, zahlen genau die Doppel, die diese beiden bilden – ein Zweier, bei CHF 1 Einsatz und fiktiven Quoten von 1.50 und 2.50, also CHF 3.75 zurück gegen CHF 247 vorher. Das ist die eigentliche Lehre dieser Wettform, und sie lässt sich in einem Satz sagen: Die Rückzahlung wächst mit jedem zusätzlichen Treffer, der Einsatz springt schon beim ersten zusätzlichen Kreuz.
Wie viel am Ende zurückfliesst, hängt deshalb weniger von den Quoten ab als von der Trefferzahl – die Streuung reicht von einem einzelnen Zweier bis zum vollen Produkt aller acht, und gelegentlich dazwischen grosszügig, aber nichts davon zugesichert.
Wie sich Gesamteinsatz und Höchsteinsatz verhalten
Der Gesamteinsatz einer Systemwette ist Einsatz pro Wette mal Zahl der Wetten. Nicht mehr. Bei CHF 1 pro Wette und 247 Wetten sind das CHF 247, egal wie hoch die Quoten stehen. Wer CHF 5 ankreuzt, liegt bei CHF 1’235 – für einen Schein, der bei einem einzigen Treffer nichts oder fast nichts zurückbringt.
Hier wird der Höchsteinsatz zur eigentlichen Sicherung. Bei Sporttip beträgt der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten CHF 1, der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette CHF 1’000 und für eine Systemwette CHF 10’000. Der Unterschied zwischen den beiden Obergrenzen ist kein Zufall. Eine Systemwette lässt sich mit einem hohen Gesamtbetrag buchen, weil sie sich aus vielen kleinen Wetten zusammensetzt – die Limite schaut auf das Ganze, nicht auf das Einzelne. Swisslos kann diese Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen.
Bei Jouez Sport liegt die Ordnung feiner: Der Mindesteinsatz online beträgt CHF 2, in Verkaufsstellen CHF 3 und für Multiples CHF 2, der Höchsteinsatz für Einzel- und Kombiwetten CHF 500. Ein Wettschein mit Multiples darf insgesamt höchstens CHF 7’500 Einsatz enthalten. Diese Obergrenze pro Wettschein ist die interessantere Zahl, weil genau sie bestimmt, ob ein gross gedachter Goliath überhaupt auf einen Schein passt. Wer CHF 247 pro Goliath setzt, kann auf demselben Schein nicht beliebig viele davon unterbringen, bevor die Grenze greift.
Wer sein Budget im Griff haben will, rechnet vor dem Ankreuzen und nicht danach. Ein einziger Blick auf «Einsatz pro Wette mal Wettenzahl» verhindert die unangenehme Überraschung an der Kasse, und zwar verlässlicher als jedes Gefühl dafür, was ein Wettschein «ungefähr» kostet.
Was eine Quotenboost-Werbung verschweigt
Boosts sind bei Sporttip an Bedingungen geknüpft, die jede Werbezeile zusammenschrumpfen lassen. Der Kombiboost gilt nur online, für Prematch, Live und Systemwetten, und verlangt mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1.50. Der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn solchen Voraussagen; Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert. Quotenboosts gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage; Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Wettenden nur einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert, und bei einem Cash-Out verfällt der Boost.
Der 100-Prozent-Aufschlag ist die Zahl, die in der Anzeige steht. Er verlangt fünfzehn Voraussagen mit je mindestens 1.50 – fünfzehn Einzeltipps, die alle stimmen müssen, damit auf die Erhöhung überhaupt ein Nettogewinn fällt, den man erhöhen könnte. Die Grenze liegt nicht im Prozentsatz. Sie liegt in der Zahl der richtigen Tipps davor.
Die acht Auswahlen gezielt auswählen
Ein Goliath ist keine Wette auf ein Spiel. Er ist eine Wette auf acht Spiele gleichzeitig, und damit auf acht Märkte, von denen jeder seine eigene Marge trägt. Der Quotenschlüssel einer einzelnen Quote sagt, wie viel eine Veranstalterin von den Einsätzen auf diesen einen Markt zurückzahlt; die Marge ist 100 % minus dieser Anteil. Bei einem Goliath vervielfacht sich der Effekt, weil jede der 247 Kombinationen aus Quoten zusammengesetzt ist, die diesen Abzug schon enthalten.
Wer bewusst auswählt, entscheidet nichts über den Ausgang – das kann niemand. Er entscheidet über die Struktur: Wie viele Wetten hängen an einer einzigen Auswahl, wie stark dominieren die niedrigen Quoten das Bündel, und wie viel des Einsatzes steckt in Kombinationen, die schon bei einem einzigen Fehler ausscheiden. Eine Auswahl mit Quote 1.20 verankert zwar viele Kombinationen, verschiebt aber das Verhältnis von Einsatz zu möglichem Rückfluss deutlich. Anders gesagt: Der Goliath macht aus einer Auswahl keinen Treffer, sondern dreiunddreissig.
Bei Sporttip werden voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung nur über die Bet-Builder-Funktion kombiniert. Nimmt Swisslos irrtümlich eine solche Kombination ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten. Derselbe Mechanismus wie im Goliath, und ein Grund mehr, die Auswahlen aus verschiedenen Spielen zu wählen. Ein Goliath, dessen acht Positionen auf denselben Match zeigen, lässt sich schnell nicht mehr halten.
Rechtslage: zwei Veranstalter und eine geschlossene Wettliste
In der Schweiz ist Sportwetten ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz, und der Rahmen ist eng gesteckt. Die Interkantonale Geldspielaufsicht Gespa in Bern beaufsichtigt es; die Eidgenössische Spielbankenkommission ist nicht die Adresse für Sportwetten, weil sie nur Casinos beaufsichtigt. Eine Bewilligung besteht aus einer Veranstalterbewilligung und einer Bewilligung pro Spiel und gilt nach Art. 4 BGS nur in der Schweiz.

Die Kantone haben die Zahl der Veranstalterinnen für Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt. Swisslos betreibt Sporttip, die Loterie Romande betreibt Jouez Sport. Eine Liste weiterer bewilligter Buchmacher gibt es nicht, weil es keine gibt; die Gespa veröffentlicht nur die Sperrliste der blockierten ausländischen Domains.
Wer sich online registriert, braucht Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt in der Schweiz und in der Praxis im Gebiet des jeweiligen Veranstalters. Swisslos beliefert die Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie das Tessin und das Fürstentum Liechtenstein. Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura; sie nennt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz. Zwei Gebiete, zwei Produkte, keine Wahlfreiheit im eigenen Wohnkanton. Wer umzieht, wechselt mit der Adresse auch die Veranstalterin.
Bei Swisslos geht die Registrierung über den Ausweis: Die Daten werden daraus ausgelesen und gegen Adressdatenbanken geprüft. Es braucht mindestens 18 Jahre, es darf keine Spielsperre bestehen, und jede Person darf sich nur einmal registrieren. Bei Sporttip stehen Wetten Personen ab 18 Jahren offen; wer als Wettkämpfer an einem Wettereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten.
Was auf der Gespa-Liste stehen darf und was nicht
Das erlaubte Angebot ist eine geschlossene Liste: die Gespa-Liste der zugelassenen Sportarten, Wettbewerbe und Wettformen, in der Fassung vom 10.09.2026, gestützt auf Art. 25 BGS und Art. 29 VGS. Qualifikationsrunden stehen nur darauf, wenn sie gelistet sind, Frauenwettbewerbe nur, wenn sie gelistet sind, Ranglistenwetten nur, wenn die Rangierung über den Einzug in einen internationalen Wettbewerb oder aufs Podest entscheidet. Auf Trainingsläufe lässt sich gar nicht wetten. Corner- und Kartenmärkte finden sich nicht auf der Liste, und eine Esport-Sektion gibt es dort ebenfalls nicht. Ereignisse, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind gesperrt.
Livewetten sind erlaubt, vor dem Spiel und während des Spiels, wenn der Veranstalter über eine entsprechende Bewilligung verfügt. Eine gesetzliche Beschränkung auf bestimmte Live-Märkte kennt das Gesetz nicht. Cash-Out ist nicht reguliert und bleibt Sache des jeweiligen Veranstalters.
Diese Grenze kostet den Leser mehr, als sie auf den ersten Blick aussieht. Wer einen Corner-Markt oder einen Esport-Titel sucht, findet ihn bei keinem bewilligten Schweizer Anbieter – nicht weil die Veranstalter nicht wollten, sondern weil die Liste ihn nicht führt.
Ausländische Anbieter ohne Bewilligung
Eine ausländische Bewilligung – Curaçao, Malta, Deutschland oder ein anderes Land – hat in der Schweiz keine Kraft. Wer Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung veranstaltet, macht sich strafbar: bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu fünf Jahre. Bestraft wird der Veranstalter, nicht der Spielende. Das ist die eine gute Nachricht.
Die schlechte: Stakes und Gewinne können in einem Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden, und es besteht weder Schutz noch eine Fair-Play-Kontrolle durch eine Schweizer Behörde. Die Gespa veröffentlicht eine Sperrliste ausländischer Domains, die Telecom-Anbieter per DNS blockieren; die erste Liste stammt vom 3. September 2019, Ende 2025 umfasste sie 671 Domains. Blockierte Domains werden innert Stunden ersetzt – ein Domain-Hopping, das die Gespa selbst benennt; sie nennt dabei Interwetten und Bet-at-Home und führt bet365 auf der Liste. Ein Anbieter wechselt die Adresse, das Risiko bleibt beim Spielenden.
Ehrlich formuliert: Ein Anbieter ohne Bewilligung bedeutet keine Schweizer Bewilligung, kein Schweizer Sperrregister, keinen Schweizer Rechtsweg und im Kanton Thurgau eine Steuerpraxis, die Gewinne aus ausländischen Grossspielen unabhängig von der Höhe als volles Einkommen behandelt. Eine Schweizer Bewilligung bedeutet vollen Schutz, aber nur zwei Veranstalter, eine geschlossene Sport- und Marktliste, eine Wohnsitzpflicht und eine Identitätsprüfung. Keine der beiden Seiten ist automatisch die sichere Wahl.
Verantwortungsvoll wetten: Limiten vor dem ersten Schein
Es gibt Leser, die diese Seite wegen eines Wettscheins aufschlagen, und Leser, die an einem Samstagabend drei davon ausfüllen. Für die zweite Gruppe ist die Limite das wichtigste Werkzeug überhaupt, und sie wird selten benutzt.
Vor der ersten Teilnahme an Sporttip müssen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen. Die Oberlimite liegt bei CHF 9’999, für Personen unter 21 Jahren bei CHF 1’000. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich. Das Gesetz verlangt von der Veranstalterin, einen oder mehrere Höchstwerte für tägliche, wöchentliche oder monatliche Einsätze oder Verluste zu verlangen; eine Senkung wirkt nach Statut sofort, eine Erhöhung nach 24 Stunden – Swisslos und die Loterie Romande setzen in ihren eigenen Bedingungen 72 Stunden an. Ein gesetzlich festgeschriebener Einzahlungsdeckel existiert in der Schweiz nicht.
Die 72 Stunden sind das eigentliche Design dieser Regel. Wer in der Halbzeitpause seine Limite hochsetzen will, kommt damit nicht durch – die Frist ist genau für diesen Moment gemacht. Eine Limite, die man aus einer Laune heraus anheben könnte, wäre keine Limite, sondern eine Absichtserklärung.
Dazu kommt die Spielsperre. Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Von Gesetzes wegen müssen Spielbanken und Sportwetten-Veranstalter eine Selbstsperre von bis zu sechs Monaten anbieten, und eine freiwillige Sperre lässt sich erst nach drei Monaten wieder aufheben. Ausgeschlossene oder minderjährige Spielende haben keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne.
Ein Hinweis, der in die andere Richtung zeigt: Die Gespa führte 2025 Testkäufe durch. An Verkaufsstellen wurde in 47,5 % von 200 Fällen eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft. Knapp die Hälfte. Wer die Kontrolle am Schalter für streng hält, sollte diese Zahl kennen.
Was ein hoher Gesamteinsatz mit dem Budget macht
Der Goliath setzt die Limitenfrage auf eine eigene Art. Wer pro Wette einen Franken ankreuzt, gibt CHF 247 aus, und diese Ausgabe ist nicht gestreckt, sondern geschehen, sobald der Schein abgegeben ist. Ein Verlustlimit hilft nur, wenn es vor dem Ankreuzen gesetzt wurde. Danach hilft es gar nicht mehr, weil es die Ausgabe nicht rückgängig macht.
Deshalb ist der nützlichste Rat für diese Wettform banal und unbequem zugleich: den Gesamteinsatz auf den Betrag setzen, den man für einen verlorenen Abend ohnehin vorgesehen hätte, und dann eine Wette pro Kombination wählen, die dazu passt. Bei CHF 1 pro Wette sind das CHF 247. Wer das nicht ausgeben will, gehört nicht zur Zielgruppe dieses Wettscheins – nicht weil er zu arm wäre, sondern weil die Wettform es nicht kleiner kann.
Bei Swisslos lassen sich Spielguthaben per Online-Zahlungsmöglichkeit oder Einzahlungsschein kaufen, mit einem Mindestbetrag von CHF 20; in 30 Tagen sind höchstens CHF 10’000 möglich, und ein Kauf ist nur möglich, solange das Wallet-Guthaben CHF 9’999 nicht übersteigt. Diese Struktur macht das Budget sichtbar: Das Guthaben steht als Zahl auf dem Konto, nicht als offener Kreditrahmen. Ein Guthaben lässt sich ausgeben; ein Kreditrahmen lässt sich überziehen. Beim Wetten ist die erste Variante die deutlich freundlichere Konstruktion.
Steuern: wann ein Gewinn dem Kanton gehört
Es gibt eine gute Nachricht, die wenige kennen, und eine schlechte, die noch weniger kennen.
Gewinne aus Schweizer Grossspielen sind einkommenssteuerfrei bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn und werden erst darüber besteuert. Der Bundesfreibetrag liegt ab dem 1.1.2026 bei CHF 1’071’000, im Jahr 2025 lag er bei CHF 1’070’400. Oberhalb des Freibetrags behält die Veranstalterin 35 % Verrechnungssteuer ein, die über die Deklaration in der Steuererklärung zurückgeholt wird. Der kantonale Freibetrag weicht ab, deshalb gilt hier «je nach Kanton» und keine einzelne kantonale Zahl. Ein typischer Sportwetten-Gewinn liegt weit unter dieser Schwelle: keine Einkommenssteuer, keine Verrechnungssteuer.
Auf Einsätze gibt es in der Schweiz keine Wettsteuer. Wer eine solche in einer Rechnung sucht, sucht ein Instrument, das es hier nicht gibt.
Die schlechte Nachricht betrifft die ausländischen Anbieter. Gewinne bei ausländischen Anbietern unterliegen nicht der Verrechnungssteuer – aber die kantonale Steuerpraxis von Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen unabhängig von der Höhe als volles Einkommen. Dass keine Verrechnungssteuer abgezogen wurde, heisst nicht, dass der Gewinn steuerfrei ist. Es heisst nur, dass man selbst deklarieren muss. Wer eine genaue Antwort für seine Situation braucht, fragt eine Steuerberaterin oder die kantonale Steuerverwaltung; diese Seite ist eine allgemeine Einordnung und keine Steuerauskunft.
Wie lange ein Wettschein lebt
Ein Goliath wird nicht am Abend der Abgabe entschieden. Er lebt so lange, wie die letzte seiner acht Partien läuft, und die Regeln darüber, was mit einer verschobenen Partie, einem abgebrochenen Spiel oder einem zu späten Griff zum Wettschein passiert, sind keine Kleinigkeiten.
Bei Sporttip umfasst die reguläre Spielzeit die reguläre Spieldauer – im Fussball also 90 Minuten – plus Nachspielzeit. Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm ausdrücklich darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Wird ein Wettereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn, oder im Rahmen eines Turniers, nachgeholt, ist die Wette ungültig: Einzelwetten werden zurückbezahlt, in Kombinationswetten erhält die Voraussage Quote 1.00. Bei einem Goliath heisst Quote 1.00 für eine der acht Auswahlen nicht, dass nichts passiert – jede Kombination, in der diese Auswahl steckt, wird einfach mit dem Faktor eins gerechnet. Kein Totalverlust, aber auch kein Ersatz für das Spiel, das man analysiert hatte.
Bei Livewetten gilt die Wette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00, und in spielentscheidenden Situationen – Elfmeter, Rote Karte, Videoschiedsrichter-Entscheid – kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. Wer beim Goliath eine Live-Auswahl hineinnimmt, sollte diese Regel kennen: Es gibt Sekunden, in denen der eigene Klick nicht mehr das wert ist, was er beim Klick noch schien.
Und am Ende der Frist steht eine Zahl, die erstaunlich viele Gewinner erwischt. Sporttip-Gewinne, die nicht innerhalb von 26 Wochen nach der öffentlichen Bekanntmachung der Wettauswertung geltend gemacht werden, verfallen zugunsten des Zwecks der Swisslos. Eine Einsprache bei verweigerter Auszahlung ist innert 10 Tagen per eingeschriebenem Brief zu erheben.
Beim Auszahlungsbetrag wird es noch eine Spur technischer. Der Betrag ergibt sich aus Einsatz mal Quote, bei Kombinationen aus Einsatz mal Gesamtquote, dem Produkt der Einzelquoten – und wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Diese zweite Rundung arbeitet gegen den Wettenden, in kleinen Rappen. Bei 247 Positionen ist das kein Vermögen, aber es ist die Stelle, an der die Veranstalterin systematisch auf der sicheren Seite steht. Bei Jouez Sport liegt der Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette bei CHF 300’000, für alle Gewinne eines Multiples zusammen bei CHF 1’000’000; eine Kombiwette umfasst dort 2 bis 10 Voraussagen, die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombi muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen.
Was am Goliath wirklich hängt
Zieht man alles zusammen, bleibt ein nüchternes Bild. Der Goliath ist ein Bündel aus 247 Wetten auf acht Auswahlen, ohne Einzelwetten, mit Rückzahlung ab zwei Treffern und einem Einsatz, der mit jeder zusätzlichen Auswahl in die Höhe springt. Er belohnt Breite – viele Treffer zahlen gleichzeitig – und bestraft jeden einzelnen Fehler gleich mehrfach, weil jede Auswahl in Dutzenden Kombinationen steckt.
Für wen lohnt sich das? Für jemanden, der ohnehin acht Spiele verfolgt und bereit ist, CHF 247 oder mehr für einen einzigen Wettschein auszugeben, in dem Wissen, dass ein Treffer zu wenig sein kann. Wer CHF 20 ausgeben will, greift zur Kombiwette mit vier oder fünf Positionen; dieselbe Auswahl an Spielen, ein Bruchteil des Einsatzes, und die Rückzahlung ist nicht weniger echt, nur kleiner.
Wer einen Anbieter sucht, kommt an der Schweizer Bewilligung nicht vorbei. Bei Swisslos und der Loterie Romande ist der Rahmen eng und die Kontrolle vorhanden: Limiten vor der ersten Wette, ein Sperrregister, das über Kantone und Casinos hinweg gilt, Zahlungen nur auf ein Konto im Namen des Kontoinhabers, und keine anonymen Auszahlungen. Bei den ausländischen Marken ist nichts davon gegeben, und die Lawine aus Domain-Wechseln zeigt, dass die Sperrliste ein Katz-und-Maus-Spiel bleibt. Ein guter Wettschein ersetzt keinen Rechtsschutz.
Die geprüften Wettanbieter im Einzelnen
Die Reihenfolge dieser Übersicht folgt der Bewilligungslage: zuerst die zwei Schweizer Veranstalter, dann die ausländischen Marken ohne Schweizer Bewilligung. Jede Marke wird nach denselben Kriterien beschrieben — Bewilligung, Produkt, Limiten, Besonderheiten — und am Ende bewertet. Sportwetten-Marken ohne Schweizer Bewilligung zu bewerben ist strafbar; beschreiben und einordnen ist es nicht.
Swisslos Sporttip: Systemwetten mit Schweizer Bewilligung
Wenn diese Seite einen Anbieter als Referenz nimmt, dann diesen — nicht wegen des Marketings, sondern wegen der Zahlen auf dem Papier. Swisslos ist eine Genossenschaft mit Sitz in Basel und veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 (IKV 2020); das Sportwetten-Angebot läuft unter dem Namen Sporttip. Die Bewilligung ist die doppelte nach dem Geldspielgesetz: Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung, beaufsichtigt von der Gespa. Damit ist Sporttip einer der beiden Veranstalter, die das interkantonale Recht für Sportwetten überhaupt zulässt.
Das Vertragsgebiet bestimmt, wer mitmachen darf: die Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH, dazu das Tessin und das Fürstentum Liechtenstein. Ein Online-Konto gibt es nur für Personen mit Wohnsitz in diesem Gebiet. Die Registrierung läuft über den hochgeladenen Ausweis, dessen Daten ausgelesen und gegen Adressdatenbanken geprüft werden; es braucht mindestens 18 Jahre, es darf keine Spielsperre bestehen, und pro Person ist nur eine Registrierung möglich.
Bei den Einsätzen ist Sporttip die flexibelste Adresse des Schweizer Marktes. Der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten beträgt CHF 1, der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette CHF 1’000 und für eine Systemwette CHF 10’000. Für den Goliath ist die zweite Zahl die entscheidende: Bis zu diesem Betrag lässt sich eine Systemwette buchen, und damit bis zu einer Grösse, die auf einem einzelnen Wettschein kaum ein zweites Mal Platz findet. Swisslos kann die Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen.
Zum Produkt gehören Funktionen, die über den reinen Wettschein hinausgehen. Cash-Out gibt es für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung; ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und eine Garantie für jeden Markt besteht nicht. Wichtig für jeden, der aussteigen will: Der Cash-Out-Betrag liegt tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden. Ein vorzeitiger Ausstieg aus einem Goliath ist damit ein Preis, den man für Sicherheit zahlt, und er ist nie garantiert.
Dazu kommt eine Rundung, die man kennen sollte, weil sie bei 247 Positionen öfter greift als bei einer einzelnen Wette: Der Gewinnbetrag aus Einsatz mal Quote wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf 5 Rappen genau abgerundet.
Das Urteil fällt an einer unauffälligen Stelle. Sporttip ist der einzige der zehn Anbieter mit einem Systemwetten-Höchsteinsatz von CHF 10’000 bei einem Mindesteinsatz von CHF 1 – eine Spanne, die einen Goliath mit CHF 1 pro Wette und einen mit einem Vielfachen davon auf demselben Produkt zulässt. Wer die Konstruktion ernsthaft nutzen will, findet hier die Limite, die sie nicht schon im Ansatz abschneidet.
Loterie Romande Jouez Sport: Wetten für die Westschweiz
Die Loterie Romande ist das Pendant für die andere Sprachregion, mit denselben Rechten und einem anderen Zahlenwerk. Sie veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura; als Kontaktadresse nennt sie Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne. Das Unternehmen zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende. Auch hier stehen Veranstalter- und Spielbewilligung nach Geldspielgesetz unter Gespa-Aufsicht, und wie bei Swisslos gilt: ein Online-Konto nur für Personen mit Wohnsitz im eigenen Gebiet.
Die Einsätze sind zurückhaltender angesetzt. Der Mindesteinsatz online beträgt CHF 2, in Verkaufsstellen CHF 3, für Multiples CHF 2. Der Höchsteinsatz für Einzel- und Kombiwetten liegt bei CHF 500, und ein Wettschein mit Multiples darf insgesamt höchstens CHF 7’500 Einsatz enthalten. Der Unterschied zu Swisslos ist bei einem Goliath sofort spürbar: Ein Goliath mit CHF 1 pro Wette ist hier schon knapp unter der Untergrenze von CHF 2, und wer CHF 5 pro Wette ankreuzt, liegt bei CHF 1’235 Gesamteinsatz für den einzelnen Schein – innerhalb der Grenze, aber nicht mehr mit viel Luft für weitere Positionen daneben.
Auf der Gewinnseite stehen klare Decken. Der Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette beträgt CHF 300’000, für alle Gewinne eines Multiples zusammen CHF 1’000’000. Eine Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen, und die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombi muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen. Diese Mindestquote von 1.10 ist die niedrigste Hürde im Feld und für eine Wette auf einen klaren Favoriten die angenehmere Regel.
Das Urteil: Die Loterie Romande ist die richtige Adresse für einen bescheidenen Goliath und die falsche für einen grossen. CHF 500 Höchsteinsatz pro Einzel- oder Kombiwette und CHF 7’500 pro Wettschein mit Multiples setzen dem Aufbau eine Decke, die Swisslos nicht kennt – dafür sind die Obergrenzen auf der Gewinnseite ausgeschrieben und nicht dem Ermessen überlassen. Wer in der Westschweiz wohnt, hat ohnehin keine Wahl zwischen den beiden Produkten. Wer dort einen Achter tippen will, sollte ihn klein bauen und die Decke nicht anstossen.
X3Bet: Schweizer Spielende, kanadische Bewilligung
X3Bet gehört zu den Marken, die Schweizer Spielende trotz fehlender Schweizer Bewilligung finden. Eine Schweizer Bewilligung hat das Haus nicht – nur Swisslos und die Loterie Romande dürfen Sportwetten in der Schweiz veranstalten. Als Bewilligung wird von Drittquellen Tobique in Kanada gemeldet. Diese Bewilligung hat in der Schweiz keine Kraft, und sie ist nicht mit dem Schweizer Sperrregister verbunden. Ein Schweizer Rechtsweg besteht nicht, und die Domains können auf die Gespa-Sperrliste gesetzt und per DNS blockiert werden.
Was das konkret kostet: keine Schweizer Aufsicht über die Auszahlungspraxis, keine Anbindung an das Register, das Spielsperren über Kantone und Casinos hinweg durchsetzt, und kein Ansprechpartner im Land, wenn eine Auszahlung ausbleibt. Die Spielerschutz-Werkzeuge, die bei Swisslos von Gesetzes wegen vorgeschrieben sind – Verlustlimiten vor der ersten Wette, ein Sperrsystem mit Frist –, fehlen hier als Pflicht. Ob und in welcher Form X3Bet eigene Limiten anbietet, steht nicht in den Bedingungen, die dem Vergleich zugrunde liegen; wer ein Konto eröffnet, liest das im eigenen Kundenbereich nach, bevor Geld fliesst.
Wer die Marke trotzdem prüft, tut gut daran, sie an genau einer Frage zu messen: Was passiert bei einem Streit? Bei einem bewilligten Schweizer Veranstalter ist die Antwort eine Adresse in Bern. Hier ist die Antwort ein Kontaktformular auf einer Domain, die innert Stunden eine andere sein kann.
1xBet: grosses Programm ohne Schweizer Zulassung
1xBet gehört zu den bekanntesten ausländischen Marken im deutschsprachigen Raum und zu denen, die am häufigsten auf Sperrlisten auftauchen. Eine Schweizer Bewilligung hat das Haus nicht – nur Swisslos und die Loterie Romande dürfen Sportwetten in der Schweiz veranstalten. Eine Bewilligung im Sinn einer Schweizer Zulassung liess sich nicht feststellen; sie hätte in der Schweiz ohnehin keine Kraft. Damit fehlt die Anbindung an das Schweizer Sperrregister, es gibt keinen Schweizer Rechtsweg, und die Domains können per DNS blockiert werden.
Die Marke ist für viele Leser trotzdem die erste Assoziation, wenn von Wetten die Rede ist, und das sagt etwas über die Reichweite von Werbung aus, nicht über die Zulassung. Der praktische Nachteil ist immer derselbe: Wer sein Konto bei einem nicht zugelassenen Anbieter führt, verhandelt über eine Auszahlung ohne eine Behörde im Rücken. Bei einem Systemwetten-Betrag, der schnell vierstellig wird, ist das ein Risiko, das zum Einsatz hinzukommt.
Über Systemwetten und deren Limiten bei 1xBet sagen die Unterlagen, auf die sich dieser Vergleich stützt, nichts. Wer die Marke in Betracht zieht, prüft die Bedingungen im eigenen Konto, bevor er einen Goliath bucht – nicht danach.
22Bet: dieselbe Ausgangslage, anderer Name
22Bet steht in derselben Gruppe wie die übrigen ausländischen Marken dieser Übersicht. Eine Schweizer Bewilligung hat das Haus nicht; nur Swisslos und die Loterie Romande dürfen Sportwetten in der Schweiz veranstalten. Eine Bewilligung, die in der Schweiz Geltung hätte, liess sich nicht feststellen. Die Folgen sind die bekannten: kein Anschluss an das Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, blockierbare Domains.
Unterschiede zwischen den acht ausländischen Marken zeigen sich vor allem im Programm und in der Nutzerführung, und beide werden von Anbieter zu Anbieter anders bewertet. Wer eine davon ausprobiert, sollte die Entscheidung nicht an einer Quote festmachen, sondern an der Frage, ob die Auszahlung verlässlich ankommt. Eine Quote von 2.10 nützt nichts, wenn die Auszahlung drei Wochen dauert oder ausbleibt. Was 22Bet an Limiten für Systemwetten setzt, steht nicht in den Unterlagen dieses Vergleichs; das ist eine Angabe für den eigenen Kundenbereich.
Der eine Punkt, der bei allen acht gleich ist: Das Geschäftsmodell rechnet mit Spielenden, die den Sperrlistenwechsel nicht mitbekommen – nicht mit solchen, die ihn kennen.
myBet: bekannte Marke, unbekannte Zulassung
myBet ist eine der Marken, die in der deutschen Wettgeschichte früh präsent waren, und dieser Bekanntheitsgrad ist kein Beweis für eine Schweizer Zulassung. Eine Bewilligung mit Geltung in der Schweiz liess sich nicht feststellen, und damit fehlen Sperrregister-Anschluss, Schweizer Rechtsweg und Schutz vor einer DNS-Blockade.
Für den Goliath heisst das: Wer hier eine Systemwette mit 247 Positionen bucht, tut das ohne die Limitenstruktur eines bewilligten Schweizer Veranstalters. Ein Verlustlimit, das von Gesetzes wegen vor der ersten Wette gesetzt werden muss, gehört in der Schweiz zum Standard; ob myBet ein solches Werkzeug anbietet und wie es wirkt, steht in den Bedingungen, die diesem Vergleich vorliegen, nicht. Das ist eine Lücke, die man mit einem Blick in die Allgemeinen Geschäftsbedingungen schliesst – zehn Minuten, bevor man CHF 247 ausgibt, sind gut investiert.
Was bleibt, ist eine Marke mit Geschichte und einem Produkt, das man ausprobieren kann. Was fehlt, ist der Teil, der in der Schweiz den Unterschied macht: die Aufsicht.
HornetBet: neuer Name, altes Muster
HornetBet gehört zur jüngeren Garde der Marken, die mit eigenen Domains auf Schweizer Spielende zielen. Eine Bewilligung mit Wirkung in der Schweiz liess sich nicht feststellen; die Domains können auf die Gespa-Sperrliste gesetzt und per DNS blockiert werden.
Bei einer jüngeren Marke wie dieser wiegt ein Punkt schwerer als bei den alten: Die Reputation ist noch nicht gebildet, und die Verlässlichkeit der Auszahlung ist genau das, was sich in wenigen Jahren entweder bestätigt oder widerlegt. Ein neuer Anbieter mit einer Domain, die sich ändern kann, ist die schwächste denkbare Kombination für einen vierstelligen Systemwetten-Einsatz. Eine alte Marke kann auf einen Stamm von Auszahlungen verweisen; eine neue hat das noch nicht.
Dass HornetBet ein bestimmtes Systemwetten-Angebot oder bestimmte Limiten führt, steht in den Unterlagen dieses Vergleichs nicht. Wer es prüfen will, prüft es im eigenen Konto. Der Weg über eine bewilligte Schweizer Veranstalterin bleibt der kürzere, wenn die Auszahlung das Ziel ist.
WirWetten: deutschsprachige Adresse, keine Schweizer Bewilligung
WirWetten richtet sich erkennbar an deutschsprachige Spielende und dürfte vielen Lesern aus Werbung geläufig sein. Eine Bewilligung mit Geltung in der Schweiz liess sich nicht feststellen. Damit gilt auch hier: keine Anbindung an das Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, blockierbare Domains.
Der Name verspricht Vertrautheit. Die Zulassung liefert sie nicht. Wer sich davon angesprochen fühlt, sollte sich vor Augen führen, was bei einer Beschwerde tatsächlich passiert: kein Gericht im Land, keine Aufsichtsbehörde, die die Auszahlungspraxis prüft. Bei einem einzelnen Schein ist das ein Ärgernis; bei einem Goliath mit 247 Positionen ist es der grösste Posten im Kalkül.
Zur Ausgestaltung von Systemwetten und zu den Einsatzgrenzen bei WirWetten sagen die Unterlagen dieses Vergleichs nichts. Das ist ein Punkt für die eigenen Bedingungen des Anbieters, nicht für eine Empfehlung.
Boomerang Bet: der Name als Programm
Boomerang Bet ist ein Beispiel für die Marke, deren Name mehr über das Marketing sagt als über ihre Zulassung. Eine Bewilligung, die in der Schweiz Geltung hätte, liess sich nicht feststellen; Sperrregister, Schweizer Rechtsweg und Schutz vor einer Domain-Blockade fehlen entsprechend.
Was man bei dieser Marke sagen kann, beschränkt sich auf das, was für die ganze Gruppe gilt: Ein Konto dort ist ein Konto ohne Schweizer Aufsicht. Was man nicht sagen kann, ist ebenso wichtig: Ob Boomerang Bet Systemwetten führt, welche Höchsteinsätze gelten und wie Auszahlungen bearbeitet werden, steht in den Unterlagen dieses Vergleichs nicht. Wer prüfen will, prüft die Bedingungen selbst.
Wer einen Goliath bucht, bucht im Kern eine Verlustwahrscheinlichkeit von über fünfzig Prozent – die Zahl ist ein Beispiel, keine Rechnung. Bei einer Wette, die so oft verliert, ist die Frage nach der Aufsicht nicht akademisch. Sie ist die Frage, ob der Auszahlungsprozess funktioniert, wenn er einmal funktionieren müsste.
Rabona: keine Zulassung, kein Register, kein Rechtsweg
Rabona schliesst die Liste der ausländischen Marken ab, und die Einordnung ist dieselbe wie bei den sieben vor ihr. Eine Bewilligung mit Geltung in der Schweiz liess sich nicht feststellen. Keine Anbindung an das Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, und die Domains können auf die Gespa-Sperrliste gesetzt werden.
Der Satz, der hier zählt, ist kürzer als alle Marketingtexte: Eine ausländische Bewilligung – Curaçao, Malta, Deutschland oder ein anderes Land – hat in der Schweiz keine Kraft. Was bleibt, ist ein Produkt, das man bewerten kann, und eine Zulassung, die man nicht bewerten kann, weil es sie nicht gibt.
Ob Rabona Systemwetten anbietet oder wie hoch die Einsatzgrenzen liegen, steht in den Unterlagen dieses Vergleichs nicht. Wer ein Konto dort eröffnet, liest die Bedingungen selbst – und entscheidet dann, ob ihm ein vierstelliger Einsatz ohne Schweizer Aufsicht im Rücken das wert ist, was die Marke an Programm bietet.
Wie die zehn im Kostenvergleich stehen
Ein Goliath ist ein Testfall für jeden Anbieter, weil er zwei Dinge gleichzeitig verlangt: einen hohen buchbaren Gesamteinsatz und ein Systemwetten-Produkt, das die Kombinationen überhaupt abbildet. Diese Kombination ist nicht bei jeder Marke gegeben, und wo sie fehlt, bleibt der Wettschein leer.
Wer in der Deutschschweiz, im Tessin oder in Liechtenstein wohnt, hat bei Sporttip CHF 1 Mindesteinsatz und CHF 10’000 Höchsteinsatz pro Systemwette – die weiteste Spanne im Feld. Wer in der Westschweiz wohnt, hat bei Jouez Sport einen Mindesteinsatz von CHF 2 online und eine Decke von CHF 500 pro Einzel- oder Kombiwette bei CHF 7’500 Einsatz pro Wettschein mit Multiples. Die beiden Schweizer Produkte decken damit die kleinen und die mittleren Wettscheine ab, und sie sind die einzigen mit Schweizer Aufsicht.
Die acht ausländischen Marken bieten die Wahl, aber nicht den Schutz. Wer dort spielt, sollte genau wissen, was er nicht mehr hat – und der einzige Weg, das zu wissen, führt durch die eigenen Allgemeinen Geschäftsbedingungen. Dass ein Anbieter auf einer Sperrliste stehen kann, heisst nicht, dass er nicht auszahlt. Es heisst, dass niemand im Land dafür einsteht.
Häufige Fragen zum Goliath
Aus wie vielen Einzelwetten besteht eine Goliath-Wette?
247 – 28 Doppel, 56 Dreier, 70 Vierer, 56 Fünfer, 28 Sechser, 8 Siebener und eine Achterkombination über acht Auswahlen. Einzelwetten enthält der Goliath keine, weil er zu den Full-Cover-Wetten zählt. Bei CHF 1 pro Wette bedeutet schon die blosse Existenz des Scheins CHF 247 Gesamteinsatz.
Wie viele Auswahlen müssen gewinnen, damit Geld zurückkommt?
Mindestens zwei. Bei einem einzigen Treffer ist keine der 247 Positionen vollständig, der Schein zahlt nichts. Ab zwei Treffern entsteht eine Rückzahlung – aber nur aus den Kombinationen, die diese Treffer abdecken. Der kleinste Fall ist der einzelne Zweier, der grösste das Produkt aller acht Quoten. Weit mehr kommt bei grossen Quoten nicht automatisch heraus.
Wie hoch ist der Gesamteinsatz, und wo greift der Höchsteinsatz?
Der Gesamteinsatz ist Einsatz pro Wette mal 247. Bei Sporttip liegt der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten bei CHF 1 und der Höchsteinsatz für eine Systemwette bei CHF 10’000; Swisslos kann die Limiten jederzeit ändern. Bei Jouez Sport liegt der Mindesteinsatz online bei CHF 2 und der Höchsteinsatz für Einzel- und Kombiwetten bei CHF 500.
Worin unterscheidet sich der Goliath von acht Einzelwetten?
Bei acht Einzelwetten kostet CHF 1 pro Wette CHF 8, und ein Treffer zahlt bereits. Beim Goliath kosten dieselben acht Auswahlen CHF 247, und ein Treffer zahlt nichts. Dafür verknüpft der Goliath die Auswahlen zu 247 Kombinationen: Mehrere Treffer zahlen mehrfach gleichzeitig, und bei acht Richtigen liegt die Rückzahlung weit über der Summe der Einzelgewinne.
Bietet Sporttip Systemwetten an, und was steht auf der Gespa-Liste?
Bei Sporttip beträgt der Höchsteinsatz für eine Systemwette CHF 10’000 – Systemwetten gehören dort zum Angebot. Die Gespa-Liste der zugelassenen Sportarten, Wettbewerbe und Wettformen bestimmt, was überhaupt gespielt werden darf: Qualifikationsrunden und Frauenwettbewerbe nur, wenn gelistet, Ranglistenwetten nur bei bestimmter Rangierung, keine Trainingsläufe, keine Corner- oder Kartenmärkte, und keine Esport-Sektion.
Wie rechne ich einen Goliath durch, und wie wirkt die Marge?
Alle 247 Positionen ergeben sich aus den Märkten der acht Auswahlen, jede mit eigener Gesamtquote aus dem Produkt der Einzelquoten. Ein Rechner zeigt Einsatz und mögliche Rückzahlung je Kombination; bei CHF 1 pro Wette und illustrativen Quoten von 1.50 und 2.50 zahlt ein Zweier CHF 3.75 zurück. Die Marge steckt in jeder Quote – der Quotenschlüssel eines Marktes ist der Anteil, der zurückgezahlt wird.
Wettarten – quotenerklaert
Inhalt erstellt vom Team «quotenerklaert»
