Gratis-Vorhersagen für Sportwetten — was sie leisten und was sie kosten
Ladevorgang...
Datenstand: Oktober 29, 2026 · geprüft gegen die Bewilligungsangaben der Gespa, die Spielregeln von Sporttip und das Reglement von Jouez Sport.
Kein Tipp auf dieser Welt hat je etwas gekostet, und genau das ist sein Problem. Eine kostenlose Vorhersage für ein Fussballspiel anzuklicken ist gratis im Wortsinn: Sie überweisen nichts, Sie verpflichten sich zu nichts, und wenn die Prognose danebenliegt, liegt sie bei jemand anderem daneben. Bezahlt wird trotzdem, nur nicht an der Kasse der Tippseite. Bezahlt wird an der Kasse des Veranstalters, und dort in einer Währung, die in keiner Prognose steht — im Quotenschlüssel des Marktes, in den Einsatzgrenzen des Kontos, in der Frage, ob man im richtigen Kanton wohnt.
Wer in der Schweiz Sportwetten abschliessen will, hat dafür zwei Adressen. Nicht zwei von zwanzig, nicht «die besten zwei» aus einer geprüften Liste, sondern buchstäblich zwei: Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport. Die Kantone haben die Zahl der Veranstalterinnen für Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt, und das ist keine Marktbeobachtung, sondern Verfassungsrecht im Geldspielgesetz. Jede andere Website, auf der Sie eine Quote anklicken können, arbeitet ohne Schweizer Bewilligung — mit allen Folgen, die das für Geld, Daten und Streitfälle hat. Die Prognoseseite, die Ihnen den Weg dorthin empfiehlt, hat an dieser Stelle kein Risiko und keinen Aufwand, und sie nennt Ihnen deshalb selten den Preis.
Dieser Text ist keine Tippseite und wird keine. Er erklärt, wie eine Vorhersage überhaupt entsteht, was sie wert ist und was sie nicht kann, wie die beiden zugelassenen Veranstalter ihre Wetten aufgebaut haben, was deren Limiten und Regeln den Einzelnen kosten — und wie viel vom Einsatz der Markt selbst einbehält, bevor überhaupt jemand gewinnt. Wer danach ein Spiel anschaut, schaut es anders an.
Wie eine Wettvorhersage entsteht — Form, Statistik, Quote
Eine Prognose ist kein Blick in die Zukunft, sondern eine Rechnung mit drei Eingängen: der Form, der Statistik und der Quote. Der erste Eingang ist die jüngste Entwicklung — wer in den letzten Wochen gepunktet hat, wer verletzt fehlt, wer unter der Woche international gespielt und entsprechend weniger Regeneration gehabt hat. Der zweite Punkt sind die langfristigen Statistiken: direkte Duelle, Heim- und Auswärtsstärke, Tore pro Spiel, Ballbesitz, Abschlussverwertung, bei Handball oder Eishockey die entsprechenden Kennzahlen der jeweiligen Liga. Der dritte Eingang ist der Preis, den der Markt für möglich hält, und er ist der einzige, der Geld kostet.

Aus den ersten beiden Eingängen entsteht eine Schätzung: «Mannschaft A gewinnt dieses Spiel in rund der Hälfte der vergleichbaren Fälle». Der dritte Eingang sagt, was der Veranstalter für den Fall zahlt, dass es so kommt. Erst wenn beide Zahlen nebeneinanderliegen, entsteht eine Entscheidung, und die lautet nicht «setzen» oder «nicht setzen», sondern: Ist der Preis höher, als meine Schätzung rechtfertigt, oder tiefer? Eine Wette, deren Quote über der eigenen Einschätzung liegt, heisst Value-Wette. Der Name klingt nach einem Trick. Er beschreibt nur eine Differenz.
Der Unterschied zwischen einer Vorhersage heute und einer Vorhersage für das nächste Wochenende ist einzig, wie aktuell die Eingänge sind. Verletzungsmeldungen vom Vortag, Aufstellungen eine Stunde vor Anpfiff, Wetterberichte für ein Stadion ohne Dach — all das verschiebt die Schätzung und damit den Vergleich mit der Quote. Was eine Prognose dagegen nie liefert: die Gewissheit, dass genau dieser eine Ausgang eintritt. Ein Spiel ist ein Ereignis mit mehreren möglichen Ausgängen, und ein einzelnes Ereignis kennt keine Häufigkeit. Die Häufigkeit existiert nur über viele Spiele.
Bei Champions-League-Partien greift die Saisonalität stärker als in einer Liga: Die Form vom Oktober sagt wenig über die Form im Frühjahr, wenn die K.-o.-Runde beginnt. Bei Fussballvorhersagen sind die verfügbaren Statistiken am dichtesten, bei Basketball und Eishockey ist die Auswahl ebenfalls gut — aber dieselbe Sorgfalt gilt nicht automatisch für jede Sportart. Und bei einem Unentschieden, das im Programm der Wettenden weit vorne steht, sind zwei Ausgänge so nah beieinander, dass die Prognose mehr über die Formulierung des Tippgebers verrät als über das Spiel. Wer Tipps liest, hat deshalb das Ergebnis schon halb im Kopf, bevor er die Quote ansieht — und wer weiss, dass dieser Effekt existiert, kauft sich vor dem Klick eine Minute Nachdenken. Sonst macht die Tippseite einen kleinen Teil des aufgebauten Vorsprungs wett, indem er in jedem Fall nur eine der drei Zahlen nennt, die für den Wert einer Wette nötig sind.
Was eine Gratis-Prognose liefern kann — und was sie kostet
Kostenlose Prognosen sind nicht wertlos. Sie sparen Zeit, weil jemand Form und Statistik für Sie zusammengestellt hat, und bei Sportarten, die Sie nicht regelmässig verfolgen, ist das die eigentliche Leistung. Sie machen auch auf Begegnungen aufmerksam, die man selbst übersehen hätte. Was sie nicht liefern, ist der Ausgang.

Den Kostenmechanismus von Gratis-Tippseiten erkennt man an einem Detail: Sportarten mit hoher Nachfrage erscheinen zuverlässig, Randligen dünn. Nicht die Daten fehlen, die Klicks fehlen. Sobald aber Geld an einem Klick hängt, verändert sich dessen Inhalt. Bei Seiten, die ihre Prognosen als Anlaufstelle für Werbung betreiben, wird eine Auswahl für den Abschluss einer Registrierung interessant, und dann wirkt der Tipp weniger nach Bauchgefühl und mehr nach dem Angebot hinter ihm. Diesen Fehler findet man nicht in der Schlagzeile, sondern in der Auflistung der Quellen. Fehlt eine genannte Datenbasis ganz, ist die Prognose eine Meinung mit Diagramm. Fehlt die Angabe, bis zu welchem Zeitpunkt die Ausgangslage recherchiert wurde, ist sie alt. Und das ist der Punkt, an dem man keine Prognose mehr liest, sondern ausrechnet, wie viel von ihr noch gelten kann, während die Aufstellung schon draussen steht. Bei Vorhersagen für heute fällt das besonders auf: Vormittags veröffentlicht und um 20.45 Uhr nichts mehr mit der Mannschaft zu tun, die tatsächlich aufläuft.
Prüfbarer als jede Quote ist deshalb die Prognose gegen die Information, die darin steckt: Ist die Form tatsächlich beschrieben oder nur behauptet? Sind Gegner und Wettbewerb benannt? Bei einer Wahrscheinlichkeit ist interessant, auf welcher Grundgesamtheit sie beruht. Wer all das prüft, merkt bald, dass er einen Grossteil der Denkarbeit selbst erledigt hat — und damit eigentlich eine eigene Prognose erstellt. Das ist willkommen. Verwerten kann er sie nur bei den beiden Veranstaltern, die in seinem Wohnkanton tatsächlich buchen dürfen.
Was eine Quote im Geldbeutel bedeutet — der Quotenschlüssel von 1.90 / 1.90
Wo zwei Ausgänge nebeneinanderstehen, stehen im Fussball in Wahrheit drei auf dem Programm: Sieg, Unentschieden, Niederlage. Bei einem Handicap bleiben zwei. Nehmen wir dafür rein rechnerisch einen Markt mit zwei Ausgängen und je Quote 1.90 — eine Rechnung, kein notierter Preis. Wer 100 Franken setzt, bekommt bei einem Treffer 190 Franken zurück, also 90 Franken Nettogewinn.
Interessant ist aber, was passiert, wenn beide Ausgänge dieselbe Quote tragen. Kein Buchmacher würde das tun, jedenfalls nicht lange, und die Ursache ist Arithmetik: Die beiden Ausgänge decken zusammen alle Möglichkeiten ab, und wenn Sie auf beide je 100 Franken setzen würden, hätten Sie 200 Franken eingesetzt, um in jedem Fall 190 Franken zurückzuerhalten. Der Unterschied verschwindet nicht dadurch, dass man nur eine Seite setzt. Er steckt in jeder einzelnen Quote.
Für einen Markt mit zwei gleich bezahlten Ausgängen zu je 1.90 ergibt 1 ÷ (1/1.90 + 1/1.90) eine Auszahlungsquote von rund 52.6 %. Oder, aus der anderen Richtung, eine Marge von etwa 47.4 % — und das ist offensichtlich kein Markt, den es so gibt. Die Rechnung ist keine Prognose über eine echte Partie, sondern ein Mass für die Rechnung selbst. Wie viel ein realer Markt einbehält, ist keine Konstante. Bei den Quoten auf dem Markt selbst, aus denen sich die Auszahlungsquote bildet, hängt sie von der Zahl der Ausgänge, der Sportart und der Bedeutung der Begegnung ab. Und genau darum ist die Marge eines Drei-Weg-Marktes nicht die Marge eines Zwei-Weg-Marktes und umgekehrt. Wer für eine Kombination zwei Spiele mit je 1.90 kombiniert, multipliziert erst die Quoten und wendet die Marge dann zweimal an. Eine Auszahlung von rund 3.61 auf dem Papier, und ein Abzug, der sich beide Male wiederholt, auch wenn er nur einmal in der Zahl steht.
Die Veranstalter im Vergleich — Bewilligung, Produkt, Limiten
Wer das Angebot vergleichen will, muss zuerst wissen, was verglichen wird. Beide Schweizer Adressen sind zugelassen, jede in ihrem eigenen Gebiet, jede mit einem eigenen Produkt. Alle anderen unterscheiden sich vor allem darin, ob sie hier überhaupt stattfinden dürfen.
| Anbieter | Schweizer Bewilligung | Veranstalter bzw. Verantwortliche |
|---|---|---|
| Swisslos Sporttip | Veranstalter- und Spielbewilligung für ein Grossspiel unter dem BGS (SR 935.51), Aufsicht: Gespa | SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel; Veranstalterin gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen (IKV 2020), Produkt Sporttip |
| Loterie Romande Jouez Sport | Veranstalter- und Spielbewilligung für ein Grossspiel unter dem BGS (SR 935.51), Aufsicht: Gespa | Loterie Romande (Société de la Loterie de la Suisse Romande), Produkt Jouez Sport |
| Wettigo | ohne Schweizer Bewilligung | keine Angabe zu einer Bewilligung |
| 1xBet | ohne Schweizer Bewilligung | keine Angabe zu einer Bewilligung |
| BetAlright | ohne Schweizer Bewilligung | keine Angabe zu einer Bewilligung |
| BetFury | ohne Schweizer Bewilligung | keine Angabe zu einer Bewilligung |
| bet365 | ohne Schweizer Bewilligung | keine Angabe zu einer Bewilligung |
| Rainbet | ohne Schweizer Bewilligung | keine Angabe zu einer Bewilligung |
| Gamdom | ohne Schweizer Bewilligung | keine Angabe zu einer Bewilligung |
| N1 Bet | ohne Schweizer Bewilligung | keine Angabe zu einer Bewilligung |
Die Zeile, die aus einer Liste im Internet eine Unterhaltung macht, ist die erste Spalte. Bei zwei Anbietern steht dort eine Veranstalter- und eine Spielbewilligung unter dem Geldspielgesetz, bei acht steht dort nichts dergleichen. Die Gespa führt keine Liste weiterer berechtigter Buchmacher, weil es keine gibt; sie führt nur eine Sperrliste mit ausländischen Domains, die die Schweizer Telekom-Anbieter per DNS sperren. Wenn ein Portal «die besten Wettanbieter der Schweiz» auflistet und der erste Name nicht Swisslos oder Loterie Romande heisst, wurde ein Vergleich ohne Schweizer Massstab verkauft. Und die zweite Spalte, «Veranstalter bzw. Verantwortliche»: Bei den beiden Bewilligungsinhaberinnen steht eine Genossenschaft mit Sitz in Basel, die seit Jahrzehnten Lotterien und Sportwetten durchführt und den Überschuss gemeinnützigen Zwecken zuführt. Bei den ausländischen Namen steht keine Angabe — was nicht bedeutet, dass dort kein Betreiber existierte, sondern dass keine Schweizer Behörde über ihn wacht.
Der Wohnort entscheidet, welches Konto überhaupt in Frage kommt. Sporttip wird im Gebiet der Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH, im Kanton Tessin und im Fürstentum Liechtenstein durchgeführt; Jouez Sport bedient die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Wer in Genf wohnt, hat also eine Schweizer Adresse zur Auswahl, nämlich Jouez Sport. Ein Konto bei der jeweils anderen Veranstalterin ist nicht möglich, und das gilt auch für einen Umzug innerhalb des Landes. Die Loterie Romande nennt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende — eine Zahl, die erklärt, wie gross das Netz hinter Jouez Sport ist, und zugleich, wie eng es auf ein Sprachgebiet zugeschnitten bleibt.
Wer vergleicht, ohne die eigene Adresse zu berücksichtigen, vergleicht also nichts. Auf den ersten Blick unterscheiden sich die beiden Angebote, auf den zweiten unterscheiden sie sich in der Frage, welche Website für Sie überhaupt funktioniert. Die zehn Namen in der Tabelle sind deshalb kein Ranking, sondern eine ehrliche Antwort auf die Frage, wem man auf dem Weg zur Wettseite tatsächlich begegnet.
Was in der Schweiz erlaubt ist und wer darüber wacht
Online-Sportwetten sind seit dem 1. Januar 2019 ein Grossspiel unter dem Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51, Art. 3 lit. c und e) und stehen unter Aufsicht der Gespa, der Interkantonalen Geldspielaufsicht mit Sitz in Bern; das Geldspielkonkordat ist seit dem 1. Januar 2021 in Kraft. Die eidgenössische Spielbankenkommission ist dafür nicht zuständig — sie beaufsichtigt nur die Casinos, und dieser Unterschied sorgt regelmässig für Verwirrung, wenn jemand «die Aufsicht» sucht. Eine Bewilligung braucht eine Veranstalterbewilligung und zusätzlich eine Bewilligung je Spiel (Art. 21–25 BGS) und gilt nur in der Schweiz (Art. 4 BGS). Der Reingewinn fliesst in gemeinnützige Zwecke in den Kantonen (Art. 125 BGS). Der Vollzug liegt bei der Gespa, und die rund 5,3 Milliarden Franken, die in der Schweiz jährlich in Lotterien und Sportwetten fliessen, sind ein Grund dafür, dass er ernst genommen wird.
Das Angebot ist eine geschlossene Liste. Sportwetten dürfen sich nur auf Sportereignisse beziehen; Wetten auf Wetter, Politik oder Television sind dem Schweizer Publikum nicht zugänglich. Was die Gespa als Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten zugelassen hat, steht in einer Liste (Version 10.09.2026; Art. 25 BGS, Art. 29 VGS). Qualifikationsrunden nur, wenn sie aufgeführt sind, Frauenwettbewerbe nur, wenn sie aufgeführt sind, Ranglistenwetten nur, wenn die Rangliste über die Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb oder das Podest entscheidet; auf Trainingsläufe darf nie gewettet werden. Die Liste weist keine Ecken- und Kartenmärkte aus und keine Esport-Sektion. Ereignisse, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind ausgeschlossen (Art. 25 Abs. 2 BGS). Livewetten sind erlaubt, vor dem Spiel und während des Spiels — soweit die Veranstalterin über eine entsprechende Entscheidung verfügt. Eine gesetzliche Beschränkung auf bestimmte Live-Märkte kennt das BGS nicht.
Das ist der Punkt, an dem die Werbefreiheit aufhört und die Rechnung beginnt. Ein Markt auf eine Ecke existiert in der Schweiz nicht, also auch kein Quotenschlüssel, den man dafür bezahlen könnte — aber auch keine Statistik, mit der sich eine solche Wette begründen liesse. Wer aus dem Ausland ein Portefeuille von 40 Märkten pro Spiel gewohnt ist, findet hier eine reduzierte Auswahl vor, und die Reduktion ist nicht das Ergebnis eines Softwareproblems.
Bewilligungen aus anderen Ländern entfalten in der Schweiz keine Wirkung, weder eine solche aus Curaçao noch aus Malta noch aus Deutschland (Art. 4 BGS). Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung zu veranstalten ist strafbar: bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe oder eine Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu fünf Jahre (Art. 130 BGS). Die Spielenden selbst werden nicht bestraft — aber Einsätze und Gewinne können in einem Verfahren gegen die Anbieterin eingezogen werden. Die Gespa veröffentlicht eine Sperrliste mit ausländischen Domains, die Schweizer Telekom-Anbieter per DNS blockieren (Art. 86–93 BGS; erste Liste vom 3. September 2019, 671 Domains Ende 2025). Sperrungen werden innerhalb von Stunden umgangen, indem die Anbieter auf neue Domains wechseln. Die Gespa nennt in diesem Zusammenhang Interwetten und Bet-at-Home und führt bet365 als auf der Liste stehend. Wer glaubt, eine gesperrte Seite sei auch ohne Sperre erreichbar, verwechselt technische Erreichbarkeit mit Zulassung.
Warum eine ausländische Wette in der Schweiz keinen Schutz kennt
Ein ausländisches Angebot bedeutet: keine Schweizer Bewilligung, keine Anbindung an das schweizerische Sperrregister, kein Schweizer Rechtsschutz. Wer sich dort anmeldet, hat im Streitfall keine Aufsichtsbehörde hinter sich, die für ihn nachfassen könnte, und keine Kontrolle über die Spielintegrität in der Schweiz. Gleichzeitig ist die ausländische Wette kein Grund, sich abzusichern: Gewinne unterliegen nach kantonaler Praxis der Einkommenssteuer — die Praxis des Kantons Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen unabhängig von der Höhe als voll steuerbares Einkommen. Das ist keine Fussnote, sondern der zweite Preis, den ein Klick auf eine Sperrliste kostet.
Kein Ort der Welt ist per se sicher. Auch ein bewilligtes Angebot ist kein Rundum-sorglos-Paket: Es ist eine geschlossene Liste von Sportarten und Märkten, es gilt ein Wohnsitzerfordernis, und es braucht eine verifizierte Identität. Der Unterschied liegt darin, wem man bei Problemen nachfragen kann.
Verlustlimiten, Spielsperre und was ein Konto verlangt
Bevor bei Sporttip der erste Einsatz gebucht werden kann, müssen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen — mit einer Oberlimite von CHF 9’999 und, für Personen unter 21 Jahren, von CHF 1’000. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich. Das Gesetz verlangt von der Veranstalterin, dass sie einen oder mehrere Höchstwerte für Einsätze oder Verluste pro Tag, Woche oder Monat einfordert (Art. 87 VGS); die Herabsetzung wirkt sofort, die Erhöhung nach Gesetz nach 24 Stunden, während Swisslos und Loterie Romande in ihren eigenen Bedingungen mit 72 Stunden arbeiten. Diese 72 Stunden sind die Sperrfrist, die hier tatsächlich gilt — und sie sind der beste Teil des Mechanismus.
Denn die Limite wird gesetzt, bevor jemand müde ist, bevor ein Spiel in die Verlängerung geht, bevor ein Kombischein kurz vor dem letzten Leg steht. Sie funktioniert genau deshalb. Wer sie nach einem schlechten Abend erhöhen will, wartet drei Tage — und in diesen drei Tagen passiert etwas, das kein Verbot erzwingen könnte: Der Impuls, der die Erhöhung wollte, löst sich in Luft auf. Umgekehrt kostet eine Limite nichts: Man setzt sie einmal, und sie bleibt.
Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren — ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein (Art. 80–82 BGS). Eine freiwillige Sperre kann erst nach drei Monaten aufgehoben werden (Art. 84 VGS), und zwar unter Beteiligung einer Fachstelle (Art. 81 BGS). Ein selbst gewählter Unterbruch von bis zu sechs Monaten muss angeboten werden (Art. 89 VGS). Ausgeschlossene Personen und Minderjährige haben keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne (Art. 45 BGS). Es gibt in der Schweiz keine gesetzlich fixierte Einzahlungsobergrenze für Sportwetten, sondern die Limite, die der Spielende selbst setzt — die Verantwortung ist damit an eine Person delegiert, die diese Verantwortung nicht immer sich selbst gegenüber durchsetzt.
Wer das Konto eröffnet, braucht mindestens 18 Jahre sowie Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Swisslos-Vertragsgebiet. Es darf keine Spielsperre bestehen, und jede Person darf sich nur einmal registrieren. Die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adress-Datenbanken geprüft, gestützt auf Art. 47–52 VGS. Bis 18 Jahre ist die Teilnahme auf der Online-Seite nicht möglich; wer als Wettkämpfer an einem Wettereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten. Minderjährige sind an den Verkaufspunkten in der Praxis trotzdem nicht überall verlässlich geschützt: Bei Testkäufen der Gespa im Jahr 2025 wurde an Verkaufsstellen in 47,5 % von 200 Fällen eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft. Wer sein Kind allein an einen Kiosk schickt, verlässt sich auf eine Massnahme, die in der Praxis knapp zur Hälfte gehalten hat.
Gewinne und Guthaben werden nur auf ein Zahlungskonto mit dem Namen der Kontoinhaberin oder des Kontoinhabers ausbezahlt (Art. 50 Abs. 2 VGS), und Kredite an Spielende werden nicht gewährt (Art. 75 Abs. 1 BGS). Anonyme oder Crypto-Auszahlungen gibt es bei der bewilligten Schweizer Sportwette nicht. Das ist der Grund, warum jeder seriöse Anbieter einen Schufa-freien, aber namensgebundenen Zahlungsweg verlangt: Die Identität ist die Sperre, die anonymes Spielen unmöglich macht.
Wer merkt, dass sein eigenes Spiel ausser Kontrolle gerät, kann bei Swisslos im Produkt Sperr-, Limiten- und Schutzfunktionen nutzen; Beratung bieten die Fachstellen für Glücksspielsucht in der Schweiz. Geld zu setzen, dessen Verlust man nicht verkraftet, bleibt die eine Linie, die keine Quote belohnt. Wer nach Verlusten weiterspielt, um sie zurückzuholen, setzt selten weniger, sondern mehr — und dieser Punkt hat nichts mit Vorhersagen zu tun, sondern mit der Person, die die Vorhersage liest.
Wett-Apps und Prognose-Apps — Konto, Regeln, Warnzeichen
Wetten lassen sich bei Sporttip online über die Website oder über die Sporttip App für iOS und Android abgeben. In der App zusammengestellte Wetten können auch per QR-Code an einer Sporttip Verkaufsstelle gespielt werden — ein Detail, das zeigt, wie eng Online- und Filialnetz hier verzahnt sind. Der Vorteil einer App liegt auf der Hand: Der Zugang ist immer verfügbar, die Limit- und Sperrfunktionen ebenfalls, und ein Wettschein geht unterwegs nicht verloren. Der Nachteil liegt in der gleichen Verfügbarkeit. Wer eine Wette in 20 Sekunden platzieren kann, hat keine 20 Minuten mehr, um sie sich zu überlegen.
Ein Hinweis zum Registrierungsprozess: Bei Swisslos braucht es mindestens 18 Jahre sowie Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Vertragsgebiet, es darf keine Spielsperre bestehen, und jede Person darf sich nur einmal registrieren. Die Identität wird aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adress-Datenbanken geprüft. Bei der Loterie Romande gilt die Registrierung entsprechend für Personen aus den sechs Westschweizer Kantonen. Ein Konto, das ohne Ausweis funktioniert, ist im bewilligten Schweizer System kein Vorteil, sondern ein Anzeichen dafür, dass man nicht im bewilligten Schweizer System ist.
Bei Prognose-Apps, die keine Wetten buchen, sondern Tipps ausgeben, ist die Warnliste kurz und praktisch. Anwendungen ohne klare Angabe, wer der Betreiber ist, die eine Registrierung mit Bezahlfunktion verlangen, obwohl sie nur Vorhersagen liefern, und jene, die eine Verbindung zu einem Wettanbieter als Voraussetzung für den Zugang zu «Premium»-Tipps setzen. Der letzte Punkt ist der wichtigste: Sobald der Tipper eine Provision für die Anmeldung bekommt, wird aus der Prognose ein Verkaufsinstrument. Auffällig ist auch, wie viele Prognose-Apps in mehreren Sprachen für mehrere Länder werben und als Kontakt nur eine E-Mail-Adresse ohne Firmensitz nennen. Das ist in einem Bereich, in dem ein falscher Klick Echtgeld betrifft, keine Petitesse.
Der Identitätscheck, der bei einer legalen Wett-App zur Anmeldung gehört, ist keine Schikane, sondern der Grund, warum das Konto eines Selbstgesperrten nicht plötzlich bei einem anderen Anbieter auftauchen kann. Wer eine App ohne diesen Schritt nutzt, hat den Schutz bereits hinter sich gelassen. Wer in einer App chattet oder Bewertungen liest, sollte sich bewusst machen, dass dort kein neutrales Publikum schreibt.
Die geprüften Anbieter im Einzelnen
Zehn Namen stehen zur Diskussion: zwei Schweizer Veranstalterinnen mit Bewilligung, die jeweils nur ihr eigenes Sprachgebiet bedienen, und acht ausländische Plattformen ohne Schweizer Bewilligung, die in der Schweiz nicht tätig sein dürfen. Nichts, was hier steht, ist ein Aufruf zur Anmeldung. Es ist eine Einordnung dessen, was jemand vorfindet, der dort ein Konto eröffnet.
Swisslos Sporttip — der bewilligte Veranstalter mit dem engsten Produkt
Sporttip gehört zu den beiden Anbietern, für die das Geldspielgesetz überhaupt Platz lässt: Swisslos hält eine Veranstalter- und eine Spielbewilligung für ein Grossspiel unter dem BGS (SR 935.51), beaufsichtigt von der Gespa, gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 (IKV 2020). Sitz der Genossenschaft ist Basel. Das Online-Konto steht Personen offen, die in den Kantonen AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH, im Tessin oder im Fürstentum Liechtenstein wohnhaft sind.
Einsätze beginnen bei CHF 1 und enden bei CHF 1’000 je Einzel- oder Kombinationswette; eine Systemwette darf bis CHF 10’000 umfassen. Swisslos kann diese Grenzen jederzeit und ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird gar nicht erst angenommen. Die Untergrenze von CHF 1 ist der eigentliche Grund, warum das kein Angebot für Grossspekulanten ist — hier kann man wirklich mit dem Betrag arbeiten, den man verlieren kann.
Der Höchstgewinn von CHF 300’000 pro Einzel- oder Kombiwette und CHF 1’000’000 für alle Gewinne eines Multiples zusammen gehört zur anderen Veranstalterin, nämlich zu Jouez Sport; bei Sporttip begrenzt der Kombiboost die Gewinnerhöhung. Dieser Boost gilt ausschliesslich online, in der Vorauswahl, live und bei Systemwetten, und verlangt mindestens vier Voraussagen mit je einer Quote von mindestens 1.50. Der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 % bei vier solchen Voraussagen, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn — Einsatz und Gewinnerhöhung sind allerdings limitiert. Der Anreiz ist klar erkennbar: mehr Legs, mehr Prozent. Die Kehrseite ist ebenso klar, denn mit jedem Leg steigt die Zahl der Ausgänge, die alle zutreffen müssen.
Ähnlich verhält es sich mit dem, was Sporttip «Quotenboost» nennt. Dieser gilt nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine einzige Voraussage; ein «Profitboost» erhöht den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro wettender Person nur einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung begrenzt; bei einem Cash-Out verfällt der Boost. Das ist kein Sonderfall, sondern die normale Konstruktion von Bonusangeboten: Die Bedingung entscheidet darüber, ob der Vorteil beim Kunden landet.
Zu den Formalien der Auszahlung: Der Gewinnbetrag ergibt sich aus Einsatz mal Quote, bei Kombinationen aus Einsatz mal Gesamtquote, dem Produkt der Einzelquoten; gerundet wird zuerst auf zwei Nachkommastellen auf, dann auf 5 Rappen ab. Wird ein Wettereignis abgesagt und nicht innerhalb von 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn nachgeholt, ist die Wette ungültig: Einzelwetten werden zurückbezahlt, in Kombinationswetten erhält die betroffene Voraussage die Quote 1.00. Bei Livewetten gilt die Wette unabhängig davon, ob das Ereignis übertragen wird; Wetten, die erst nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00, und in spielentscheidenden Situationen — Elfmeter, rote Karte, Videoschiedsrichter-Entscheid — kann Swisslos eine Wette mit Quote 1.00 werten. Wer live auf ein Tor setzt und den Treffer verpasst, tippt nicht mehr, sondern dokumentiert.
Die reguläre Spielzeit umfasst die reguläre Spieldauer plus Nachspielzeit; Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Voneinander abhängige Ereignisse derselben Sportveranstaltung lassen sich nur über die Bet-Builder-Funktion kombinieren; nimmt Swisslos irrtümlich eine solche Kombination ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten. Nicht abgeholte Gewinne verfallen 26 Wochen nach der öffentlichen Bekanntmachung der Wettauswertung zugunsten des Swisslos-Zwecks; wer gegen eine verweigerte Auszahlung Einsprache erheben will, muss das innert 10 Tagen per eingeschriebenem Brief tun.
Cash-Out gibt es für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber ausschliesslich online und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und eine Garantie für jeden Markt besteht nicht. Der Cash-Out-Betrag ist tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden. «Cash-Out» klingt nach einem Notausgang. Es ist einer, für den man bezahlt, und die Höhe der Bezahlung bestimmt der Verkäufer.
Geladen wird das Spielkonto per Online-Zahlungsmöglichkeit oder Einzahlungsschein, mit einem Mindestbetrag von CHF 20; in 30 Tagen sind höchstens CHF 10’000 möglich, und ein Kauf ist nur zulässig, solange das Wallet-Guthaben CHF 9’999 nicht übersteigt. Swisslos nennt PostFinance Pay als Zahlungsart; die Transaktion wird direkt in der PostFinance App bestätigt. Ausgezahlt wird innerhalb von 365 Tagen zweimal gratis auf ein auf den eigenen Namen lautendes Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto; ab der dritten Auszahlung kann eine Kommission von 3 % anfallen, die Überweisung dauert 5 bis 10 Arbeitstage, und Gratisspielguthaben aus Promotionen ist nicht auszahlbar. Gewinne bis CHF 1’000 pro Bestätigungsquittung landen automatisch im Wallet, darüber wird bei bekannter Zahlungsverbindung innert 3 Arbeitstagen überwiesen.
Wer sein Geld also zweimal im Jahr kostenlos und beim dritten Mal gegen 3 % Gebühr hinausbewegt, merkt schnell, dass die Plattform nicht für häufige Auszahlungen gebaut ist. Und das ist die entscheidende Einordnung: Ein Anbieter, der kleine Einsätze zulässt, die Auszahlung aber mit einer Frist von 5 bis 10 Arbeitstagen und einer möglichen Kommission ausstattet, ist ein Anbieter für Spasswetten, nicht für Cashflow. Wenn ein Konto hier nach einer guten Woche ein Plus zeigt, hat man es erst dann in der Hand, wenn es wieder draussen ist. Der wichtigste Kostenpunkt im ganzen Angebot liegt nicht in den Quoten, sondern im Tempo.
Loterie Romande Jouez Sport — Westschweizer Bewilligung mit den höchsten Gewinnobergrenzen
Jouez Sport ist das Produkt der Loterie Romande und damit die zweite Veranstalterin, die in der Schweiz Sportwetten anbieten darf — mit einer Veranstalter- und Spielbewilligung für ein Grossspiel unter dem BGS (SR 935.51) und unter Aufsicht der Gespa. Die Loterie Romande führt Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Als Kontaktadresse nennt sie Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne; sie zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende. Ein Online-Konto ist entsprechend Personen aus diesen sechs Kantonen vorbehalten.
Das auffälligste Merkmal des Reglements ist die Obergrenze nach oben: Der Höchstgewinn beträgt CHF 300’000 pro Einzel- oder Kombiwette und CHF 1’000’000 für alle Gewinne eines Multiples zusammen. Eine Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen; die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombi muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen. Die Untergrenze von 1.10 schliesst die ganz kleinen Quoten aus, und die Obergrenze von 100’000 markiert die Grenze, ab der eine Kombination nicht mehr angenommen wird. Wer eine Kette mit sehr vielen Legs baut, stösst irgendwann an eine Wand, die nichts mit seinem Können zu tun hat, sondern mit dem Reglement.
Die Million für alle Gewinne eines Multiples zusammen relativiert den Stolz auf eine lange Kombination zusätzlich: Ein Multiple ist ein Konstrukt, das mehrere Wetten zusammenfasst, und die Grenze wirkt auf die Summe, nicht auf die einzelne Zeile. Wer über viele Kombinationen parallel spielt, sollte die Summe im Blick behalten, nicht die einzelne Quote. Bei den Höchstgewinnen fällt zudem auf, dass sie im Reglement stehen und nicht in der Werbung — wer sie sucht, findet sie in der 17. Ausgabe des Règlement Jouez Sport.
Die westliche Landeshälfte bekommt also den Veranstalter mit den grosszügigeren Gewinnobergrenzen, die östliche den mit dem Kombiboost. Das ist kein Zufall und keine Leistung, sondern die Folge davon, dass jedes Sprachgebiet seinen eigenen Veranstalter hat. Wer in Freiburg wohnt, kann nicht einfach zur Ostschweizer Adresse wechseln, und umgekehrt ebenso wenig. Die Wahl, die einem bleibt, ist die Frage, ob man überhaupt spielen will.
Wettigo, 1xBet, BetAlright, BetFury, bet365, Rainbet, Gamdom und N1 Bet — dieselbe Antwort auf die erste Frage
Bei diesen acht Plattformen genügt ein Satz für das, was sie verbindet: Sie haben keine Schweizer Bewilligung. Nur Swisslos und die Loterie Romande dürfen in der Schweiz Sportwetten veranstalten, und was in den Bedingungen dieser acht Anbieter als Bewilligung genannt wird, hat in der Schweiz keine Wirkung (Art. 4 BGS). Keine von ihnen ist an das schweizerische Sperrregister angebunden, keine bietet Schweizer Rechtsschutz, und ihre Domains können auf die Sperrliste der Gespa gesetzt und per DNS blockiert werden. Sperrungen werden innert Stunden durch neue Domains umgangen. Der Umstand, dass eine Seite erreichbar ist, sagt deshalb nichts darüber aus, ob sie hier tätig sein darf.
Wettigo, 1xBet, BetAlright, BetFury, bet365, Rainbet, Gamdom und N1 Bet unterscheiden sich in ihrer Oberfläche, in der Zahl der Sportarten, in Bonusversprechen und im Ton ihrer Werbung. In der Frage, die für einen Leser in der Schweiz zählt — wem kann ich nachfragen, wenn etwas schiefläuft —, sind sie identisch: niemandem hierzulande. Es gibt keine Aufsichtsbehörde, die eine Auszahlung anmahnen könnte, und keine Instanz, die prüft, ob die Quoten, die diese Plattformen anzeigen, überhaupt einem Markt entsprechen. Das ist der eigentliche Preis dieser Angebote, und kein Bonus gleicht ihn aus.
Für bet365 lässt sich zusätzlich festhalten, dass die Gespa die Domain als auf der Sperrliste stehend nennt — neben Interwetten und Bet-at-Home, die sie im Zusammenhang mit Domain-Hopping ausdrücklich anführt. Ein Name, der in einem Atemzug mit dieser Praxis auftaucht, ist kein Qualitätsmerkmal, sondern eine technische Feststellung. Wer heute auf eine dieser Seiten gelangt, gelangt morgen möglicherweise auf eine andere mit demselben Inhalt und anderer Adresse. Das ändert an der Zuständigkeit nichts: Die Schweizer Behörde bleibt aussen vor.
Wer trotzdem bei einem dieser Anbieter spielt, sollte zwei Dinge wissen. Erstens: Gewinne aus ausländischen Anbietern unterliegen nicht der Verrechnungssteuer, werden aber nach der Praxis des Kantons Thurgau unabhängig von der Höhe als Einkommen behandelt — der Steuerfreibetrag, der bei Schweizer Grossspielen greift, hilft hier nicht. Zweitens: kein Schutz, keine Kontrolle, kein Ansprechpartner. Und da steht die Entscheidung, die kein Ranking abnimmt.
Was der Vergleich am Ende für wen bedeutet
Wer das eigene Wohngebiet nicht in der Spalte sucht, in der es steht, hat den Vergleich verloren, bevor er begonnen hat. Zwei Konten sind für eine in der Schweiz wohnhafte Person überhaupt möglich. Wer im Swisslos-Gebiet wohnt, kann mit kleinen Einsätzen arbeiten und online kombinieren — und zahlt dafür beim Cash-Out und beim Auszahlen. Wer in einem Westschweizer Kanton wohnt, bekommt den höheren Gewinnrahmen und die tiefere Detaildichte im Reglement. Beide Angebote sind auf Sportsportarten beschränkt, die auf der Gespa-Liste stehen. Wer also einen Markt auf einen Fernsehabend sucht, sucht ihn in der Schweiz vergeblich.
Wer sein Spiel begrenzen will, findet bei Swisslos das Werkzeug, das kein Ranking ersetzt: Verlustlimiten mit einer 72-stündigen Sperrfrist für Erhöhungen, eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage, eine produktbezogene Sperre und die unbefristete Spielsperre im schweizweiten Register. Wer sein Spiel nicht begrenzen will, wird bei keinem Anbieter der Welt eine Funktion finden, die ihm diese Entscheidung abnimmt.
Was vom Einsatz bei der Veranstalterin bleibt
Über jeder Diskussion über Prognosen liegt eine Zahl, die in keiner Prognose vorkommt: der Anteil des Einsatzes, der an die Veranstalterin geht, unabhängig vom Ausgang. «Auszahlungsquote» bedeutet den Anteil der Einsätze, den ein Markt über längere Zeit an die Wettenden zurückflösst; die Marge ist der Rest. Sie steckt in jeder Quote, und keine noch so schlaue Vorhersage beseitigt sie.
Zur Illustration: Angenommen, ein Zwei-Weg-Markt wird mit je 1.90 an beiden Ausgängen notiert. Dann wäre die Auszahlungsquote dieser Konstruktion 1 ÷ (1/1.90 + 1/1.90), also etwa 52,6 %, und die Marge rund 47,4 %. Das ist absurd — kein Anbieter würde das freiwillig so stellen. Genau das ist der Punkt: Die Zahlen sind kein Befund über einen echten Markt, sondern ein Mass dafür, wie stark die Rechnung selbst das Ergebnis schon vor jeder Prognose vorbelastet. An dieser Bandbreite ändert auch der Einsatz nichts: Wer 10 Franken setzt, verliert denselben prozentualen Anteil wie jemand mit 1’000 Franken. Wer bei Swisslos mit CHF 1 anfängt, zahlt pro Franken dieselbe Marge wie der grosse Einsatz — nur in Rappen statt in Franken.
Wie hoch der Anteil in einem realen Markt ausfällt, hängt von der Zahl der Ausgänge, von der Sportart und von der Bedeutung des Spiels ab. Deshalb ist die Marge eines Drei-Weg-Marktes nicht die Marge eines Zwei-Weg-Marktes; und deshalb sagt keine Zahl, die für einen Markt gilt, irgendetwas über einen anderen. Wer eine Kombination aus zwei Spielen mit je 1.90 baut, multipliziert die beiden Quoten zu rund 3.61 — und bezahlt den Abschlag des Marktes zweimal, weil er in beiden Märkten steckt. Das ist die eigentliche Kostenkurve des Kombinierens: Der Reiz liegt im Produkt, die Rechnung liegt im Exponenten. Und bei derselben Quote in beiden Spielen bleibt nur die Erkenntnis, dass es die Veranstalterin selbst mit einem Aufschlag ausstattet, die sie dem Einzelnen in Rechnung stellt.
Die Marge ist auch der Grund, warum ein Tipp, der nur manchmal funktioniert, auf Dauer teurer ist als er aussieht. Ein Modell, das 50 % der Spiele richtig vorhersagt, aber immer dieselbe Quote spielt, kommt irgendwo bei der Auszahlungsquote des Marktes heraus — und nicht darüber, weil über viele Wetten der Abschlag auf jeden Einsatz wirkt. Das ist nicht Zynismus, sondern der Grund, warum Buchmacher überleben und Tippseiten meist nicht.
Das sagt auch die Steuerfrage in eine einfache Richtung. Gewinne aus Schweizer Grossspielen, zu denen das Steueramt ausdrücklich auch Sportwetten zählt, sind bis zum Steuerfreibetrag pro einzelnes Gewinneinkommen steuerfrei und werden erst darüber steuerpflichtig; der Bundesfreibetrag liegt ab dem 1. Januar 2026 bei CHF 1’071’000 (2025: CHF 1’070’400). Der kantonale Freibetrag ist unterschiedlich; massgebend ist «je nach Kanton» die kantonale Regelung, eine einzelne kantonale Zahl ist nicht übertragbar. Über dem Freibetrag behält die Veranstalterin 35 % Verrechnungssteuer ein und der Gewinn muss in der Steuererklärung deklariert werden. Ein typischer Wettender gewinnt weit unter dieser Schwelle: keine Einkommenssteuer und keine Verrechnungssteuer. Eine Wettsteuer auf den Einsatz kennt die Schweiz nicht. Wer grössere Beträge bewegt, fragt Steuerberater oder kantonale Steuerverwaltung.
Auf der anderen Seite ist Werbung geregelt: Sie darf nicht aufdringlich oder irreführend sein und darf sich nicht an Minderjährige oder gesperrte Personen richten (Art. 74 BGS); Werbung für Glücksspiele, die in der Schweiz nicht erlaubt sind, ist verboten (Art. 74 Abs. 3 BGS) und wird mit einer Busse von bis zu CHF 500’000 bestraft (Art. 131 BGS). Gratisspielguthaben und Gratiswetten brauchen die vorgängige Zustimmung der Gespa (Art. 75 Abs. 2 BGS; im Jahr 2025 erteilte sie 24 Zustimmungen an die Loterie Romande und 8 an Swisslos). Bonusbeträge und Bedingungen ergeben sich ausschliesslich aus den Bedingungen des jeweiligen Anbieters. Ein zeitliches Werbeverbot kennt die Schweiz nicht.
Wer eine Gratiswette sieht, rechnet am besten zuerst, was sie kostet. Bei Swisslos sind die Boni in Bedingungen und Höhe limitiert, ein Kombiboost verlangt mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1.50, Quoten- und Profitboost gelten nur online für eine Prematch-Einzelwette, sind einmal nutzbar und verfallen bei einem Cash-Out. Bei einer Gratiswette ohne auszahlbaren Einsatz ist der Nettogewinn in vielen Fällen auf die Höhe der Gratiswette begrenzt, und die Auszahlungsquote des Marktes reduziert den Erwartungswert zusätzlich. Bei Jouez Sport kommen die Gewinnobergrenzen von CHF 300’000 pro Wette und CHF 1’000’000 pro Multiple hinzu — ein Bonus, der über diesen Rahmen hinausführte, wäre ohnehin gedeckelt. «Gratis» ist damit keine Kategorie, sondern eine Umschreibung dafür, von wem die Rechnung bezahlt wird. Und die Antwort ist meist: von den anderen Wetten, die zum gleichen Angebot gehören.
Der Umgang mit den Limits ist die eine Sache, die gratis bleibt. Bei Sporttip beginnt der Einsatz bei CHF 1 und endet bei CHF 1’000 je Einzel- oder Kombinationswette, eine Systemwette bis CHF 10’000, und die Einzahlung ins Wallet ist auf CHF 10’000 in 30 Tagen begrenzt. Wer 100 Franken einsetzt und sich das Geld anschliessend auszahlen lässt, zahlt die Marge auf 100 Franken — nicht auf das, was hätte sein können. Wer die Einsätze klein hält, hält den Preis klein. Wer sich dagegen zehn Legs auf einen Schein setzt, kauft sich den Abschlag jedes einzelnen Marktes noch einmal.
Häufig gestellte Fragen
Wie verlässlich sind kostenlose Vorhersagen, und woran erkennt man eine gute?
Sie sind so verlässlich wie die Daten hinter ihnen, und die werden selten offengelegt. Ein Zeithorizont, eine genannte Statistikquelle und eine Aussage über Verletzungen oder Aufstellungen sind Prüfsteine. Fehlt all das, ist es eine Meinung. Und daran ändert auch die Zahl einen nichts, die dem Nutzer sofort ins Auge fällt: Eine Prozentangabe ohne Grundgesamtheit ist verlorene Zierde. Wer eine Vorhersage liest, sollte wissen, wann sie erstellt wurde und auf welche Spiele sie sich beruft.
Warum legt eine gute Vorhersage den Ausgang eines Spiels trotzdem nicht fest?
Weil eine Häufigkeit kein Einzelereignis ist. Die Statistik sagt, wie oft etwas eintritt und nicht, was in dem einen Fall passiert. Beide Mannschaften treten mit derselben Chance an, das Spiel zu gewinnen und zu verlieren — die Prognose ordnet diese Chancen, sie erzwingt sie nicht. Vorhersagen beschreiben den Rahmen, nicht das Ergebnis.
Welche Apps zur Vorhersage gibt es, und worauf kommt es bei der Registrierung an?
Bei den bewilligten Veranstaltern läuft die Wettabgabe über die Website oder die Sporttip App für iOS und Android. Die Registrierung erfordert mindestens 18 Jahre, Wohnsitz im jeweiligen Vertragsgebiet, eine Prüfung der Identität gegen Adressdatenbanken und den Verzicht auf eine zweite Registrierung. Eine App, die all das nicht verlangt, ist im Schweizer System nicht vorgesehen. Bei reinen Prognose-Apps gehört die Frage der Verbindung zu einem Wettanbieter zu den wichtigsten Warnzeichen.
Wie rechnet man eine Vorhersage mit der Quote in einen möglichen Gewinn um?
Der Gewinnbetrag ist Einsatz mal Quote. Bei einer Kombination multipliziert man die Einzelquoten zur Gesamtquote und wendet sie auf den Einsatz an. Aus 20 Franken bei Quote 2.50 werden so 50 Franken zurück, davon 30 Franken Nettogewinn. Aus zwei Quoten von je 1.90 wird eine Gesamtquote von rund 3.61. Das ist der Bruttowert, nicht der Überschuss nach der Marge des Marktes.
Was bedeutet die Wette bei einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung für den Schutz der Spielenden?
Sehr wenig Gutes. Ohne Bewilligung gibt es keine Schweizer Aufsicht, keine Anbindung an das Sperrregister und keinen Schweizer Rechtsschutz; Einsätze und Gewinne können in einem Verfahren gegen die Anbieterin eingezogen werden. Ausländische Domains können auf die Sperrliste kommen und per DNS blockiert werden, was die Anbieter mit neuen Domains umgehen. Gewinne bleiben nach kantonaler Praxis steuerbar.
Müssen Wettgewinne in der Schweiz versteuert werden, und was gilt beim Steuerfreibetrag «je nach Kanton»?
Gewinne aus Schweizer Grossspielen sind bis zum Steuerfreibetrag pro einzelnes Gewinneinkommen einkommenssteuerfrei; der Bundesfreibetrag liegt ab dem 1. Januar 2026 bei CHF 1’071’000, der kantonale Freibetrag ist je nach Kanton unterschiedlich, weshalb eine einzelne kantonale Zahl nicht übertragbar ist. Darüber behält die Veranstalterin 35 % Verrechnungssteuer ein, die über die Steuererklärung zurückgeholt wird. Gewinne aus ausländischen Anbietern unterliegen nicht der Verrechnungssteuer, werden aber nach kantonaler Praxis unterschiedlich behandelt.
Tipps – quotenerklaert
Inhalt erstellt vom Team «quotenerklaert»
